Nachrichten aus Deutschland: Merz empfängt syrischen Staatschef trotz Kritik

von Otto Hofmann
3 Minuten Lesedauer
  • Der syrische Präsident al-Sharaa besucht Deutschland zu Gesprächen mit Merz
  • Nach Angaben der Berliner Polizei wurden Kriminelle aus dem Ausland eingeflogen, um Straftaten zu begehen

Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der Top-Nachrichten aus und über Deutschland vom Samstag, 17. Januar und Sonntag, 18. Januar:

Der Berliner Polizeipräsident sagt, Syndikate in der Stadt würden Kriminelle aus Übersee einfliegen, um Gewalt und Erpressung auszuüben.

„Hierfür werden gezielt junge Männer im Ausland rekrutiert“, sagte die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel der Deutschen Presse-Agentur.

„Sie reisen mit einem kurzfristigen Touristenvisum ein und begehen dann hier Verbrechen, für die sie angeheuert wurden“, erklärte Slowik Meisel.

Sie sagte, einige der Rekrutierten sprachen kaum Deutsch und seien kurz nach den Vorfällen verschwunden.

„Entweder sind die Auftraggeber im Ausland ansässig und wollen auf dem kriminellen Berliner Markt für illegale Geschäftspraktiken Fuß fassen, oder die Aufträge werden von Teilen der hier ansässigen organisierten Kriminalitätsstrukturen erteilt“, sagte Slowik Meisel der DPA.

Die Kommentare kommen, nachdem die Polizei in der deutschen Hauptstadt einen Anstieg der Gewalt zwischen rivalisierenden Banden in der Stadt registriert hat.

„Wir haben eine Zunahme der Schießereien festgestellt“, sagte sie. „Außerdem wurde im Dezember nachts als Drohung eine Handgranate in eine Kneipe geworfen.“

Slowik Meisel sagte, dass sich die Gewalt auf Revierkämpfe zwischen rivalisierenden Drogenhandelssyndikaten und Erpressern lokaler Unternehmen konzentrierte.

Die Polizeichefin der Stadt sagte, die Polizei habe Razzien durchgeführt und Festnahmen vorgenommen, forderte jedoch, dass den Beamten, die illegale Schusswaffen untersuchen, weitere Befugnisse eingeräumt würden.

„Nach unserer Erfahrung deutet der Fund einer illegal gehaltenen Schusswaffe immer auf eine Beteiligung an der organisierten Kriminalität hin.“

Syriens Interimspräsident Ahmed al-Sharaa wird am Montag zu einem zweitägigen Besuch in Berlin eintreffen, bei dem es um die Rückkehr syrischer Flüchtlinge und die anhaltende Gewalt in seinem Land geht.

Am Dienstag soll er Bundeskanzler Friedrich Merz treffen und Gespräche mit Wirtschaftsführern, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Außenminister Johann Wadephul führen.

„Wir haben ein Interesse daran, die Beziehungen zu vertiefen und, wenn Sie so wollen, einen Neuanfang mit der neuen syrischen Regierung zu wagen“, sagte ein Sprecher der deutschen Regierung.

Merz lud al-Sharaa im vergangenen November ein, um Rückführungspläne nach dem Sturz von Bashar al-Assad Ende 2024 zu besprechen. Deutschland beherbergt Hunderttausende Syrer, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind.

Al-Sharaa, der im Januar 2025 Übergangspräsident wurde, hat versucht, die Beziehungen zum Westen wieder aufzubauen. Doch die jüngsten Zusammenstöße in Aleppo und Angriffe auf Minderheiten geben Anlass zur Sorge, Hunderte Tote wurden gemeldet.

Sein Besuch stieß bei kurdischen und alawitischen Gruppen in Deutschland auf Kritik und warf seiner Regierung gewaltsame Unterdrückung vor.

„Die entscheidende Frage bleibt, wie der politische Übergang gestaltet wird, damit alle gesellschaftlichen Gruppen in Sicherheit leben und gleichberechtigt am politischen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, sagte der Sprecher der Bundesregierung.

„Es ist eines der Schlüsselthemen, die wir mit der syrischen Regierung besprechen.“

Guten Tag aus einem sonnigen Bonn, ja, wir freuen uns riesig über Sonnenschein im Winter!

Aber nur weil die Sonne scheint, muss es nicht unbedingt warm sein, wie dieses Bild von Bundeskanzler Friedrich Merz beim Bundesligaspiel zwischen Borussia Dortmund und St. Pauli zeigt.

 BVB-Präsident Hans Joachim Watzke und Bundeskanzler Friedrich Merz schauen sich am 17. Januar 2026 das Bundesligaspiel Borussia Dortmund gegen den FC St. Pauli an
Bundeskanzler Friedrich Merz schaut sich ein Bundesligaspiel in Dortmund an

Apropos Merz: Er wird nächste Woche den syrischen Interimspräsidenten Ahmed al-Sharaa treffen. Der syrische Führer, der einst als Anführer einer damals als Terrororganisation bezeichneten Organisation verhaftet worden wäre, wird sich zwei Tage lang in der deutschen Hauptstadt aufhalten und mehrere hochrangige Regierungsbeamte treffen.

Apropos Berlin: Die dortige Polizei warnt davor, dass Syndikate in der Stadt Kriminelle aus Übersee einfliegen, um Gewalt und Erpressung auszuüben.

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