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Bremervörde

Stadt im Elbe-Weser-Dreieck

Zwischen Bremen und Hamburg, im nördlichen Teil des niedersächsischen Landkreises Rotenburg (Wümme) findet sich die Stadt Bremervörde, die bis 1977 die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises Bremervörde abbildete. Der staatlich anerkannte Erholungsort im Elbe-Weser Dreieck gliedert sich in die Kernstadt Bremervörde sowie die elf Ortschaften:

  • Bevern,
  • Elm,
  • Hesedorf,
  • Hönau-Lindorf,
  • Iselersheim,
  • Mehedorf,
  • Minstedt,
  • Nieder Ochtenhausen,
  • Ostendorf,
  • Plönjeshausen,
  • Spreckens.

Die Stadt an der Oste, dem längsten Nebenfluss der Unterelbe in Niedersachsen, zählt 18.582 Einwohner (2019) und verteilt sich über eine Fläche von ca. 150 qkm. Mit 11.726 Einwohnern (2020) ist die Kernstadt das Gebiet mit der dichtesten Besiedelung.

Nahe der Innenstadt liegt der Vörder See, der zum Entspannen und Genießen einlädt. Bremervörde ist eine kulturelle und traditionelle Stadt mit reizvoller Natur, in der es jede Menge zu entdecken gibt, darunter den Natur- und Erlebnispark oder das Bachmann-Museum. Ein umfangreiches Freizeitangebot und jährlich stattfindende Veranstaltungen ziehen Einheimische wie Gäste regelmäßig in das schöne Städtchen mit historischer Backsteinarchitektur.

Über die Geschichte der Stadt Bremervörde

Bis zum 17. Jahrhundert trug die Stadt den Namen Vörde oder Vorde, der im Altniederdeutschen für Furt oder Übergang steht. Sie war somit der bedeutende Übergang der Oste und somit ein wichtiger Handelsweg, der durch eine im Jahr 1035 erbaute Wasserburg am Fluss geschützt wurde.

Anfang des 12. Jahrhunderts errichtete der Sachsenherzog Lothar von Supplingenburg die imposante Burg Vörde, auch als „Castrum vorde“ bekannt, als Hauptburg des Erzbistums. Sie war Mittelpunkt zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen, kam in den Besitz von Herzog Heinrich dem Löwen und gelangte an die Erzbischöfe von Bremen. Im späten Mittelalter bildete sie den Sitz der Zentralverwaltung des Erzstiftes Bremen, war Sitz der Lokalverwaltung der Vogtei und des Amtes Bremervörde. Der wirtschaftliche Aufschwung der damals noch kleinen Landstadt begann mit dem Übergang zum Kurfürstentum Hannover und der damit verbundenen Moorkolonisation. Im Hafen von Bremervörde blühte die Torfkonjunktur, die tausende von Segelschiffen in die Landstadt zog.

Der rasante Anstieg der Bevölkerungszahl auf bis 3.000 Einwohner führte 1847 zur Einführung der städtischen Verfassung. Zur Stadt wurde Bremervörde im Jahre 1852 durch den König von Hannover, Georg V., ernannt. Der Anschluss an das überregionale Eisenbahnnetz erfolgte 1898. Der große Dichter und Schriftsteller Wilhelm Busch hatte bei seinem Trauzeugen-Aufenthalt im Jahre 1878 den Spruch geprägt: „Schön ist´s auf der ganzen Erde, am schönsten doch in Bremervörde“.

Aus den Altkreisen Bremervörde und Zeven wurde der Kreis Bremervörde gebildet und die Stadt 1932 zu seinem Verwaltungszentrum erklärt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung durch den Zuzug von Heimatvertriebenen auf 10.000 Personen an und behielt ihren Status als wichtiger Marktort auch weiterhin. Im Zuge der Landes- und Gebietsreform 1977 bildete sich aus dem Landkreis Bremervörde und dem Landkreis Rotenburg der Landkreis Rotenburg/Wümme.

Einen bedeutenden Meilenstein im Fremdenverkehr konnte die Stadt 1991 mit der Weiterführung des anlässlich der 2. Landesausstellung „Natur im Städtebau“ angelegten Natur- und Erlebnisparks legen. Dieser große touristische Magnet mit seinem für die norddeutsche Region einzigartigen Angebot führte 1998 sowie 2010 zur Auszeichnung mit dem Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Wirtschaft und Verkehr in Bremervörde

Bremervörde agiert als Einkaufs- und Behördenzentrum und nennt große Gewerbegebiete sein eigen. Dabei wird bei der Erweiterung von Gewerbeflächen stets auf eine Symbiose aus Industrie und Natur geachtet. Insgesamt sind etwa 150 mittelständische Unternehmen angesiedelt. Es finden sich Unternehmen der Möbelindustrie, Druckindustrie, Plastikerzeugung und -verarbeitung, Wildverarbeitung, des Maschinenbaus und namhafte Kaufhäuser. Renommierte Namen sind: Geti Wilba GmbH & Co. KG, Lattoflex, Mode Steffen und Oste-Druck. Der Tourismus trägt ebenfalls zur florierenden Wirtschaft bei. Wichtige Anziehungspunkte, die Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Gewerbe profitieren lassen, sind der Vörder See und der Natur-Erlebnispark, weiterhin ist Bremervörde Anfangs- und Endpunkt der Deutschen Fährstraße und bietet einen Haltepunkt des Moorexpress.

Mit den Bundesstraßen 74 und 495 führen die Wege nach Bremerhaven, Rotenburg (Wümme), Hambergen, Osterholz-Scharmbeck, Bremen, Stade und Hemmoor. Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen fährt nach Glückstadt. Die im Bau befindliche Bundesautobahn 20 soll den Erholungsort mit Beverstadt und Bremerhaven sowie dem nordwestlichen Teil Niedersachsens und Schleswig-Holstein verbinden. Über die Bahnstrecke Bremerhaven-Buxtehude wird der Personennahverkehr abgewickelt. Fernbusverbindungen bestehen zwischen Cuxhaven und Berlin durch den Anbieter Flixbus.

Sehenswürdigkeiten in Bremervörde

Neben dem großen Natur- und Erlebnispark bietet die Stadt Bremervörde eine Vielzahl von Denkmälern. Hinzu kommen Museen, Kirchen und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten, die den Reiz des Erholungsortes ausmachen.

Der Natur- und Erlebnispark liegt malerisch am Vörder See und umfasst eine Fläche von etwa 100 ha. Der Parkt offenbart traumhafte Themengärten, weitläufige Grünflächen, Spiellandschaften, verschiedenste Sportbereiche, Cafés, das Haus am See, die NABU-Umweltpyramide, eine urzeitliche Waldanlage und eine Skulpturenwiese. Mit der Welt der Sinne finden sich zahlreiche Erlebnisbereiche für Körper und Geist, darunter das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne, das Hugo Kükelhaus und das Haus der Sinne.

Mit dem Bachmann- und dem Stuhmer Museum warten zwei Kleinode der Heimatkultur auf die Besucher. Über 80.000 Ausstellungsobjekte zu den Themen Archäologie, Geologie, Geschichte und Volkskunst des Landkreises Rotenburg (Wümme) zählt das Bachmann- Museum, das auf den Heimatforscher August Bachmann (1893-1983) zurückgeht. Im historischen Kanzlei- und Marschallgebäude werden ausgewählte Exponate ausgestellt, so z.B. ein jungsteinzeitliches Holzrad und ca. 12 Millionen Jahre alte Walskelette. Das Stuhmer Heimatmuseum, das unweit des Bachmann-Museums liegt, erzählt die Geschichte des Landkreises Stuhm im einstigen Westpreußen.

Reich ist Bremervörde an Denkmälern. Dazu gehören die denkmalgeschützte Ziegelei Pape in Bevern, die Holländer-Galerie Windmühle „Henriette“ in Elm, der Kornspeicher Nieder Ochtenhausen, die Heimathausanlage mit Museumsscheune Plönjeshausen, das Heimathaus „Logehuus“ Hesedorf und das Heimathaus Mehedorf.

Ein ganz besonderes Zeugnis der Moorkolonisation zwischen Elbe und Weser, die seinerzeit vom Königlichen Moorkommissar Jürgen Christian Findorff geleitet wurde, zeigt sich mit den von ihm angelegten Moorhufensiedlungen im Norden der Stadt. Diese Straßendörfer bestehen aus Kanal, Schöpfwerk, alten Fachwerkhäusern und Storchennestern. In Ostendorf liegt eine der am besten erhalten Siedlungen dieser Art. In Iselersheim befindet sich das Grabmal des Moorkommissars, nach dem auch Kirche, Schule und das Heimathaus des Ortes benannt sind.

Die Liborius-Kirche zu Bremervörde, die 1651 neu erbaut wurde, gilt als Wahrzeichen der Stadt, auch die 1880 errichtete Heilig-Kreuz-Kirche zu Bevern im neugotischen Stil zählt zu den sakralen Sehenswürdigkeiten.

Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen

Es ist immer was los in der Stadt. Am 50 ha großen Vörder See eröffnet sich ein idyllisches Paradies für Angler, Surfer, Ruderer und Tretbootfahrer. Am Sportboothafen warten Gast- und Dauerliegeplätze für Yachtfans. Ein besonderes Erlebnis ist das Wasserwandern auf der Oste mit Kanu oder Kajak.

Über die Geestlandschaft eröffnen die Nordpfade „Vörder See-Osteland“ sowie „Hinterholz und Hohenmoor“ zauberhafte Wanderwege in der gesunden Natur. Wer Bremervörde und die Umgebung mit dem Fahrrad erkunden will, findet dazu Radrouten wie die Deutsche Fährstraße, die Moorteufel-Route, die Geest-Route, den Oste-Radweg oder die Ostekultur-Route.

Kunst- und Kultur werden im Laufe des Jahres mit verschiedensten Veranstaltungen groß geschrieben. Zu nennen sind hier als Highlights das Vörder Seefest, das Mittelalterfest am See, das Horizonte-Festival, der Jahrmarkt und das Schützenfest.

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