Bundestagswahl 2017 - Ergebnisse aus Niedersachsen

Landesergebnis und Wahlkreise

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 24.09.2017
Bundestagswahl 2017 - Ergebnisse aus Niedersachsen

Die Bundestagswahl 2017 vom 24. September ist zurecht als Zäsur zu bezeichnen. Die Regierungsparteien haben extreme prozentuale Stimmenverluste zu verzeichnen. In Niedersachsen entsandten die Wahlberechtigten in 30 Wahlkreisen ebenso viele Direktkandidaten sowie über die Zweitstimme weitere Abgeordneten der Landeslisten in den Bundestag. Ohne Überhang- und Ausgleichsmandate schickt Niedersachsen insgesamt wenigstens 59 Abgeordnete in das Parlament. Die Ergebnisse der Wahl weichen in Details vom Bundestrend ab.

Das bundesweite Ergebnis der Bundestagswahl 2017

Die CDU fuhr mit einem deutlichen Verlust das desolateste Ergebnis bei einer Bundestagwahl seit 1949 ein. Die SPD erlitt ebenfalls starke Verluste. Die kleinen Parteien sind die Gewinner der Wahl. Die große Koalition ist damit deutlich abgewählt. SPD-Vorsitzender Martin Schulz kündigte an, dass seine Partei in die Opposition gehen wird. Sie steht damit für eine erneute große Koalition nicht zur Verfügung. Zugleich nimmt Sie demnach im Bundestag die Rolle der Oppositionsführung als stärkste Nicht-Regierungspartei ein, die sonst die AfD erhalten würde. Diese wartete am Morgen nach der Wahl mit einer Überraschung auf. Parteivorsitzende Frauke Petry wird nicht der AfD-Fraktion angehören. Damit zeichnet sich in der Partei ein heftiger Machtkampf ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel dagegen muss nun mit der wieder eingezogenen FDP und Bündnis 90/Die Grünen eine Koalition schmieden. Das ist nicht nur wegen der Differenzen der beiden kleinen Parteien schwierig, sondern auch wegen der inhaltlichen Ausrichtung der Schwesterpartei CSU. Diese erreichte in Bayern ebenfalls ein desaströses Ergebnis. So gehen CDU/CSU deutlich geschwächt in ohnehin schwierige Verhandlungen. Kanzlerin Merkel zeigte sich in ersten Reaktionen dennoch zuversichtlich, eine handlungsfähige Regierung bilden zu können. Bis zur Konstitutionierung des Bundestags und bis zur Wahl des Bundestagspräsidenten sowie zur Vereidigung einer neuen Regierung können noch einige Wochen vergehen. So lange bleibt die bisherige Regierung im Amt.

Bundestagswahl 2017: die Wahlergebnisse aus dem Bund

  • CDU/CSU: 32,9 % (- 8,6), 246 Sitze
  • SPD: 20,5 % (- 5,2), 153 Sitze
  • Die Linke: 9,2 % (+ 0,6), 69 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen: 8,9 % (+ 0,5), 67 Sitze
  • FDP: 10,7 % (+ 5,9), 80 Sitze
  • AfD: 12,6 % (+ 7,9), 94 Sitze
  • Sonstige: 5,0 %

Die amtlichen Ergebnisse sind auf der Webseite des Bundeswahlleiters veröffentlicht.

Bundestagswahl 2017 - Ergebnisse aus Niedersachsen

Die Landesergebnisse aus Niedersachsen haben Experten und Politiker mit Spannung erwartet. Denn hier steht am 15. Oktober 2017 die vorgezogene Landtagswahl an. Die Niedersachsen stimmten hier etwas moderater ab. So liegen CDU und SPD näher beisammen, die AfD hat deutlich weniger Anteile errungen. Eine Tendenz für die Landtagswahl lässt sich daher nicht aus den Wahlergebnissen herauslesen, denn bei dieser schnitt die SPD zuletzt häufig besser als bei Bundestagswahlen ab. Dennoch würde eine Regierungsbildung für beide großen Parteien schwer, denn es zögen voraussichtlich sechs Parteien ins Parlament.

Für die Bundestagswahl gab es für die CDU in Niedersachsen ein moderat besseres Ergebnis als im Bundesschnitt, gleiches gilt für die SPD. Dennoch mussten beide Parteien auch auf Landesebene herbe Verluste gegenüber der Bundestagswahl 2013 hinnehmen. Etwas weniger als im Bund gab es für die kleinen Parteien. Diese konnten hier bis auf Bündnis 90/Die Grünen deutlich zulegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,5 %. Das ist ein Plus von drei Prozentpunkten.

Landesweite Ergebnisse aus Niedersachsen der Bundestagswahl 2017

  • CDU: 34,9 % (- 6,2)
  • SPD: 27,4 % (- 5,7)
  • Die Linke: 6,9 % (+ 1,9)
  • Bündnis 90/Die Grünen: 8,7 % (- 0,1)
  • FDP: 9,3 % (+ 5,1)
  • AfD: 9,1 % (+ 5,4)
  • Sonstige: 3,6 % (+ 0,8)

Bundestagswahl 2017: interessante Ergebnisse aus den Wahlkreisen in Niedersachsen

In der Landeshauptstadt Hannover lag die SPD traditionell vor der CDU, aber mit 26,5 % gegenüber 25,8 % haben beide Parteien deutlich weniger Stimmen erreichen können. Die Linke erzielte 10,7 %, Bündnis90/Die Grünen 13,6 %, die FDP 10,1 % und die AfD 8,3 %. Im Wahlkreis 42 errang SPD-Kandidatin Yasmin Fahimi von der SPD das Direktmandat deutlich vor Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Auch der zweite Wahlkreis (41) in der Landeshauptstadt gewann mit Kerstin Tack die SPD-Kandidatin. Außenminister Siegmar Gabriel zog wieder als Direktkandidat in den Bundestag ein. Er gewann seinen Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel erneut klar und hatte gegen den Bundestrend nur geringe Verluste zu verzeichnen.

Die CDU erzielte das beste Ergebnis mit 53,1 % in Cloppenburg-Vechta, während sie das schlechteste Wahlergebnis mit 24,4 % im Wahlkreis Hannover Stadt II erzielte (Wahlkreis 42, s. o.). Die SPD hatte den größten Zuspruch mit 37,8 % im Wahlkreis Aurich-Emden, die geringsten Anteile mit 17,8 % in Cloppenburg-Vechta. Die Linke ist traditionell in Städten stark und errang in Hannover Stadt II 12,0 Prozent, in Cloppenburg-Vechta dagegen nur 4,4 %. Bündnis 90/Die Grünen waren ebenfalls in Hannover Stadt II mit 14,9 % am stärksten und in Cloppenburg-Vechta mit 5,1 % am schwächsten. Die FDP holte die meisten Prozentpunkte im Wahlkreis Harburg mit 11,7 %. In Aurich-Emden kamen die Liberalen nur auf 7,1 %. Die AfD holte in Salzgitter-Wolfenbüttel mit 12,3 % ihr bestes Ergebnis, in Mittelems dagegen nur 5,4 %.

Eine komplette Übersicht über die Wahlkreise aus Niedersachsen ist auf der Webseite des Landeswahlleiters veröffentlicht. Diese finden Sie hier.

Foto: Clipdealer

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