Nachrichten aus Deutschland: China tadelt Berlin wegen „Mikrofondiplomatie“

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer

Der chinesische Außenminister Wang Yi hat Deutschland aufgefordert, vorübergehende Meinungsverschiedenheiten nicht öffentlich zu äußern, nachdem Berlin einen geplanten Besuch von Außenminister Johann Wadephul verschoben hatte.

China legte seine Beschwerde in einer Verlesung des Außenministeriums offen.

In einem Telefonat warnte Wang vor unbegründeten Anschuldigungen und forderte beide Seiten auf, einen „stabilen und nachhaltigen“ Rahmen zu schaffen, um die Beziehungen auf Kurs zu halten.

Die beiden Minister einigten sich darauf, den Besuch bald zu verschieben, während Peking die Einladungen an Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Frank-Walter Steinmeier bekräftigte.

Darüber hinaus sollen Afghanen, denen eine deutsche Einreisegenehmigung erteilt wurde, nach monatelanger Verzögerung in Pakistan in Deutschland ankommen.

Hier sind die neuesten Schlagzeilen aus Deutschland vom Dienstag, 4. November:

Chinas Außenminister Wang Yi hat Deutschland aufgefordert, vorübergehende Meinungsverschiedenheiten nicht öffentlich erscheinen zu lassen, nachdem Berlin einen geplanten Besuch des deutschen Außenministers Johann Wadephul verschoben hatte.

Laut Peking sagte Wang zu Wadephul in einem Telefonat, Deutschland solle von „unbegründeten Anschuldigungen, die den Tatsachen widersprechen“ Abstand nehmen. Er sagte, beide Länder sollten einen „stabileren und nachhaltigeren politischen Rahmen“ schaffen, um die Beziehungen auf dem richtigen Weg zu halten.

„China und Deutschland sollten einen stabileren und nachhaltigeren politischen Rahmen schaffen, um sicherzustellen, dass die bilateralen Beziehungen immer auf dem richtigen Weg bleiben“, sagte Wang.

Wadephul und Wang hätten außerdem vereinbart, dass der Besuch „bald“ verschoben werden solle, fügte der Sprecher des Auswärtigen Amtes hinzu. Auch China hatte seine Einladung an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigt und eine zusätzliche Einladung an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen.

Das Telefonat sei zunächst freundlich beschrieben worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes hatte zuvor erklärt, Wadephul und Wang hätten sich in ihrem Telefonat darauf geeinigt, dass „stabile deutsch-chinesische Beziehungen für beide Länder von großem Interesse seien“.

Ende Oktober hatte das Auswärtige Amt Wadephuls geplante Reise nach China kurz vor der Abreise verschoben. Als Grund wurde angegeben, dass die chinesischen Gastgeber außer dem Treffen mit Wang keine weiteren Termine für Wadephul bestätigt hätten. Das Auswärtige Amt äußerte sein Bedauern darüber und verwies auf eine Reihe von Themen, zu denen die Bundesregierung gerne mit China in den Dialog gegangen wäre – etwa Handelsstreitigkeiten, Seltenerdmetalle und die Beziehungen zu Russland.

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Bewölktes Wetter ist hier in Bonn an den kälteren Tagen keine Seltenheit (DATEI: 14.01.2020)

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In diplomatischen Nachrichten hat China Deutschland aufgefordert, Meinungsverschiedenheiten nicht öffentlich zu machen, nachdem Berlin den geplanten Besuch von Außenminister Johann Wadephul verschoben hatte.

Peking sagte, Außenminister Wang Yi habe Wadephul gesagt, dass Deutschland von „unbegründeten Anschuldigungen“ Abstand nehmen solle.

Berlin hatte die Reise verschoben, nachdem Peking bestätigt hatte, dass es über das Treffen mit Wang hinaus keine Treffen gebe, und verwies auf die Notwendigkeit umfassenderer Gespräche.

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