In Deutschland schließen sich Tausende pro-kurdischen Protesten an

von Otto Hofmann
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Tausende Menschen beteiligten sich am Dienstagabend an pro-kurdischen Demonstrationen in mehreren deutschen Städten, darunter Dortmund, Frankfurt und Bremen, als es erneut zu Zusammenstößen zwischen kurdischen Kräften in Syrien und dem Militär des Landes kam.

Den größten Zustrom verzeichnete die mitteldeutsche Stadt Frankfurt, an der nach Angaben der Polizei etwa 5.000 Menschen teilnahmen.

Dortmund im Westen Deutschlands zog nach Angaben der dortigen Polizei rund 4.000 Menschen an. Die meisten Demonstranten in Dortmund seien friedlich gewesen, teilte die Polizei mit, doch am Rande sei es zu Zusammenstößen gekommen und es sei Pyrotechnik gezündet worden.

Die Polizei stellt sich am 20. Januar 2026 entlang einer Straße in Dortmund mit Kampfausrüstung auf.
Die Polizei sagte, die meisten Demonstranten in Dortmund seien friedlich gewesen

Die Polizei löste eine Demonstration in Stuttgart auf, an der rund 2.000 Menschen teilnahmen, nachdem Demonstranten Flaschen und Pyrotechnik auf die Polizei geworfen hatten. Die Beamten reagierten mit Pfefferspray.

Nach Angaben der Polizei in Hannover beteiligten sich mindestens 1.600 Menschen an einer Demonstration, die nach etwa zwei Stunden wegen unkooperativen Verhaltens der Behörden aufgelöst wurde. Die Teilnehmer warfen Pyrotechnik auf Beamte und bedeckten ihre Gesichter, teilte die Polizei mit.

Weitere Kundgebungen fanden in Aachen, Düsseldorf und Münster statt.

Schätzungsweise 1,3 Millionen Kurden leben in Deutschland. Während die Mehrheit aus der Türkei stammt, kommen andere laut Mediendienst Integration, einer deutschen Plattform für Migrationsinformationen, aus Syrien, dem Irak und dem Iran.

Proteste wegen Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und kurdisch geführten Kräften in Syrien

Die Kundgebungen protestierten gegen Zusammenstöße in Syrien zwischen den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften und syrischen Regierungstruppen.

Die Kämpfe zwischen den beiden Seiten haben sich in den letzten Tagen verschärft, als Regierungstruppen in Gebiete vordrangen, die seit Jahren unter der Kontrolle der SDF stehen.

Es findet inmitten eines Streits über die Integration der zuvor autonomen kurdischen Gebiete in den Staat nach dem Sturz des ehemaligen syrischen Führers Baschar al-Assad statt.

Die syrische Regierung und die SDF einigten sich am Dienstagabend auf einen neuen Waffenstillstand, der zunächst vier Tage dauern sollte.

Herausgegeben von: Zac Crellin

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