Deutschland: Studie findet institutionellen Rassismus in öffentlichen Einrichtungen

von Otto Hofmann
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Laut einer neuen Studie ist Rassismus in deutschen Behörden oft in den institutionellen Alltag und die institutionelle Kultur eingebettet.

Forscher des Leipziger Forschungsinstituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt (FGZ) haben die Ergebnisse nach einer dreijährigen Untersuchung von Arbeitsämtern, Ausländerbehörden, Polizei und Zoll, Gerichten, Gesundheits-, Jugend- und Ordnungsämtern sowie der Sozialarbeit veröffentlicht.

Zu welchem ​​Ergebnis kam die Umfrage?

Die Studie fand Hinweise auf rassistische Diskriminierung in allen Institutionen, wenn es um den Ermessensspielraum bei Entscheidungen und organisatorische Aspekte geht. Dies geschehe in unterschiedlicher Form und Intensität, hieß es.

Bei einer Befragung von 13.000 Beschäftigten konnte kein einheitlich höheres Maß an ethnisch diskriminierenden Einstellungen in Behörden im Vergleich zur Gesamtbevölkerung festgestellt werden.

Ein zentrales strukturelles Risiko stellen laut Forschern Sprachbarrieren dar, wobei die Unterstützung bei Bewerbungsverfahren je nach Fall sehr unterschiedlich ausfallen könne.

Sie berichteten, dass einige Bewerber proaktive Hilfe erhielten, während Menschen mit eingeschränkten Deutschkenntnissen manchmal abgewiesen wurden oder mit dem Hinweis, dass ihre Sprachkenntnisse das Problem seien.

Die Studie besagt auch, dass regionale Unterschiede in der öffentlichen Einstellung und im allgemeinen gesellschaftlichen Klima sich in der Verwaltungspraxis widerspiegeln können.

Die Forscher empfahlen die Einrichtung unabhängiger Beschwerdestellen, den Ausbau von Schulungs- und Reflexionsprogrammen gegen Rassismus sowie die aktive Rekrutierung von Menschen aus von Diskriminierung betroffenen Gruppen auf allen Ebenen des öffentlichen Dienstes.

Herausgegeben von: Roshni Majumdar

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