Die USA stufen Deutschlands „Antifa Ost“ als Terrorgruppe ein

von Otto Hofmann
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Das US-Außenministerium teilte am Donnerstag mit, dass es beabsichtige, vier selbsternannte „Antifa“-Gruppen (antifaschistische Gruppen) als Terrororganisationen zu bezeichnen, und nannte dabei namentlich die in Deutschland ansässige Antifa Ost.

Außerdem hieß es, man verfolge drei weitere gewalttätige Antifa-Gruppen in Italien und Griechenland.

Die italienische Gruppe ist im Englischen als Informal Anarchist Federation/International Revolutionary Front oder als FAI/FRI bekannt, um das italienische Akronym zu verwenden.

Das Außenministerium übersetzte die Namen der beiden griechischen Gruppen als „Armed Proletarian Justice“ und „Revolutionary Class Self-Defense“.

Was das Außenministerium zu dem Umzug sagte

Das Außenministerium beabsichtige, alle vier Gruppen ab dem 20. November als ausländische Terrororganisationen einzustufen, hieß es.

„Die Benennung von Antifa Ost und anderen gewalttätigen Antifa-Gruppen unterstützt Präsident Trumps National Security Presidential Memorandum-7, eine Initiative zur Zerschlagung selbst beschriebener ‚antifaschistischer‘ Netzwerke, Einheiten und Organisationen, die politische Gewalt und terroristische Handlungen einsetzen, um demokratische Institutionen, verfassungsmäßige Rechte und Grundfreiheiten zu untergraben“, wurde Außenminister Marco Rubio zitiert.

„Mit dieser Bewegung verbundene Gruppen berufen sich auf revolutionäre anarchistische oder marxistische Ideologien, darunter Antiamerikanismus, ‚Antikapitalismus‘ und Antichristentum, und nutzen diese, um gewalttätige Übergriffe im In- und Ausland anzustiften und zu rechtfertigen“, sagte er.

Trump geht im In- und Ausland gegen Antifa vor

Die Bezeichnung macht es US-Bürgern unter anderem illegal, eine Mitgliedschaft anzustreben oder die Gruppen beispielsweise durch Geldspenden zu unterstützen.

Präsident Donald Trump hat in den letzten Jahren lautstark Kritik an „Antifa“-Organisationen in den USA und darüber hinaus geäußert.

Die USA haben Antifa im September auch als inländische Terrororganisation eingestuft.

Die US-Regierung nannte keine konkreten Vorfälle oder Gründe für die Bezeichnung Antifa Ost, verwies jedoch auf Anschläge in Deutschland und Ungarnund Ungarn hat die Gruppe als terroristische Einheit eingestuft.

„Antifa Ost hat zwischen 2018 und 2023 in Deutschland zahlreiche Angriffe gegen Personen verübt, die es als ‚Faschisten‘ oder als Teil der ‚rechten Szene‘ wahrnimmt, und wird beschuldigt, Mitte Februar 2023 in Budapest eine Reihe von Angriffen verübt zu haben“, teilte das US-Außenministerium mit.

8. Oktober 2025, Budapest, Budapest, Ungarn: Die deutsche Antifa-Aktivistin Maja T. während ihres Prozesses vor dem Bezirksgericht der Hauptstadt Budapest.
Ein deutsches Antifa-Ost-Mitglied stand letzten Monat in Ungarn vor Gericht

Aktuelle Antifa-Ost-Fälle in Deutschland

Ein vielbeachteter Gerichtsfall, an dem die Gruppe in den letzten Jahren in Deutschland beteiligt war, war die Gefängnisstrafe im Jahr 2023 gegen die Dresdner Studentin Lina E., die als Anführerin einer Gruppe von Menschen galt, die Einzelpersonen oder Gruppen aufspürten und angriffen, die sie als Rechtsextremisten betrachteten.

Ein weiteres mutmaßliches Mitglied, Johann G., gilt als Anführer einer Gruppe innerhalb der Antifa Ost, die sich selbst „Hammerbande“ nennt (Hammerbande), wurde Ende letzten Jahres verhaftet. Die Staatsanwaltschaft will ihn und mehrere andere Verdächtige unter anderem wegen versuchten Mordes vor Gericht stellen.

Herausgegeben von: Sean Sinico

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