Größere Gebietsreform in Niedersachsen

Landkreise Göttingen und Osterode fusionieren

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 01.11.2016
Gebietsreform in Niedersachsen

Am 1.11.2016 wird Niedersachsen nicht nur 70 Jahre alt, sondern verändert auch sein Gesicht. In mehreren Kommunen gibt es eine Gebietsreform, die zum heutigen Datum gültig wird. In der Summe ist dies nach Aussagen des Statistischen Landesamtes die größte Gebietsreform im Bundesland seit den 1970er-Jahren.

Markanteste Änderung ist die Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode zum neuen Landkreis Göttingen. Aber auch einige Gemeinden und Samtgemeinden schließen sich über das gesamte Land verteilt zusammen. Auf diese Weise entstehen vier neue Einheitsgemeinden und 31 Mitgliedsgemeinden lösen sich auf. Auch sechs Samtgemeinden verschwinden von der Landkarte.

Laut Statistischem Landesamt besteht Niedersachsen dann aus der Region Hannover, weiteren 36 Landkreisen, acht kreisfreien Städten sowie 291 Einheitsgemeinden und 116 Samtgemeinden, in denen wiederum 944 Gemeinden (davon 653 Mitgliedsgemeinden) existieren.

Gebietsreform 2016 im Überblick

Die Reform der Kommunen zum 1.11.2016 ist beachtlich. Folgende Änderungen sind zu verzeichnen:

  • Der Landkreis Göttingen entsteht aus den Kreisen Göttingen und Osterode neu.
  • Im Landkreis Göttingen entsteht die Einheitsgemeinde Walkenried neu, indem sich die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Walkenried zusammenschließen.
  • Im Landkreis Cuxhaven entsteht die Samtgemeinde Land Handeln aus dem Zusammenschluss mit der Samtgemeine Am Dobrock.
  • Im Landkreis Cuxhaven entsteht die Gemeinde Cadenberge neu durch einen Zusammenschluss von Cadenberge mit der Gemeinde Gevestorf.
  • Im Landkreis Diepholz erweitert sich der Flecken durch die Gemeinde Süstedt.
  • Im Landkreis Helmstedt schließen sich die Gemeinden Ingeleben, Söllingen und Twieflingen zur neuen Gemeinde Söllingen zusammen.
  • Im Landkreis Hildesheim werden aus den Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinden Freden, Lamspringe, Sibesse jeweils gleichnamige Einheitsgemeinden.
  • Im Landkreis Hildesheim werden die Samtgemeinden Gronau und Duingen aufgelöst. Daraus entsteht die Samtgemeinde Leinebergland, bestehend aus der Stadt Gronau und den Flecken Duingen und Eime.
  • Im Landkreis Wolfenbüttel bilden die Gemeinden Remlingen und Semmenstedt zukünftig die Gemeinde Remlingen-Semmenstedt.

Begrifflichkeiten rund um kommunale Gebietskörperschaften

Eine Gemeinde kann ein kleiner Ort oder eine Stadt sein. Eine Mitgliedgemeinde ist Teil einer Einheits- oder Samtgemeinde. Während eine Einheitsgemeinde alle kommunalen und rechtlichen Aufgaben selbst wahrnimmt, teilen sich die rechtlich selbstständigen Mitglieder einer Samtgemeinde diese Aufgaben. Kreisfreie Städte wie Wolfsburg oder Osnabrück sind nicht in einen Landkreis eingegliedert. Das galt bis zum Entstehen der Region Hannover als Zusammenschluss von der Stadt Hannover mit dem gleichnamigen Landkreis auch für die Landeshauptstadt.

Die aktuellen Zusammenschlüsse haben in erster Linie den Zweck, Aufgaben zu zentrieren und die kommunalen Gliederungen im Interesse der Menschen zu straffen. Experten sehen in solchen Zusammenschlüssen zu größeren Verbunden nicht zuletzt eine Chance, der Überalterung der Bevölkerung durch eine gezieltere Versorgung im ländlichen Raum zu begegnen. Eine Übersichtskarte der Änderungen stellt das Statistische Landesamt als Download bereit.

Foto: Clipdealer

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