Tuberkulose wird oft zu spät erkannt

Region Hannover mit den meisten Fällen in Niedersachsen

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 24.03.2010
Region Hannover - mehr Tuberkulosefälle

Tuberkulose ist heilbar. Aber von allen heilbaren Krankheiten ist sie die, an der weltweit die meisten Menschen sterben. Auch in der Bundesrepublik ist sie nach wie vor ein Thema. J√§hrlich erkranken hier zwischen 4.500 und 5.000 Menschen an Tuberkulose. Das Problem: Meistens wird sie zu sp√§t entdeckt. Als Folge waren 2008 √ľber 150 Todesf√§lle zu beklagen.

Niedersachsen steht vergleichsweise gut da. Einer der Gr√ľnde ist, dass Tuberkulose h√§ufig bei Menschen mit Migrationshintergrund, speziell bei Osteurop√§ern auftritt. Stadtstaaten wie Berlin, Hamburg und Bremen, aber auch Nordrhein-Westfalen oder die ostdeutschen L√§nder sind entsprechend st√§rker betroffen. In Niedersachsen gibt es die h√∂chsten Zahlen in der Region Hannover als Ballungszentrum. Letztes Jahr stieg die Anzahl der Erkrankten auf 82 an.

Zahl der Tuberkuloserkrankungen - Anstieg nicht besorgniserregend

Dieser Anstieg sei jedoch nicht besorgniserregend, meint Helga Heykes-Uden, Lungenfach√§rztin von der Tuberkulose-Beratungsstelle der Region Hannover: ‚ÄěDie hohe Zahl der neuen F√§lle l√§sst sich m√∂glicherweise auch damit erkl√§ren, dass durch die anhaltend kalte Witterung in 2009 viele Menschen unter zum Teil hartn√§ckigem Husten gelitten haben, ger√∂ntgt wurden und somit die Diagnose Tuberkulose als Zufallsbefund gestellt wurde.‚Äú Auch andere Gesundheits√§mter in Deutschland berichten von einem Anstieg der Zahl der Neuerkrankungen, so die Fach√§rztin f√ľr Pneumologie, Allergologie und Umweltmedizin. Wie viele F√§lle j√§hrlich registriert werden, steht au√üerdem im engen Zusammenhang mit dem Meldeverhalten der √Ąrztinnen und √Ąrzte.

Tuberkulose ist keine harmlose Krankheit!

Allerdings weist die Expertin darauf hin, dass Tuberkulose h√§ufig sehr sp√§t entdeckt wird. Denn um eine solche Erkrankung eindeutig zu diagnostizieren, muss die Lunge der Patienten ger√∂ntgt werden. Doch das passiert aber zunehmend seltener, da Tuberkulose kaum noch als Gefahr angesehen wird. ‚ÄěDie Patienten werden oft erst dann auf Tuberkulose untersucht, wenn die Krankheit bereits hochinfekti√∂s ist und viele Menschen infiziert sind‚Äú, sagt Heykes-Uden. Wird die Krankheit diagnostiziert, muss gehandelt werden. ‚ÄěBei einem aktiv Erkrankten ermitteln wir umgehend seine engen Kontaktpersonen, um eine Verbreitung einer ansteckenden Tuberkulose zu verhindern ‚Äď mitunter k√∂nnen das bis zu mehrere Hundert Menschen sein‚Äú, so die Lungen√§rztin.

So verbreitet sich Tuberkulose

Tuberkulose ist sehr ansteckend und verbreitet sich in der Regel √ľber eine Tr√∂pfcheninfektion. Bakterien dringen auf diesem Weg in den K√∂rper ein und greifen in erster Linie die Lunge an. Das muss noch nicht hei√üen, dass die Krankheit wirklich ausbricht, denn dies ist nur etwa f√ľnf bis zehn Prozent der Infizierten der Fall. Meistens sind es immungeschw√§chte Menschen. Diese klagen anfangs ‚Äěnur‚Äú √ľber allgemeine Beschwerden wie Husten, Schwei√üneigung, Appetitlosigkeit, M√ľdigkeit oder Auswurf beim Husten.

Foto: Region Hannover

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