Deutschland hat sich verpflichtet, im Laufe des nächsten Jahrzehnts eine Milliarde Euro (1,15 Milliarden US-Dollar) zum neuen globalen Regenwaldfonds Brasiliens beizutragen.
Das kündigte die brasilianische Umweltministerin Marina Silva am Mittwoch auf der UN-Klimakonferenz in Belem an.
Die erhebliche Unterstützung aus Berlin geht an die Tropical Forest Forever Facility (TFFF) von Präsident Luiz Inacio Lula da Silva.
Dabei handelt es sich um einen Mechanismus, der darauf abzielt, Länder für die Erhaltung ihrer Regenwälder zu belohnen und diejenigen zu bestrafen, die die Abholzung verstärken, basierend auf Satellitenüberwachung.
„Hier geht es um den Schutz der tropischen Regenwälder, der Lunge unseres Planeten“, sagten Bundesumweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan in einer Erklärung.
Was hofft Brasilien mit dem TFFF zu erreichen?
Das südamerikanische Land schätzt, dass der Fonds letztendlich ein Volumen von 125 Milliarden US-Dollar erreichen könnte und nach einer anfänglichen Anlaufphase jährlich etwa 4 Milliarden US-Dollar ausschüttet, was fast einer Verdreifachung der aktuellen internationalen Forstfinanzierung entspricht.
Regenwälder gelten als die „grünen Lungen“ des Planeten, da sie erhebliche Mengen an Treibhausgasen absorbieren.
Sie tragen auch zur Abkühlung der Atmosphäre bei und beherbergen eine enorme Artenvielfalt, sind jedoch einem zunehmenden Druck durch Landwirtschaft, Weidelanderweiterung und Bergbau ausgesetzt.
Norwegen hat bereits drei Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren zugesagt, während Brasilien und Indonesien planen, jeweils eine Milliarde US-Dollar hinzuzufügen.
Zu den Gründungsmitgliedern der Initiative zählen Brasilien, Kolumbien, Ghana, die Demokratische Republik Kongo, Indonesien und Malaysia.
Die TFFF wird von einem 18-köpfigen Vorstand überwacht, der zu gleichen Teilen aus Regenwaldnationen und Geberländern besteht, wobei zunächst die Weltbank als Treuhänder fungiert.
Bis zu 70 Entwicklungsländer könnten von dem Fonds profitieren, wobei es den Empfängern freisteht, über die Verwendung des Geldes zu entscheiden, wenn mindestens 20 % an indigene Völker und traditionelle Gemeinschaften gehen.
Bei der offiziellen Einführung Anfang November hatten bereits 53 Länder – darunter 19 potenzielle Investorenstaaten – ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht.
Brasilien hofft, dass wohlhabende Länder zunächst 25 Milliarden US-Dollar bereitstellen, weitere 100 Milliarden US-Dollar werden aus privaten Quellen erwartet. Nach den Regeln des Fonds sind Investitionen im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen ausgeschlossen.
Herausgegeben von Sean Sinico
