Deutsche Exporte in die USA brechen ein, doch Europa sorgt für Auftrieb

von Otto Hofmann
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Die am Freitag vom deutschen Statistikamt veröffentlichten Wirtschaftsdaten zeigten einen Einbruch der Exporte in die Vereinigten Staaten im Jahr 2025, da die Zölle von US-Präsident Donald Trump den Handel mit Europas größter Volkswirtschaft und Top-Exporteur auf den Kopf stellen.

„Durch die Zollpolitik der US-Regierung haben sich die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen im Jahr 2025 deutlich abgeschwächt“, heißt es in einer Pressemitteilung von Destatis.

Daten von Destatis zeigten, dass die deutschen Exporte in die USA im Vergleich zum Zeitraum Januar bis November 2024 um 9,4 % zurückgingen, was einem Warenwert von rund 136 Milliarden Euro entspricht.

Vor allem getrieben durch pharmazeutische Produkte stiegen die US-Exporte nach Deutschland im gleichen Zeitraum leicht um etwas mehr als 2 %, wodurch der Handelsüberschuss Deutschlands mit der größten Volkswirtschaft der Welt auf dem niedrigsten Stand seit der COVID-Pandemie im Jahr 2021 liegt.

„Die wichtigsten Exportindustrien Deutschlands verzeichneten im Jahr 2025 teilweise erhebliche Einbußen im US-Geschäft“, sagte Destatis, wobei Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile weiterhin die wichtigsten Exportgüter in die USA seien.

Die deutschen Exporte haben den Handelsüberschuss der Europäischen Union mit den USA vorangetrieben, da Deutschland mit 33,7 % des Gesamtexports im Jahr 2024 der größte Exporteur der EU in Länder außerhalb des Euroraums ist.

Die EU verhandelt als Block über den Handel und nimmt Zölle mit anderen Ländern auf, aber die übergroße Rolle Deutschlands als Exportmacht macht es anfälliger für Schocks, wenn Maschinengiganten bis hin zu kleineren Familienunternehmen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Eine im Juli getroffene Vereinbarung sah einen Basiszollsatz von 15 % auf EU-Exporte in die USA vor. Vor Trumps Zöllen lag der durchschnittliche US-Zölle auf EU-Importe laut dem Wirtschafts-Thinktank Bruegel bei etwa 1,4 %.

Inmitten der Zollbelastung entwickelte sich China im vergangenen Jahr erneut zum größten Handelspartner Deutschlands und überholte die USA.

Insgesamt beflügelten die Exporte Europa

Allerdings waren die Daten nicht nur eine schlechte Nachricht für Deutschland. Laut saisonbereinigten Zahlen stiegen die Gesamtexporte des Landes im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1 %.

Deutschlands Exporte beliefen sich im Jahr 2025 auf insgesamt 1,5 Billionen Euro (1,77 Billionen US-Dollar) – das erste Anzeichen eines Exportwachstums seit zwei Jahren.

Ausschlaggebend für das leichte Plus war der stärkere Handel innerhalb der EU: Die deutschen Exporte in andere EU-Länder stiegen im vergangenen Jahr um rund 4 %. Auch die starken Dezember-Zahlen trugen dazu bei.

Daten von Destatis und dem Deutschen Handelskammertag (DIHK) zeigen, dass europäische Länder mehr wichtige deutsche Industriegüter wie Werkzeugmaschinen und Maschinenbausysteme kauften.

„Das zeigt, wie notwendig jetzt eine auf Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtete deutsche und europäische Wirtschaftspolitik ist“, sagte Treier.

Die Bundesregierung rechnet mit einem Wachstum von 1 % im Jahr 2026

Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine große öffentliche Ausgabenoffensive vorangetrieben, um die angeschlagene deutsche Wirtschaft anzukurbeln, wobei der Schwerpunkt auf Rüstungsproduktion und Infrastruktur liegt. Die Regierung von Merz geht davon aus, dass die Wirtschaft im Jahr 2026 um 1 % wachsen wird, nachdem sie mehrere Jahre lang stagniert hatte.

Als Merz am Freitag in Abu Dhabi eine dreitägige Reise durch die Golfstaaten abschloss, um Waffen- und Energiegeschäfte zu sichern, sagte er, die jüngsten Anzeichen einer wirtschaftlichen Wende „ermutigen und ermutigen mich, diesen Weg der Reformen und der Veränderung der Bedingungen für Investitionen und Arbeitsplätze in Deutschland fortzusetzen.“

„Wir sind noch weit von unserem Ziel entfernt, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte er.

Herausgegeben von: Zac Crellin

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