Sportlern, die Doping durch den ostdeutschen Staat ausgesetzt waren, fehlten „keine geeigneten Mittel zur Unterstützung, obwohl die Betroffenen weiterhin dringend Hilfe benötigen“, hieß es am Mittwoch in einem neuen Bericht.
Die Ergebnisse wurden von Evelyn Zupke, der Beauftragten der Bundesregierung für Opfer der sozialistischen Diktatur, in der Gedenkstätte Hohenschönhausen, einer ehemaligen Haftanstalt der Stasi, der DDR-Geheimpolizei, vorgestellt.
Dem Bericht zufolge stelle Zwangsdoping einen „eklatanten Missbrauch politischer Macht“ dar, der Sportler „zu bloßen Objekten staatlicher Maßnahmen degradiere und damit ihre Menschenwürde schwer verletze“.
Zupke forderte Änderungen der geltenden Gesetzgebung, um sicherzustellen, dass Opfer Zugang zu angemessener Unterstützung haben.
In einem separaten Bericht im Januar sagte Zupke, sie sei „überzeugt, dass die Auseinandersetzung mit den Folgen des staatlich geförderten Dopings in der DDR nicht nur Sache der Betroffenen und der Historiker ist.“
„Es ist ebenso wichtig für das Selbstverständnis Deutschlands als begeisterte und erfolgreiche Sportnation“, sagte sie und verwies auf die Bewerbung Deutschlands um die Ausrichtung der Olympischen Spiele in den nächsten Jahrzehnten.
Warum hat Ostdeutschland seine Sportler gedopt?
Das sozialistische Ostdeutschland führte 1974 ein umfassendes staatlich gefördertes Dopingprogramm ein.
Ziel war es, der DDR zu mehr Medaillen bei internationalen Wettbewerben zu verhelfen, die dann als Beweis für die Leistungsfähigkeit des Staates gefeiert werden konnten.
Bis 1989 wurden schätzungsweise 10.000 bis 15.000 jungen Menschen systematisch leistungssteigernde Substanzen – überwiegend anabole Steroide – verabreicht, oft ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung. Einige waren erst 13 Jahre alt.
Doping trug dazu bei, Ostdeutschland zu einer Sportmacht zu machen, wobei das Land sowohl bei den Olympischen Spielen 1976 als auch 1980 die zweithöchste Anzahl an Medaillen gewann.
Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 kam das volle Ausmaß des Dopingprogramms zum Vorschein und warf einen Schatten auf die sportlichen Erfolge Ostdeutschlands.
„Der Schatten der Diktatur ist lang“
Über das Doping hinaus bewertete Zupke in seinem Bericht positiv die Anfang 2025 verabschiedeten Gesetze, die den Opfern des DDR-Regimes Entschädigungen vorsahen.
„Unser wiedervereinigtes Land ist auf dem richtigen Weg, den Opfern der SED-Diktatur bestmögliche Unterstützung und Anerkennung zukommen zu lassen“, sagte Zupke mit Blick auf die regierende Sozialistische Einheitspartei.
„Doch der Schatten der Diktatur ist lang: Viele Opfer leiden noch immer unter den gesundheitlichen Folgen.“
Herausgegeben von: Zac Crellin
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