Die Europäische Kommission hat Ermittlungen gegen die deutsche Börse Deutsche Börse und Nasdaq in den USA wegen des Verdachts illegaler Derivatehandelspraktiken angekündigt.
„Wir untersuchen, ob die Deutsche Börse und Nasdaq möglicherweise zusammengearbeitet haben, um den Wettbewerb um die Notierung, den Handel und das Clearing bestimmter Finanzderivate zu vermeiden“, sagte EU-Kommissarin Teresa Ribera, die für die Durchsetzung der Wettbewerbsregeln zuständig ist, am Donnerstag.
Dies folgt auf unangekündigte Inspektionen durch Ermittler der Kommission im September 2024 in den Büros der Deutschen Börse und der Nasdaq.
Die Kommission erklärte in einer Pressemitteilung außerdem, dass sie befürchte, dass die beiden Unternehmen möglicherweise die Nachfrage aufgeteilt, Preise koordiniert und wirtschaftlich sensible Informationen ausgetauscht hätten.
„Sollte dieses Verhalten nachgewiesen werden, könnte es gegen EU-Wettbewerbsregeln verstoßen, die Kartelle und restriktive Geschäftspraktiken verbieten“, sagte die Kommission, betonte jedoch auch, dass die Einleitung einer Untersuchung nicht zwangsläufig einen Verstoß gegen die Regeln bedeute.

Was sind Derivate?
Bei Derivaten handelt es sich nicht um Aktien, sondern sie werden oft über Aktienmärkte gehandelt und basieren oft auf dem Wert von Aktien oder anderen Vermögenswerten, wie Fremdwährungen, Nahrungsmitteln oder Öl.
Dabei handelt es sich um einen Finanzvertrag zwischen einer oder mehreren Parteien, dessen Wert je nach Preis eines oder mehrerer Basiswerte schwankt. Sie ermöglichen es Händlern und Anlegern, sich gegen Risiken abzusichern, über den zukünftigen Preis eines Vermögenswerts zu spekulieren (z. B. durch Wetten auf einen Aktienkurs, von dem Sie erwarten, dass er in einem bestimmten Zeitraum fallen oder steigen wird) oder eine Position zu nutzen.
Der Handel mit Derivaten ist global und schwer zu regulieren, weil sie komplex sind, weil sie auch außerbörslich statt an den Börsen gehandelt werden können und weil es schwierig ist, sie genau zu bewerten.
Nach Angaben der Kommission betreibt die Gruppe Deutsche Börse die größte Terminbörse im Europäischen Wirtschaftsraum, zu dem die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen gehören.
Der in den USA ansässige globale Finanzdienstleistungs- und Technologieanbieter Nasdaq betreibt Börsen in den USA und Europa.
Eine Sprecherin der Deutschen Börse sagt, die Zusammenarbeit sei dazu gedacht, den Wettbewerb zu fördern
Sie sagte, die Unternehmen arbeiteten konstruktiv mit den Behörden in Brüssel zusammen und die Untersuchung befinde sich in einem frühen Stadium. Sie sagte, die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Börse und der Nasdaq sei Teil einer Vereinbarung aus dem Jahr 1999 gewesen, die damals mit der Kommission besprochen worden sei.
Herausgegeben von: Zac Crellin
