Mit dem Inkrafttreten des Social-Media-Verbots für Jugendliche in Australien in diesem Monat signalisierte der deutsche Digitalminister Karsten Wildberger, dass er einem ähnlichen Schritt in dem EU-Land gegenüber aufgeschlossen sei.
„Ich halte die Frage einer Altersbeschränkung für mehr als berechtigt“, fügte er hinzu.
Australien tritt gegen digitale Schwergewichte an
Seit dem 10. Dezember verlangt die australische Regierung, dass Social-Media-Plattformen Profile von Nutzern unter 16 Jahren entfernen und Jugendliche daran hindern, neue Profile zu erstellen.
Obwohl der Schritt umstritten war, gaben australische Beamte an, dass er durch Bedenken wie Cybermobbing, Grooming und Inhalte motiviert war, die der psychischen Gesundheit schaden könnten.
Das Verbot gilt für mehrere digitale Plattformen und globale Unternehmensriesen wie TikTok, Snapchat, YouTube, Reddit, Instagram, Facebook, Kick, Twitch, Threads und X.
EU-Kommissionschef „inspiriert“ von Social-Media-Beschränkungen
Social-Media-Unternehmen und Bürgerrechtsaktivisten haben das Gesetz kritisiert. Gleichzeitig löste die Entscheidung auch in anderen Ländern Lob aus, wo die Regierungen Canberras Bemühungen zur Umsetzung und Durchsetzung seiner neuen Politik genau beobachten; einschließlich seiner Altersverifizierungssysteme.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte, sie sei vom australischen Verbot „inspiriert“.
Australien ist nach wie vor das erste und einzige Land der Welt, das eine solche Einschränkung verhängt.
Deutschland wartet auf Kommissionsempfehlung
Wildberger verwies auf eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission, die sich mit dem Kinder- und Jugendschutz im digitalen Zeitalter befassen soll.
„Die Frage ist nun: Wie ermöglichen wir ihnen eine gesunde Entwicklung, wie sie frühere Generationen ohne soziale Medien hatten?“ sagte er.
Das Gremium, dem Wissenschaftler, Mediziner und Jugendschutzaktivisten angehören, wird voraussichtlich bis zum Sommer 2025 politische Empfehlungen veröffentlichen.
Diese Vorschläge betreffen wahrscheinlich die Nutzung sozialer Medien und können Kommentare zum Verbot von Mobiltelefonen in Schulen enthalten, ähnlich den Maßnahmen, die in Frankreich bereits teilweise umgesetzt wurden.
Herausgegeben von: Louis Oelofse
