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Orte und Gemeinden Rubrik Region

Dornumersiel

Urlaubsort an der Nordseeküste

Der urwüchsige, 10 ha große Küstenbadeort Dormumersiel gehört zur ostfriesischen Einheitsgemeinde Dornum im Landkreis Aurich. Etwa 450 Einwohner zählt das staatlich anerkannte Nordseeheilbad am Rande des Nationalparks Wattenmeer. Die Ortsteile Dornumersiel und Westaccumersiel bilden innerhalb der Gemeinde eine Einheit, weshalb im Ortsverzeichnis von Dornumer-Westaccumersiel gesprochen wird. Der Gemeinde-Hauptort Dornum, die kleine Stadt Esens sowie die Gemeinde Westerholt finden sich im nahen Umkreis (5-12 km) von Dornumersiel.

Dornumersiel ist ein gefragter Ferienort mit idyllischem Fischer-/Yachthafen und gilt als Kitehotspot im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. 57.000 qm Sand- und Grünstrand direkt an der Nordseeküste laden zum Baden und Erholen ein. Im Nationalparkhaus und auf geführten Wattwanderungen warten spannende Erlebnisse rund um das Wattenmeer mit seiner faszinierenden Flora und Fauna. Im urgesunden Klima lässt es sich prima kuren und Wellness machen, z.B. mit exklusiven Thalasso-Anwendungen. Und als Extra wartet die liebenswerte Ostfriesenkultur mit ihren Spezialitäten.

Geschichte des Ortes Dornumersiel

Das Dornumer und Westaccumer Siel wurden nach der Petriflut 1651 an der Küste im Jahre 1653 nebeneinander angelegt. Nachdem die Polder eingedeicht waren, entstanden die beiden Sielorte. In diesem Bereich verlief auch die Grenze zwischen Ostfriesland und dem Harlingerland. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das in 1,0 bis 2,0 m Höhe über dem Meeresniveau auf Kalkmarsch-Boden gegründete Warfendorf Dornumersiel im Jahre 1684.

Die Weihnachtsflut von 1717 zerstörte die beiden zueinander gehörenden Sielorte nahezu vollständig, sie wurden jedoch wieder aufgebaut. 1719 konnten 13 Haushalte in Dornumersiel gezählt werden, 1867 war die Anzahl der Haushalte auf 54 gestiegen. In jedem Haushalt lebten zu dieser Zeit statistisch gesehen etwa 3 Personen, die Bewohner hielten im Schnitt ein Schaf und ein Rind zur Selbstversorgung. Es entwickelten sich Schritt für Schritt landwirtschaftliche Betriebe und Handwerksunternehmen. Unter den Handwerkern und Gewerbetreibenden fanden sich schon früh in der Chronik Brauer, Schlachter, Bäcker, Krämer, Gastwirte, Getreide- und Holzhändler. Auch Schiffskapitäne waren stark vertreten. Dornumersiel zählt zu den ältesten Sielhäfen in Ostfriesland.

Im Zweiten Weltkrieg wurde in Dornumersiel in einem Steingebäude, das zuvor als  Jugendherberge diente, das Kriegsgefangenlager AK Nr. 1016f errichtet, in dem Strafgefangene aus Frankreich, Russland, der Ukraine und Serbien inhaftiert waren. Nach dem Krieg konnten 172 Bewohner gezählt werden, darunter befanden sich viele Flüchtlinge. Von wirtschaftlicher Bedeutung zeigte sich die Entwicklung zum beliebten Ferienort ab den späten 1970er Jahren. Heute bestimmen Fremdenverkehr und Kurbetrieb weitestgehend das Bild des quirligen Badeortes, der 1990 zum Nordseeheilbad ernannt wurde.

In der Zeit vom 1972 bis 2001 hatte Dornumersiel den Status einer Mitgliedsgemeinde in der Samtgemeinde Dornum. Die Samtgemeinde Dornum wurde im November 2001 in eine Einheitsgemeinde umgewandelt und Dornumersiel zusammen mit Westaccumersiel einer von zehn Ortsteilen. Ab 2008 fanden umfangreiche Dorferneuerungsmaßnahmen statt.

Wirtschaft und Verkehr in Dornumersiel

Dornumersiel lebt heute vom Tourismus, dem damit verbundenen Hotel- und Gaststättengewerbe sowie den Kur- und Freizeiteinrichtungen. Einzelhandelsgeschäfte, diverse Handwerksunternehmen, landwirtschaftliche Betriebe, der Fischerei- und Yachthafen sind wichtige Stützen der Wirtschaft.

Die Gemeinde Dornum und somit auch der Küstenbadeort Dornumersiel befindet sich abseits der Hauptverkehrswege. Die Anbindung an den Straßenverkehr erfolgt über die Landesstraße 5, die in die Städte Esens und Norden führt sowie über die Landesstraße 7 nach Aurich. Die Autobahn A31 ist über das Emdener Stadtgebiet oder über die Anschlussstelle Riepe erreichbar. Möglich sind auch Routen über die Autobahn A29  Richtung Oldenburg oder Bremen durch die Auffahrt am Wilhelmshavener Kreuz. Direkte Busverbindungen existieren von Dornum nach Norden und Esens. Von Dornumersiel bis Dornum nutzen die Einheimischen für die Kurzstrecke gerne das ausgezeichnete Radwegenetz oder die Busse der Weser-Ems-Linie.

Einen eigenen Bahnhof hat die Gemeinde Dornum seit 1983 nicht mehr, weshalb für den Bahnverkehr die Bahnhöfe in Norden (Intercity-Anbindungen) oder Esens (Regionalverkehr nach Oldenburg) in Frage kommen. Die ehemalige Schienenstrecke zwischen Norden und Dornum wird heute von der Museumseisenbahn Küstenbahn Ostfriesland für touristische Fahrten genutzt. Fahrgastschiffe am Fischer- und Yachthafen in Dormumersiel bieten Ausflugsfahrten auf die Inseln Baltrum und Langeoog.

Kuren und Wellness in Dornumersiel

Dornumersiel steht für ambulante Badekuren, bei denen die Anwendungen im zentralen Kurmittelhaus, im Inhalationshaus oder Meerwasserfreibad durchgeführt werden. Die Kurgäste wohnen in einem selbst gewählten Urlaubsquartier, Kurkliniken gibt es in Dornumersiel nicht. Die ureigenen Heilmittel der Nordsee und aus dem Watt wie Meersalz, Sole, Nordernyer Schlick tragen zu Gesundheit, Genesung und purem Wohlgefühl bei.

Bade- und Sportvergnügen am und um den großen Strand

Mit einer Länge von 400 m und über eine Fläche von 5,7 ha erstreckt sich der Sand- und Grünstrand in Dornumersiel. Hier darf die Seele baumeln, es gibt einen großen Abenteuerspielplatz. Für kleine und große Kinder werden zudem Piratenfahrten mit dem Schiffskutter angeboten.

An die 500 kunterbunte Strandkörbe laden zum windgeschützten Entspannen ein. Der Strand verfügt über einen Kiosk, eine Brücke führt zum modernen Sanitärgebäude mit Duschen und Toiletten, kurz als Barke bezeichnet. Die Barke umfasst auch den ca. 60 m hohen Aussichtsturm, der herrliche Panoramablicke über Strand und Wattenmeer ermöglicht. Über die angegliederte Riesenrutsche für Kinder ist der Weg nach unten besonders kurz.

Am Strand befindet sich der große Campingplatz mit einer Besonderheit. Urlauber können einen der nostalgischen Pipowagen mit Veranda und Meerblick buchen. Die Pipowagen mit ca. 9 x 3 m Wohnfläche und einer hochmodernen Ausstattung sind historischen Zirkuswagen nachempfunden und erschaffen ein unvergessliches Urlaubsflair.

Im Deichvorland wartet das beheizte Meerwasserfreibad, das über Liegewiesen mit Strandkörben und Ruhebänken verfügt. Neben dem Freibad lädt die große Drachenwiese zu Veranstaltungen und Lenkdrachen-Fliegen ein. Jedes Jahr im Mai findet hier das große dreitägige Drachenfest statt, bei dem Drachenflieger aus ganz Deutschland ihre Lenkdrachen mit Geschick und Kunstfertigkeit in den Himmel schicken. Auch die mobile Station der heimischen Kite-Schule ist an der Drachenwiese ansässig. Angeboten werden Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Privatunterricht und individuelle Kurse in Kitesurfen, Windsurfen, Landboarden und Stand-Up-Paddeling. Dornumersiel besitzt einen 80 ha großen Kitespot, der mit Bojen markiert ist. Von April bis Oktober dauert die Kite-Saison an der Nordsee, die sich in Dornumersiel mit konstanten Windverhältnissen zeigt.

Wem eher nach trockenen Sportarten zumute ist, der findet Angebote für Tennis, Tischtennis, Minigolf oder Skaten rund um den Strand und im Ortskern. Sogar die Vierbeiner haben ein eigenes Revier mit dem Hunde-Rundwanderweg in Dornumersiel, der über 3 km an Deich und Meer entlang führt. 

Sehenswürdigkeiten und sonstige Freizeitaktivitäten in Dornumersiel

Geselliger Anziehungspunkt für Einheimische und Besucher ist der Fischer- und Yachthafen. Über 240 Liegeplätze sind im Yachthafen vorhanden. Der typisch ostfriesische Fischerhafen verfügt über eine Krabbenkutterflotte und nimmt auf dem Fahrgastkutter gerne Gäste mit auf den ausgedehnten Fischfang. Angeboten werden auch informative Fahrten ins Wattenmeer und zu den Seehundbänken. Tagesfahrten auf die Inseln Langeoog und Baltrum sind im Rahmen von Sonderfahrten mit dem Fahrgastschiff der MS Freia buchbar.

Über ein großes Pumpwerk ist die Nordsee mit dem Mahlbusen, einem kleinen Speichersee, verbunden. Am Mahlbusen wurde ein malerischer Seepark mit Themengärten angelegt, der u.a. zum Tretbootfahren, Angeln, Rudern und Walken einlädt.  

Mit allen Sinnen kann das Weltnaturerbe Wattenmeer im Nationalparkhaus erfahren werden. Die spannende Erlebnisausstellung bringt Interessierten die einzigartige Naturwelt näher. Ergänzend ist die Teilnahme an geführten Wattwanderungen, die im  Nachbarort Nessmersiel starten, möglich.

Das Reethaus am Meer gilt als touristisches Herzstück. Nicht nur, dass im traditionellen Bauwerk die Tourist-Information ihren Platz hat, der Treffpunkt für Gäste bietet Spielscheune, Bambinizimmer, Kaminzimmer, Lesezimmer mit Bibliothek, Bastel-, Werk- und Seminarräume. Für die Unterhaltung der Kinder ist bestens gesorgt, es finden regelmäßig Veranstaltungen und Kurse statt.

Im Wiechers-Huus in Westaccumersiel erzählt das Zwei-Siele-Museum Orts- und Sielhafengeschichte. Das originale Kapitänshaus aus dem Jahre 1696 zeigt eine historische Kapitänswohnung, auch gibt es wertvolle Einblicke in den Segelschiffsbau, der vor Ort mit einfachen Mitteln stattgefunden hat. Der Alltag auf hoher See und die Verdienstmöglichkeiten damals und heute werden unterhaltsam erläutert. Auch erfahren die Besucher, warum es zwei Siele gibt und was genau ein Siel bzw. dessen Aufgabe ist.

Radeln und Wandern stehen im Frühjahr, Herbst und Sommer auf dem Freizeitprogramm. Auf dem Altensieler Wanderweg, dem Hellerpad oder den Flanierwegen am Deich lässt sich die natürliche Schönheit des Ortes am besten genießen. Angeln ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung im ostfriesischen Ferienort. Ob Hochseeangeln in der Nordsee oder gemütliches Fischen im Mahlbusen oder Dornumersieler Tief: Aal, Barsch, Dorsch, Hecht, Karpfen, Makrele, Rotauge, Rotfeder und Schleie beißen besonders gerne an.

Ostfriesische Kultur  

In Dornumersiel wird tagtäglich die ostfriesische Kultur mit ihren Traditionen gepflegt. Sei es durch die „Plattschnacker“, mit einer Teezeremonie in einer Teestube und bei Ostfriesentorte, mit typisch regionalen Speisen wie dem Salzwiesenkalb, beim ostfriesischen Volkssport Boßeln oder wenn das große Osterfeuer gefeiert wird.

Foto: Günter Dehne

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