Deutschland: Queer-Schiedsrichter nach viralem Vorschlag angegriffen

von Otto Hofmann
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Der deutsche Fußball-Schiedsrichter Pascal Kaiser sei am Wochenende angegriffen worden, teilte sein Anwalt am Montag lokalen Medien mit.

Kaiser wurde aufgrund einer Körperverletzung ins Krankenhaus eingeliefert. Außerdem postete er auf Instagram ein Foto seines verletzten Gesichts.

Der Angriff ereignete sich vor Kaisers Haus in Köln. Drei unbekannte Männer griffen ihn an, nachdem er eine Zigarette rauchen gegangen war.

Kaiser sorgte weltweit für Schlagzeilen, nachdem er seinem Freund im Rahmen des Diversity-Tages des örtlichen Fußballvereins FC Köln, der während des Bundesligaspiels des Vereins gegen Wolfsburg stattfand, einen Heiratsantrag gemacht hatte.

Nachdem sein Vorschlag viral ging, beschuldigte eine örtliche Kölner Anwaltskammer Kaiser des Betrugs, während er dort gearbeitet hatte, was er jedoch zurückwies.

Das Motiv ist laut Polizei noch unbekannt

Nun behauptete sein Anwalt Moritz Lange, die Anwaltschaft habe die Adresse des 27-Jährigen bekannt gegeben. Die Anwaltskammer selbst bestreitet die Vorwürfe.

Laut Lange erhielt Kaiser viele Drohungen, seit sein Vorschlag viral ging. Der deutsche Schiedsrichter informierte die Polizei über die Drohungen, die daraufhin eine Polizeieinheit entsandte, um Kaisers Haus zu patrouillieren.

„Als (Kaiser) am Samstagabend spazieren ging, erhielt er eine Nachricht: ‚Wir sehen dich und folgen dir. Warte nur, bis die Polizei nicht mehr da ist‘“, sagte Anwalt Lange gegenüber deutschen Medien. Kurz nachdem die Nachricht eingegangen war, seien die drei Männer aufgetaucht und hätten Kaiser angegriffen, sagte Lange.

Die Polizei sagte, die Motive für den Angriff seien weiterhin unklar, da die deutschen Sicherheitsdienste über den Fall informiert seien und mögliche homophobe Hintergründe untersuchten.

Herausgegeben von: Dmytro Hubenko

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