Rathaus Hannover

Sehenswürdigkeit in der Landeshauptstadt

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 05.09.2018
Das neue Rathaus in Hannover bei Nacht

Prachtvoll und majestätisch wie ein Schloss präsentiert sich das Rathaus der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, das Wahrzeichen und eine der bedeutenden touristischen Attraktionen ist. Hier haben Stadtverwaltung und Bürgermeister ihren Sitz.

Es findet sich am Südrand der Innenstadt, integriert in den Maschpark und angrenzend an den Maschsee, ebenfalls beliebte Ausflugsziele für Einheimische und Besucher der Stadt. Das Rathaus steht zur Besichtigung offen und bietet mit dem weltweit einmaligen Bogenaufzug zur Kuppel nicht nur eine einmalige Erlebnisfahrt, sondern auch einen fantastische Ausblick über die Stadt.

Streng genommen hat Hannover zwei Rathäuser, ein altes im historischen Stadtkern und das neue am Maschsee. Daher wird der Verwaltungs- und Bürgermeistersitz als Neues Rathaus bezeichnet. Kurioserweise wirkt das Neue Rathaus, aufgrund seines Baustils, älter als das Alte Rathaus, das der älteste Profanbau der Stadt und ein eindrucksvolles Zeugnis der Norddeutschen Backsteingotik ist.

Das Alte Rathaus in der Altstadt

Zusammen mit der angrenzenden Marktkirche und den historischen Gebäuden am Marktplatz und in der Marktstraße gilt das Alte Rathaus als Paradebeispiel für die südlichste Gebäudegruppe norddeutscher Backsteingotik. Als Baujahr des ersten Rathauses der Stadt wird das Jahr 1410 angeben. Die eigentliche Bauzeit dauerte jedoch nahezu hundert Jahre, denn der ursprüngliche Bau erfuhr im Laufe der Jahrhunderte Erweiterungen durch den Marktflügel und den Apothekenflügel. Den Abrissplänen im Jahre 1844 stellten sich die Bürger und der Architekt Conrad Wilhelm Hase vehement entgegen und hatten Erfolg. Unter der Federführung Hases wurden die beiden Flügel saniert, was das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder in seinem alten Glanz erstrahlen ließ.

Bis 1863 war das Alte Rathaus auch Stammsitz der Stadtverwaltung, die zunächst in das Wangenheimpalais und schließlich 1913 in das neu erbaute Rathaus umzog. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden aufwendige Rekonstruktionen notwendig, um das Schmuckstück zu erhalten. Heute vereint das altehrwürdige Gebäude Vergangenheit und Gegenwart. Die Räumlichkeiten werden für kulturelle und kulinarische Events sowie Tagungen oder Seminare genutzt. Angegliedert ist ein Restaurant. Da sich auch das Standesamt im Gebäude befindet, können sich Brautpaare hier nicht nur trauen lassen, sondern gleich im stilvollen Ambiente (z. B. im Festsaal) mit ihren Gästen feiern.

Das Neue Rathaus

Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ruf nach einem neuen, größeren Rathaus laut, das die bis dato zahlreich in der Stadt verstreuten Behörden und Ämter endlich unter einem Dach vereinte. In der Zeit von 1901 bis 1913 entstand das Neue Rathaus, das zusammen mit der Anlage des Maschparks geplant wurde. Knapp 98 Meter hoch, 129 Meter lang und 67 Meter breit thront das Bauwerk aus Sandstein auf 6.026 Buchenpfählen.

Dass der Bau seitjeher eher einem prachtvollen Schloss als einem nüchternen Verwaltungsgebäude gleicht, ist dem Anspruch des damaligen Stadtdirektors Heinrich Tramm, der etwas ganz Besonderes im Auge hatte, zu verdanken. Das Rathaus wurde im Stil des so genannten Eklektizismus errichtet. Dieser Baustil vereint Elemente verschiedene Bau- und Kunststile zu einer neuen Einheit. So ist das Neue Rathaus ein Meisterwerk seiner Art im Mix aus Historismus, Neorenaissance und Jugendstil, das der Demokratie, den Bürgern und den Handwerkszünften mit aufwendig und kunstvoll gestalteten Mosaiken, Skulpturen, Wandmalereien huldigt. Mehr als zehn Millionen Mark wurden in den wilhelminischen Prachtbau seinerzeit investiert.

Das Neue Rathaus ist praktisch-funktionaler Ort der Verwaltung, Tagungsstätte der politischen Gremien, dient für Empfänge und bildet eine bedeutende Sehenswürdigkeit der Stadt ab. In der eindrucksvollen Empfangshalle, die 30 Meter hoch und lang sowie 21 Meter breit ist, staunen die Besucher nicht schlecht und können sich anhand von verschiedenen Modellen der Stadt über die Stadtentwicklung vom Mittelalter bis in die Gegenwart informieren. Auch Wechselausstellungen werden im Neuen Rathaus gezeigt. Im Rahmen von Führungen ist der „Hodlersaal“ mit dem gigantischen Wandbild des Künstlers Ferdinand Hodler zugänglich. Das Bistro Gartensaal mit Blick auf Maschsee und Maschteich im gleichnamigen historischen Raum verwöhnt mit kulinarischen Spezialitäten.

Mit dem Bogenaufzug zum höchsten Punkt des Rathauses

Einmalig zeigt sich der Bogenaufzug, der die Besucher zum höchsten Punkt des Rathauses direkt unter das Kuppeldach bringt. Mit dieser weltweit einzigartigen Konstruktion eröffnet sich ein Aufzugerlebnis der ganz besonderen Art, denn zunächst geht es senkrecht nach oben und dann in einem Winkel von 17 Grad weitere 50 Meter in die Höhe. Durch ein Fenster im Dach der Aufzugskabine wird die Auffahrt spannend authentisch. Für ganz Mutige findet sich zudem ein Fenster im Boden der Kabine, das sich auf Knopfdruck öffnen lässt. Am Ziel angekommen, bietet sich ein spektakulärer Ausblick in fast 100 Metern Höhe über die Gesamtstadt und bei klarer Witterung sogar bis in den Harz. Von Ende März bis Mitte November steht der Bogenaufzug zur Verfügung. Die Auffahrt ist kostenpflichtig.

Foto: Clipdealer

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