Münchner Surfer brechen Versuch ab, Eisbachwelle neu zu starten

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer

Der seit Monaten andauernde Versuch, die berühmte Münchner Eisbachwelle wiederherzustellen, wird aufgelöst, teilte der Surfclub München mit. Die Gruppe führte einen übermäßigen bürokratischen Aufwand und mangelnde Begeisterung der Stadtregierung für das Projekt an.

„Die Verwaltung will das Surfen am Eisbach nicht regulieren, sondern verhindern“, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Sie wiesen auf eine „administrative Behinderung“ bei ihrer Mission hin, die Welle zurückzubringen, nachdem sie im Oktober während eines routinemäßigen Reinigungsprozesses verschwunden war.

Wie wurde das Binnenland München zum Surf-Hotspot?

Der Eisbach ist ein kleiner Nebenfluss der Isar, der durch den berühmten Münchner Stadtpark Englischer Garten fließt.

Eine Reihe von Betonverstärkungen unter dem Bach führten in den 1970er Jahren in einem Bereich des Parks zur Entstehung einer starken Strömung in der Nähe einer Brücke.

Der lokalen Surflegende Walter Strasser wird in lokalen Medien die Idee zugeschrieben, eine Planke in einem bestimmten Winkel dort zu platzieren, wo die Strömung am stärksten ist, und so eine Welle zu erzeugen, die groß genug zum Surfen ist.

Im Laufe der Jahre erlangten Strasser und seine Welle in der Surf-Community immer mehr Bekanntheit und die Gegend entwickelte sich zu einem Hotspot für diesen Sport.

Anfang Dezember sagte Strasser gegenüber der Lokalzeitung Münchener Abendzeitung dass er versucht habe, mit Bürgermeister Dieter Reiter zusammenzuarbeiten, um die Welle wiederherzustellen, aber auf Ambivalenz gestoßen sei.

„Ich habe so viel Erfahrung mit dem Eisbach. Ich weiß genau, wo das Problem liegt. Ich hätte es innerhalb von Wochen und mit sehr wenig Geld beheben können“, sagte er der Zeitung. „Aber die Stadt hat mir gesagt, dass sie mich nicht brauchen.“

Tödlicher Unfall

Auch der Eisbach war für zwei Monate gesperrt, nachdem im April ein 33-jähriger Surfer starb. Nachdem sich ihre Surfleine um ihr Bein verfangen hatte, wurde sie unter Wasser gezogen und blieb fast 30 Minuten lang unter Wasser stecken, obwohl die Rettungskräfte sie erreichen konnten.

Die starke Strömung hatte verhindert, dass Umstehende ihr zu Hilfe kamen.

Obwohl Sanitäter sie am Flussufer wiederbeleben konnten, verstarb sie noch am selben Tag in einem Münchner Krankenhaus.

Der Vorfall war das erste tödliche Ereignis dieser Art am Eisbach und veranlasste die Behörden zu einer gründlichen Sicherheitsüberprüfung, bevor die Welle Ende Juni wieder ausbrach. Eine konkrete Unfallursache konnte jedoch nie gefunden werden.

Illegale Wiedereröffnung

Die Nachricht, dass der Surfclub München seine offiziellen Versuche, die Welle wieder zu öffnen, aufgegeben hat, kommt nur wenige Tage, nachdem einige Surfer sie illegal mit einem Holzbrett wieder aufgebaut und über die Feiertage heimlich genutzt haben.

Doch dieser Bau war nicht dauerhaft und die Behörden haben klargestellt, dass das Surfen derzeit verboten ist.

Obwohl der Surfclub München seine Studie zum Wiederankurbeln der Welle konsequent eingestellt hat, beharrte man darauf, dass die Debatte trotz „Politik“ weitergehen werde.

Herausgegeben von: Louis Oelofse

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