Generalplan Inselschutz

Mit Deichen und Sand gegen den Klimawandel

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 28.05.2010
D├╝nen als K├╝stenschutz

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels werden an den nieders├Ąchsischen K├╝sten in den kommenden Jahren h├Âhere Wasserst├Ąnde und mehr Sturmfluten zu erwarten sein. Der K├╝stenschutz, speziell der Inselschutz gewinnt deshalb an Bedeutung. Als Reaktion darauf hat gestern Umweltminister Hans-Heinrich Sander auf Norderney den ersten ÔÇ×Generalplan InselschutzÔÇť vorgestellt. Aber auch die ostfriesische Festlandk├╝ste ist im Blickpunkt. Im Juni startet eine Umfrage, an der sich Privathaushalte beteiligen sollen. Ziel: Das Wissen der K├╝stenbewohner in einen effektiven K├╝stenschutz einflie├čen lassen.

ÔÇ×K├╝stenschutz und Inselschutz haben h├Âchste Priorit├Ąt in Niedersachsen", sagte Umweltminister Hans-Heinrich Sander bei der Vorstellung des ÔÇ×Generalplans Inselschutz". Die sieben ostfriesischen Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge m├╝ssten deshalb dringend vor Sturmfluten gesch├╝tzt werden. Der Minister weiter: ÔÇ×Unsere Inseln sind einerseits bedeutende Tourismusstandorte und damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Niedersachsen. Zehn Millionen ├ťbernachtungen pro Jahr sprechen hier eine eindeutige Sprache. Andererseits sind die Inseln auch wichtiger Bestandteil des K├╝stenschutzsystems f├╝r die Festlandsk├╝ste, weil sie quasi als vorgelagerte Wellenbrecher wirken." Insbesondere die sandigen K├╝sten der Inseln w├╝rden zuk├╝nftig st├Ąrker belastet. Als Schutz vor Erosionen sei deshalb nach Ansicht des Ministers eine Sandaufsp├╝lung eine sinnvolle und naturnahe Ma├čnahme des K├╝stenschutzes.

Dass die massiven Schutzanlagen auf den Inseln ein wichtiger Bestandteil des K├╝stenschutzes bleiben werden, unterstrich Rainer Carstens vom Nieders├Ąchsischen Landesbetriebes f├╝r Wasserwirtschaft, K├╝sten- und Naturschutz (NLWKN): ÔÇ×Deiche werden bereits jetzt mit einem Vorsorgema├č von 50 cm gebaut, die massiven Anlagen in den Deichen k├Ânnen wir sogar um einen Meter erh├Âhen. Mit unserer Strategie haben wir gen├╝gend Zeit, auf zuk├╝nftige Entwicklungen flexibel zu reagieren." Das unterstrich auch Frank Thorenz, der beim NLWKN zust├Ąndig f├╝r den Inselschutz ist: ÔÇ×Sturmfluten und gro├čr├Ąumige hydromorphologische Ver├Ąnderungen f├╝hrten in den vergangenen Jahrhunderten zu Durchbr├╝chen der D├╝nenketten bis hin zum vollst├Ąndigen Verschwinden einiger Inseln. Auch die sehr schwere Sturmflut von 1962 besch├Ądigte die Uferschutzwerke der Nord- und Westseiten vieler Inseln und f├╝hrte zur ├ťberflutung von Siedlungslagen". F├╝r den Schutz der Inseln sind rund 300 Millionen notwendig.

Ein besserer Schutz ben├Âtigt auch das Festland. Deshalb wird Anfang Juni eine Befragung starten, mit der das Wissen der K├╝stenbewohner gesammelt und mittelfristig aufbereitet in den K├╝stenschutz einflie├čen soll. Eines der vorrangigen Ziele ist der Schutz der Bev├Âlkerung in den niedrigen Marschgebieten, der fr├╝hzeitig an die ver├Ąnderten klimatischen Umst├Ąnde anzupassen ist. Die breit angelegte Befragung geh├Ârt zu einer Studie, mit der alternativen Strategien bewertet und erstmals von Anfang an die Verantwortlichen des K├╝stenschutzes einbezogen werden sollen.

 

Foto: Michael Weber

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