Nachrichten aus Deutschland: Haushalt auf dem Weg, während die Koalition streitet

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer
  • Deutschland stimmt nach kontroverser Debatte über seinen Haushalt 2026 ab
  • Der Berliner Gesetzgeber hat sich mit Reformen des Rentensystems des Landes auseinandergesetzt
  • Befeuert wurde die Debatte von jungen Konservativen in der eigenen Partei von Friedrich Merz

  • Bundeskanzler Merz will sich für eine Verschiebung des EU-Verbots von Verbrennungsmotoren ab 2035 einsetzen

„Wir haben einige große Hürden genommen. Ich bin zwar erst um 2.15 Uhr losgefahren, aber es hat sich gelohnt“, sagte Markus Söder, Vorsitzender der bayerischen CSU, am Freitagmorgen im Kanzleramt.

Etwas müde, aber zufrieden wirkte auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der auf der Pressekonferenz neben Söder saß.

„Die Koalition ist handlungsfähig“, sagte die Kanzlerin.

In den letzten Tagen hatte es Zweifel an seiner Regierungsfähigkeit gegeben, vor allem weil eine Gruppe junger Abgeordneter der konservativen Regierungsfraktion ein geplantes Rentengesetz blockieren wollte, das sich ihrer Meinung nach für die jüngeren Generationen als zu kostspielig erweisen würde.

Zu diesem heiklen Thema erklärte die Koalition aus Merz‘ CDU, Söders CSU und den Sozialdemokraten am Freitag, sie werde das Rentengesetz nicht ändern, sondern sich zu einer umfassenden Rentenreform nach 2032 verpflichten.

Ob das den jungen Konservativen reicht, wird sich nächste Woche zeigen – dann soll der Rentenentwurf in den Bundestag eingebracht werden.

Die Koalition verfügt nur über eine Mehrheit von 12 Stimmen, und mindestens 18 konservative Parlamentsabgeordnete äußerten entschiedenen Widerstand gegen den Gesetzentwurf. Es könnte also eine knappe Abstimmung werden.

Merz wiederum sagte, er rechne „mit der Zustimmung“.

Es wird erwartet, dass die Parlamentarier am Freitag in Berlin nach monatelangem Streit den deutschen Haushalt für 2026 verabschieden. Der diesjährige Haushalt weicht von den vergangenen Jahren ab, da er nach Jahrzehnten ausgeglichener Haushalte stark auf Kreditaufnahme zur Finanzierung umfangreicher Programme angewiesen ist und dazu aufruft, an der sogenannten „schwarzen Null“-Politik festzuhalten, keine neuen Schulden aufzunehmen.

Der vom Haushaltsausschuss des Landes genehmigte Plan sieht insgesamt 524 Milliarden Euro (607,7 Milliarden US-Dollar) vor, wovon 97,9 Milliarden Euro als Kredite vorgesehen sind. Rund 58,3 Milliarden Euro werden außerdem im Rahmen einer im März verabschiedeten Sonderhaushaltsmaßnahme in neue Infrastrukturinvestitionen fließen, die von früheren Vorschriften zur Einschränkung der Schuldenausgabe ausgenommen ist.

Die sogenannte „Schuldenbremse“ Deutschlands, von der Sondervermögen ausgenommen sind, begrenzt die Neuverschuldung auf 0,35 % des BIP.

Deutschland hat seine Investitionen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 10 % erhöht und sie bis 2026 auf 126,7 Milliarden Euro erhöht.

Die Gesamtneuverschuldung aus Haushalts- und Sondervermögen wird bei rund 180 Milliarden Euro liegen, ein Betrag, der nur auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie übertroffen wurde.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert, dass das Haushaltsdefizit Berlins im Jahr 2027 auf 4 % des BIP ansteigen wird, wobei die Verschuldung voraussichtlich auf 68 % steigen wird – den niedrigsten Wert in der G7.

Guten Tag aus der DW-Redaktion hier in Bonn!

Heute verfolgen wir Nachrichten aus Berlin, wo der Gesetzgeber seit Monaten über den Haushalt streitet und über dessen endgültige Verabschiedung abstimmen wird. Die Abstimmung erfolgt nach internen Machtkämpfen im konservativen Block, wo der Jugendflügel an einer Anpassung der vorgeschlagenen Rentenreformen interessiert war.

Berichten zufolge drängen deutsche Politiker die EU auch dazu, ihren Plan, neue Verbrennungsmotoren nach 2035 zu verbieten, aufgrund verschärfter Abgasgesetze abzuschwächen.

Bleiben Sie bei uns, wenn wir Sie am 28. November über die Ereignisse des Tages in Europas größter Volkswirtschaft auf dem Laufenden halten.

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