Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat einen Besuch in China verschoben, nachdem Peking nur ein Treffen bestätigt hatte, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.
„Die chinesische Seite konnte letztlich nur den Termin mit dem chinesischen Außenminister bestätigen und konnte keine weiteren weiteren Termine bestätigen“, sagte der Sprecher.
Der Besuch, der ursprünglich für letzte Woche geplant war, wäre der erste eines deutschen Ministers aus der konservativ geführten Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz gewesen, die im Mai ihr Amt angetreten hat.
„Es gibt eine Reihe von Themen, die wir gerade jetzt mit der chinesischen Seite besprechen möchten“, sagte der Sprecher.
Sie machte zwar keine Angaben darüber, welche Seite die Reise abgesagt hatte, Deutschland bedauere die Entwicklung jedoch, sagte die Sprecherin.
Steckt Deutschlands Taiwan-Haltung hinter der Absage?
Trotz der Pläne, am Sonntag abzureisen und am Montag und Dienstag Treffen abzuhalten, hatte China nur ein Treffen mit Außenminister Wang Yi bestätigt.
Am Freitag zuvor kritisierte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums die Position Deutschlands zu Taiwan.
Dem Sprecher zufolge käme die Forderung, den Status quo beizubehalten, ohne die Unabhängigkeit der Insel ausdrücklich abzulehnen, einer Unterstützung von „Taiwan-Unabhängigkeitsaktivitäten“ gleich.
Wadephul hat wiederholt Kritik an Chinas Bemühungen geäußert, den Status quo in der Region einseitig zu ändern, und bezeichnete Pekings Indopazifik-Politik als zunehmend aggressiver. Es bleibt jedoch unklar, ob Chinas Entscheidung, nur ein Treffen zu bestätigen, in direktem Zusammenhang mit der Haltung Deutschlands stand.
Chinas neue Exportkontrollen für seltene Erdentechnologie haben auch die EU-Industrien gestört und einige Unternehmen gezwungen, die Produktion einzustellen.
Die Spannungen nahmen zu, nachdem die Niederlande den chinesischen Chiphersteller Nexperia übernehmen wollten, was Peking dazu veranlasste, einige Exporte zu verbieten, und Befürchtungen über einen Chipmangel in Europa weckte.
Herausgegeben von: Louis Oelofse
