Kaiserpfalz in Goslar

Ausflugsziel und Sehenswürdigkeit im Harz

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 06.11.2013
Sehenswürdigkeit: Kaiserpfalz in Goslar

In der Stadt Goslar befindet sich die so genannt Kaiserpfalz, ein Gelände mit historisch wertvollen Bauten, die für Niedersachsen, aber auch für Deutschland und die Geschichtsschreibung, einen herausragenden Stellenwert besitzen. Die Kaiserpfalz, die zu Füßen des Rammelberges liegt, zählt zu den Touristenmagneten der Stadt Goslar und wartet mit einer Fülle an Sehenswürdigkeiten.

Die Ursprünge der Kaiserpfalz, von der heute noch drei historische Bauten erhalten sind, gehen auf das Jahr 1005 zurück. Von wichtiger Bedeutung ist der Zeitraum zwischen 1040 und 1050, als Heinrich III., der 1046 zum Kaiser des römisch-deutschen Reiches ernannt wurde, die einst begonnen Bauarbeiten vorantrieb, erweiterte und vollendete. Ursprünglich befanden sich auf dem ca. 61.000 Quadratmeter großen Gelände fünf große Bauten: Das Kaiserhaus, die Stiftskirche St. Simon und Judas mit einer Vorhalle, die Pfalzkapelle St. Ulrich, die Liebfrauenkirche sowie die Pfarrkirche St. Thomas. Auch Wohngebäude, Ställe und Lagerräume waren einst vorhanden. Heute können das Kaiserhaus, die Domvorhalle sowie die Pfalzkapelle besichtigt werden. Die Kaiserpfalz gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Kaiserpfalz im Harz spiegelt 200 Jahre deutsche Geschichte wieder, denn hier residierten die Salierkaiser, es fanden bedeutende Reichsversammlungen und Hoftage statt, Kirchenoberhäupter und Könige trugen in der Kaiserpfalz Goslar ihre Fehden aus. Bedeutendes Wahrzeichen ist das Kaiserhaus aus dem 11. Jahrhundert mit dem Reichssaal, der ca. 800 qm groß ist. Dort finden sich die einzigartigen Wandbilder von Hermann Wislicenus, die detailliert und in Farbenpracht besondere Stationen des Heiligen Römischen Reiches wiedergeben. Im Erdgeschoß des Kaiserhauses werden bedeutende Kunstschätze wie der Kaiserthron ausgestellt.

Vom hohen Stellenwert der Kirche zur Zeit Heinrichs III. erzählt die Domvorhalle der ehemaligen Stiftskirche St. Simon und Judas. Viele Kirchenvertreter erlangten ein hohes politisches Ansehen und wurden zu einflussreichen Beratern. Die Domvorhalle ist das Überbleibsel der 1820 abgerissenen Stiftskirche und zeigt eindrucksvolle Architektur. Highlight sind die Sandsteinschranken des Goslarer Kaiserstuhls. Auch die Pfalzkapelle St. Ulrich hat die Zeit überstanden und beherbergt einen außergewöhnlichen Schatz: das Herz von Heinrich III.

Besucher können sich in Führungen die Geschichte der Kaiserpfalz näher bringen lassen, es werden auch thematische Führungen und Veranstaltungen angeboten. Die Kaiserpfalz ist von April bis Oktober und November bis März geöffnet, an Heiligabend und Neujahr ist das Areal geschlossen. Im Landkreis Goslar sind weitere Sehenswürdigkeiten zu finden, sodass sich auch ein Kurzurlaub lohnt.

Foto: Clipdealer

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