Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden Ticket- und Informationssysteme von einem Cyberangriff getroffen

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer

Der deutsche Bahnbetreiber Deutsche Bahn sagte am Mittwoch, er sei Ziel eines Cyberangriffs geworden, der seine digitalen Dienste gestört habe.

Das Unternehmen sagte, ein sogenannter DDoS-Angriff habe seine IT-Systeme gegen Mittag am Dienstag getroffen und zu Ausfällen bei Reiseinformationen und Buchungstools auf seiner Website und in der Navigator-App geführt.

Was sagt die Deutsche Bahn zum Cyberangriff?

„Die DB war und ist weiterhin Angriffen auf ihre IT-Systeme ausgesetzt“, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. „Der aktuelle Angriff richtet sich gezielt gegen die DB und erfolgt in Wellen. Das Ausmaß des Angriffs ist beträchtlich.“

Bei einem DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) wird ein IT-System faktisch mit Anfragen aus einer Vielzahl von Quellen bombardiert, was zu einer Überlastung und im schlimmsten Fall zum Absturz führt. Viele solcher Angriffe gelten als eine Form des digitalen Vandalismus.

Die Deutsche Bahn hatte ihre Kunden am Dienstagnachmittag über die Störungen informiert und am Abend mitgeteilt, dass die Systeme wieder weitgehend stabil liefen.

Am Mittwochmorgen kam es zu weiteren Problemen, als Ursache nannte das Unternehmen später den Cyberangriff.

„Unsere Abwehrmaßnahmen haben gegriffen, um die Auswirkungen für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten“, teilte die Deutsche Bahn mit.

„Spekulationen über die Hintergründe des Angriffs werden wir nicht kommentieren“, fügte das Unternehmen hinzu. „Unsere oberste Priorität bleibt der Schutz der Kundendaten und die Verfügbarkeit unserer Informations- und Buchungssysteme.“

Die Deutsche Bahn ist Deutschlands nationaler Bahnbetreiber und betreibt in vielen Städten sowohl Personen- und Güterzüge als auch S-Bahnen.

Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, das Unternehmen stehe in Kontakt mit den Cybersicherheitsbehörden des Landes.

Wer verübt die Anschläge?

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben davor gewarnt, dass die Verkehrsinfrastruktur ein Hauptziel für Cyber- und physische Angriffe sei, insbesondere angesichts der zunehmenden Spannungen um mit Russland verbundene Hackergruppen und hybride Bedrohungen.

Im vergangenen Jahr kam es ab dem Sommer zu einer Reihe sogenannter „fast täglicher Angriffe“ der Deutschen Bahn.

Im vergangenen Jahr wurden wichtige Bahnstrecken zwischen Hamburg und Berlin sowie zwischen Köln und Düsseldorf sabotiert.

In einem Fall wurde in einem vom Zug genutzten Tunnel ein Sprengstoff gezündet, in einem anderen Fall wurden die Oberleitungskabel durchtrennt.

Sowohl Gesetzgeber als auch Ermittler haben gefragt, ob Russland hinter der Sabotage stecken könnte, die Teil eines vielschichtigen Angriffs auf das Leben der einfachen Deutschen ist.

Innenminister Alexander Dobrindt sprach von angeblichen Auftragsagenten, die nicht Teil einer ausländischen Regierung seien, aber gegen Geld Cyberkriminalität oder physische Angriffe auf die Infrastruktur verüben würden.

Auch in Deutschland kam es nach Angaben linker Aktivisten zu einer Reihe von Angriffen auf die Infrastruktur.

Herausgegeben von: Dmytro Hubenko

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