Der Wal mit dem Spitznamen Timmy, dessen Schicksal Deutschland seit Ende März beschäftigt, wurde am Samstagmorgen in die Gewässer der Nordsee entlassen.
Berichten zufolge schwamm Timmy aus eigener Kraft aus dem mit Wasser gefüllten Spezialtransportkahn.
Das Jungtier überlebte eine tagelange Reise von der deutschen Ostseeküste. Das 12 Meter (fast 40 Fuß) lange Meeressäugetier wurde näher an den Ozean transportiert, da frühere Versuche, ihm beim Wegschwimmen zu helfen, dazu führten, dass das Tier festsaß und sich zunehmend in Not befand.
Doch trotz seiner Ankunft in den salzigeren, kälteren Gewässern vor Nordeuropa bleibt das Leben des Wals in Gefahr, da sich sein Gesundheitszustand während der Strandung verschlechterte.
Wird Timmy sinken oder schwimmen?
Anfang dieser Woche sagte der Meeresbiologe Fabian Ritter der DW, die Retter müssten sicherstellen, dass Timmy mit tiefem Wasser zurechtkomme, bevor sie ihn freilassen.
„Sehen Sie, ein Wal, der mehrere Wochen lang unbeweglich auf dem Boden liegt, wird unter Muskelsteifheit leiden (…) er wird nicht in der unmittelbaren Position sein, um aus dem Lastkahn herauszuschwimmen, sondern nur aktiv und frei und glücklich zu sein“, sagte er.
„Wenn man kleinere Wale hat, die auf dem Boden lagen (…) und man sie wieder flott macht und wieder in tiefere Gewässer setzt, muss man sie eine Zeit lang stützen, um sicherzustellen, dass sie sich natürlich bewegen und tatsächlich schwimmen können. Wenn man das nicht tut, sinken sie zu Boden und ersticken. Das ist also eine echte Gefahr“, warnte er.

Einige Umwelt- und Tierschützer kritisierten die Nordseereise mit der Begründung, der Wal sei zu weit weg und der Transport würde ihn nur zusätzlich belasten.
Die deutschen Behörden hatten die Rettung des Tieres Anfang April aufgegeben, bevor sie später auf öffentlichen Druck hin den neuesten Rettungsplan genehmigten. Die Bemühungen wurden von zwei wohlhabenden Unternehmern finanziert.
Der Ort von Timmys Freilassung liegt in der Nähe von Dänemark. Das dänische Umweltministerium äußerte sich zu der Möglichkeit, dass die Wale an ihren Küsten stranden könnten, und sagte, es plane keine Rettungsmaßnahmen, da Strandungen ein „völlig natürliches Phänomen“ seien und Wale nicht „durch menschliches Eingreifen vor Zerstörung gerettet werden dürften“.
Herausgegeben von: Louis Oelofse
