Die ukrainischen Staatsbehörden stecken hinter der Sabotage der Nord Stream-Gaspipelines, die Russland mit Europa verbinden, im Jahr 2022, erklärten deutsche Staatsanwälte am Donnerstag.
In einer Erklärung, in der die Anklage gegen den Verdächtigen Serhii K. am Mittwoch detailliert dargelegt wurde, erklärten die Staatsanwälte, dass er und sechs Komplizen „auf Anordnung staatlicher Behörden in der Ukraine“ gehandelt hätten.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der heute 50-jährige K. zum Zeitpunkt des Einsatzes „Offizier der ukrainischen Armee“, seine Komplizen waren ebenfalls „Militärangehörige“.
Staatsanwälte sagten, der Plan bestehe darin, „die Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 zu zerstören“, mit dem Ziel, „die Gaslieferungen über die Pipelines dauerhaft zu stoppen und Russland daran zu hindern, die Einnahmen aus dem Erdgashandel zur Finanzierung seiner Kriegsanstrengungen zu verwenden“.
Deutschland ist einer der größten militärischen Unterstützer der Ukraine im Kampf gegen die anhaltende russische Invasion, was den Vorfall möglicherweise diplomatisch heikel macht. Vor dem Krieg deckte Deutschland einen erheblichen Teil seines Energiebedarfs mit Treibstoff und Gas aus Russland.
Die ukrainischen Behörden sagten, es fehle ihnen an ausreichenden Informationen über den Fall, um ausführlich auf die Vorwürfe der deutschen Staatsanwälte reagieren zu können.
Nord Stream-Sabotage: Wie die Operation stattfand
Die Staatsanwaltschaft erläuterte im Detail, wie die Operation angeblich abgelaufen sei, und sagte, K. und sein Team seien mit gefälschten ukrainischen Pässen von der Ukraine nach Deutschland gereist und hätten bei einem deutschen Unternehmen in der nördlichen Stadt Rostock eine Yacht, die „Andromeda“, gemietet.
Berichten zufolge entdeckten Ermittler Spuren der militärischen Sprengstoffe HMX und RDX an Bord des „“Andromeda“, die bis zum 22. September 2022 mit Zeitschaltuhren an den Unterwasserleitungen nahe der dänischen Insel Bornholm befestigt wurden.
Vier Tage später, am 26. September, detonierte der Sprengstoff und verursachte erheblichen Schaden. Die Pipelines waren zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb.
„Vor dem Vorfall wurde rund die Hälfte der jährlichen deutschen Erdgaslieferungen über Nord Stream 1 transportiert“, sagten die Staatsanwälte.
Nord Stream-Verdächtiger bestreitet Vorwürfe
Am Mittwoch hatten deutsche Medien berichtet, dass K. wegen „Mittäterschaft bei einem Kriegsverbrechen, Störung öffentlicher Dienstleistungen, Herbeiführung einer Explosion und Zerstörung von Bauwerken“ angeklagt worden sei.
Die Anklage erfolgt im Zusammenhang mit der Auslieferung von K. an Deutschland aus Italien, wo er im August 2025 aufgrund eines deutschen Haftbefehls festgenommen worden war.
Herausgegeben von: Karl Sexton
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