Alexej Nawalny: Unterstützer gedenken des Todestages vor zwei Jahren

von Otto Hofmann
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Zwei Jahre nach dem Tod von Alexej Nawalny würdigten seine Anhänger in Russland und anderen Ländern am Montag den Oppositionellen.

Die Gedenkfeierlichkeiten folgen auf die Veröffentlichung einer Erklärung großer europäischer Regierungen, in der es heißt, Nawalny sei von der Regierung in Moskau mit einem Nervengift ermordet worden.

Wie wird an Nawalnys Tod erinnert?

In mehr als 20 Ländern sind Veranstaltungen geplant. Allein in Deutschland waren Gedenkfeiern in einem Dutzend Städten geplant, darunter Berlin, Hamburg und Leipzig.

Von Nawalnys Witwe Julia Nawalnaja, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin beschuldigt, für die Ermordung ihres Mannes in einer arktischen Strafkolonie verantwortlich zu sein, wurde eine Rede bei einer Kundgebung in Paris erwartet.

In Russland, wo Kundgebungen verboten sind, legten Menschen Blumen an Nawalnys Ruhestätte auf dem Borisovskoe-Friedhof nieder.

Was gibt es Neues zum Tod von Nawalny?

Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Schweden und das Vereinigte Königreich sagen, dass sich in Nawalnys Überresten Spuren des hochwirksamen Toxins Epibatidin befanden.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul gab am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zusammen mit seinen Amtskollegen die Ergebnisse einer multinationalen Untersuchung zum Tod von Nawalny bekannt.

„Russland behauptete, dass Nawalny eines natürlichen Todes gestorben sei. Aber angesichts der Toxizität von Epibatidin und der gemeldeten Symptome war eine Vergiftung höchstwahrscheinlich die Todesursache. Nawalny starb im Gefängnis, was bedeutet, dass Russland über die Mittel, das Motiv und die Gelegenheit verfügte, ihm dieses Gift zu verabreichen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Nawalnys Mutter sagte, sie fühle sich durch die europäische Einschätzung bestätigt, dass ihr Sohn an einer Vergiftung gestorben sei. Sie appellierte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

„Das bestätigt, was wir von Anfang an wussten. Wir wussten, dass unser Sohn nicht einfach im Gefängnis starb, sondern ermordet wurde“, sagte sie Reportern in der Nähe seines Grabes.

„Ich denke, es wird einige Zeit dauern, aber wir werden herausfinden, wer es getan hat. Natürlich wollen wir, dass das in unserem Land passiert, und wir wollen, dass die Gerechtigkeit siegt.“

Was ist das Gift, mit dem Nawalny angeblich getötet wurde?

Epibatidin ist eine starke, schnell wirkende toxische Verbindung, die erstmals in der Haut eines ecuadorianischen Giftfrosches entdeckt wurde. Es greift das Nervensystem an und kann durch Lähmung der Atemmuskulatur zum Tod führen.

Das Interesse der Wissenschaftler wurde geweckt, weil es eine extrem starke Schmerzlinderung bewirkt, indem es auf dieselben Nervenrezeptoren wie Nikotin einwirkt. Studien zufolge hat es eine mindestens 200-mal höhere Wirksamkeit als Morphin.

Obwohl Wissenschaftler seine Eigenschaften als Nicht-Opioid-Schmerzmittel untersucht haben, wurde es nicht klinisch eingesetzt, da der Abstand zwischen einer therapeutischen Dosis und einer tödlichen Dosis zu gering ist.

Die an der Analyse von Navalnys Überresten beteiligten Länder sagen, dass es keine harmlose Erklärung für das Vorhandensein des Toxins geben könne, das in Russland natürlicherweise nicht vorkäme.

Die „russische Regierung“ hat wiederholt jede Verantwortung für Nawalnys Tod während seiner Haft zurückgewiesen. Nach Angaben der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS wurde die jüngste Analyse als „westlicher Propagandaschwindel“ abgetan.

Wer war Alexei Nawalny?

Nawalny war Russlands prominentester Oppositionspolitiker und Antikorruptionsaktivist.

Bekannt wurde er durch die Aufdeckung mutmaßlicher Korruption unter hochrangigen russischen Beamten und staatsnahen Eliten.

Nawalny überlebte 2020 eine Nervengiftvergiftung, die er dem Kreml zuschrieb.

Er kehrte 2021 nach Russland zurück, wurde sofort verhaftet und verbrachte Jahre unter harten Bedingungen im Gefängnis.

Er starb im Februar 2024 in Haft, was zu internationaler Verurteilung und erneuter Prüfung der politischen Unterdrückung Russlands führte.

Herausgegeben von: Srinivas Mazumdaru

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