Ein Hotel im süddeutschen Bundesland Bayern geriet wegen einer Nachricht, in der einem israelischen Gast die Reservierung verweigert wurde und die eine Nachricht enthielt, die an die Nazizeit erinnerte, heftig in die Kritik.
Der Fall kam ans Licht, als Israels Generalkonsulin in Süddeutschland, Talya Lador, die Ablehnungsnachricht auf X veröffentlichte.
„Sind wir in die 1930er Jahre zurückgekehrt?“ Lador schrieb auf Deutsch.
Ein Screenshot in ihrem Beitrag zeigt eine englischsprachige Nachricht des Hotel zum Hirschen in Bayern, in der dem Empfänger mitgeteilt wird, dass „in unserem Hotel keine Juden erlaubt sind“.
Hotel entschuldigt sich für „bedauerlichen Fehler“
Das im Bayerischen Wald nahe der tschechischen Grenze gelegene Hotel entschuldigte sich inzwischen bei dem Gast und bot ihm und seiner Familie einen kostenlosen einwöchigen Aufenthalt an, „um uns persönlich kennenzulernen und Ihnen zu beweisen, dass wir keine schlechten Menschen sind, die andere diskriminieren“.
Der E-Mail zufolge kämpft das Hotel seit einiger Zeit mit betrügerischen Buchungen und Phishing-Versuchen, dabei sollen Kundendaten gestohlen worden sein.
Auch bei der Anfrage aus Israel sei fälschlicherweise davon ausgegangen worden, dass es sich um eine Fake-Buchung handele, teilte das Hotel mit.
„Es ist uns äußerst wichtig, dass Sie verstehen, dass sich diese Bemerkung nicht an Menschen jüdischen Glaubens richtete, sondern aus Frust über die zahlreichen gefälschten Buchungen erfolgte“, heißt es in dem Entschuldigungsschreiben. „Trotzdem war dies inakzeptabel und darf in einem professionellen Betrieb nicht passieren.“
Aufruf zur Antisemitismus-Untersuchung
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat eine Untersuchung des Vorfalls gefordert.
Außerdem reichte der Tourist eine Beschwerde bei der Abteilung zur Bekämpfung von Antisemitismus des Bayerischen Justizministeriums ein, so die Bundeszeitung Die Welt gemeldet. Eine Entscheidung darüber, ob die Nachricht zu einem formellen Verfahren führen würde, sei Medienberichten zufolge noch nicht gefallen.
In einer Erklärung berichtet von Die Weltnannte der Hotelbesitzer die Antwort auf die Reservierung einen „bedauerlichen Fehler“ und führte sie auf menschliches Versagen zurück.
Nach Angaben der Familie Sperl-Vogl erhielt das Hotel seit Bekanntwerden des Vorfalls Drohungen und Mordaufrufe.
Booking.com habe das Hotel von der Plattform entfernt, sagte Vogl.
Herausgegeben von: Zac Crellin
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