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Orte und Gemeinden Rubrik Region

Horumersiel (Horumersiel-Schillig)

Badeort im Wangerland

Das Nordsee-Heilbad Horumersiel findet sich in der Gemeinde Wangerland, die zum niedersächsischen Landkreis Friesland gehört. Horumersiel ist ebenso wie der zwei Kilometer entfernte Badeort Schillig einer der insgesamt 16 offiziellen Ortsteile von Wangerland.

Da das Wangerland gleichermaßen eine touristische Region in Niedersachsen abbildet, werden die beiden Erholungsorte zum Urlaubsziel „Horumersiel-Schillig“ zusammengefasst und oftmals als ein zusammenhängender Ortsteil angegeben. In Schillig sind weiterhin große Kureinrichtungen angesiedelt. Zwischen den beiden Ortsteilen liegt einer der größten Campingplätze Deutschlands, der bereits mehrfach mit 4 Sternen des Deutschen Tourismusverbandes ausgezeichnet wurde. Weiterhin gibt es im Zwischenbereich auch eine Feriensiedlung.

Horumersiel zählt um die 1.500 Einwohner und liegt an der Innenjade im nordöstlichen Winkel der ostfriesischen Halbinsel. 20 Kilometer Entfernung trennen den Ferienort von den großen Städten Jever und Wilhelmshaven. Dem Kurort vorgelagert sind die Inseln Minsener Oog und Mellum.

Ortsgeschichte und Entwicklung zum Nordsee-Heilbad

Siel ist die Bezeichnung für einen Deichdurchlass, der einen Fluss in das Meer leitet. Horum bedeutet in der alten Sprache Horn, was die Lage an einer Landecke meint. So ergibt sich der Ortsname Hormer-Syhl, der erstmals 1542 schriftlich festgehalten ist. Die Vordeichung von Förrien bis Hooksiel erforderte die Zusammenlegung von mehreren kleinen Wasserdurchlässen im Oster- und Wiarderaltendeich zum „Horumsiel“. Das Kastensiel wurde von der Stumpsener Mühle zum Horumersiel verlegt, was die Besiedelung des Ortes zur Folge hatte.

Auf den fruchtbaren Marschböden betrieben die Menschen Landwirtschaft und sicherten so ihren Lebensunterhalt. Durch die Errichtung des Sielhafens im 18. Jahrhundert florierte der Warenumschlag, mit dem das Wangerland versorgt wurde. Mitte des 18. Jahrhunderts verlagerte sich der Schiffsverkehr, aufgrund der Weservertiefung, auf andere Häfen, der Warenvertrieb bekam zudem Konkurrenz durch neue Straßen und Eisenbahnlinien.

Horumersiel diente in den beiden Weltkriegen zusammen mit dem Nachbarort Schillig als Marinestützpunkt für Verteidigungsaufgaben. Zum Schutz des Kriegshafens in Wilhelmshaven wurde eine Sielbatterie (Festungshafen) im Ort errichtet.

Seit jeher ist Horumersiel durch seiner exponiere Lage der Gefahr von Sturmfluten ausgesetzt. Zu den großen Katastrophen dieser Art zählen die Weihnachtsflut von 1717 und die Orkanflut von 1962.

Eine Sturmflut, die allerdings die Insel Wangerooge im Jahre 1856 getroffen hatte, war es auch, die den Tourismus in Horumersiel begründete. Die Inselbewohner wurden nach Horumersiel und Schillig umgesiedelt und nahmen die Feriengäste gleich mit. So auf den Geschmack gekommen, bauten die Geschäftstüchtigen den Fremdenverkehr in beiden Orten auf. In Horumersiel erfolgte die Gründung eines Seebadevereins, 1860 wurde das erste Strandbad eröffnet. Ab 1900 nannte sich der Ort Nordseebad.

Die Fremdenverkehrsverwaltung für Horumersiel kam 1952 in den Aufgabenbereich der ehemaligen Gemeinde Minsen, die Strand- und Badeanlagen erweitern sowie eine Campinganlage zwischen Horumersiel und Schillig errichten ließ. In den 1970er Jahren konnte der Campingplatz, der dem Badeort Schillig zugeordnet ist, auf 3.000 Plätze vergrößert werden, was ihn heute zu einem der größten in Deutschland macht. Im Zeitraum 1960-1965 fand in Horumersiel die Umgestaltung von Siel und Hafen statt. Der Hafen wurde nach außen verlegt, das Siel entstand als Wangersiel an einer anderen Stelle und es erfolgte eine Verlegung des Horumertiefs.

Die staatliche Anerkennung zum Nordseeheilbad erhielt der Ferienort im Jahre 1985. Die Kuren im gesunden Reizklima, auch als Mutter-Kind-Kuren, sind bei Rehapatienten aus ganz Deutschland und darüber hinaus beliebt. Mit eigenem Strand und reizenden Sehenswürdigkeiten zieht Horumersiel zudem Bade- und Feriengäste an.

Der Hafen von Horumesiel, der heute Sportboote und Yachten beherbergt, verfügt über eine Seenotrettungsstation der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Seit 1866 ist die Seenotrettung im Einsatz. Bis 1928 wurde dazu ein Ruderboot eingesetzt, das mittlerweile durch ein Motorrettungsboot ersetzt ist.

Wirtschaft und Verkehr in Horumersiel

Die Wirtschaft wird durch Kurbetrieb und Fremdenverkehr bestimmt. Da Horumersiel anerkanntes Nordseeheilbad ist, profitiert der Ort gleichermaßen von Kurgästen und Badeurlaubern. An die 6.000 Gästebetten stehen in Ferienhäusern, Ferienwohnungen, Appartements zur Verfügung. Der Einzel- und Lebensmittelhandel, Gastronomie und Hafen sowie Kur- und Freizeiteinrichtungen mit ihrem umfangreichen Angebot tragen ebenso zum Bruttosozialprodukt bei.

Über die deutschen Straßenverkehrsanbindungen ist Horumersiel aus süd-östlicher Richtung über die A1 Bremen Richtung Osnabrück/Oldenburg, weiter auf der A28 Richtung Oldenburg/Wilhelmshaven und über die A29 in Richtung Wilhelmshaven anzufahren. Wer aus süd-westlicher Richtung kommt nimmt ebenfalls die A1 über Osnabrück nach Bremen und fährt dann auf die A29 Richtung Oldenburg/Wilhelmshaven. Das letzte Stück Weg bis zum Ferienort führt über die Ausfahrt Fedderwarden in Richtung Hooksiel/Horumersiel/Schillig auf der L 810.

Der Kur- und Ferienort ist durch die Busverbindungen der Weser-Ems-Buslinie mit den Städten Jever und Wilhelmshaven verbunden. In den Ferienzeiten verkehrt zusätzlich eine Urlaubsbuslinie nach Jever. Wilhelmshaven ist auch die nächste Bahnstation für Gäste die mit dem Zug an- oder abreisen. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Bremen.

Kuraufenthalt und Freizeitvergnügen in Horumersiel

Das Kurmittelhaus sowie das Haus des Gastes mit Kursaal befinden sich direkt in Horumersiel. Im Haus des Gastes werden kulturelle Veranstaltungen für Gäste und Einheimische angeboten, auch die Touristinformation und die Hauptverwaltung der Wangerland Touristik GmbH sind angrenzend untergebracht. Die relevanten Kureinrichtungen DRK Nordsee-Kurzentrum, Mutter-Kind-Haus Nordlicht sowie die Friesenhörnkliniken verteilen sich auf den Badeort Schillig.

Im Ortszentrum von Horumersiel befindet sich der malerische Kurpark, der zum Flanieren und Ausruhen einlädt. Ebenfalls im Ortskern macht das 30 Meter lange Küstenwachboot 19 auf sich aufmerksam, das 1952 erbaut wurde und für die US-Streitkräfte sowie die Bundesmarine im Einsatz war. 1985 hat das Kameradschaftsheim der Marinekameradschaft Horumersiel hier seinen gebührenden Platz gefunden.

Hinter dem Deich wartet der riesige Grünstand aus kilometerlangen Wiesen mit bunten Strandkörben und einem großen Abenteuerspielplatz für Kinder, auch ein Hundestrand ist vorhanden. Segelyachten und Sportboote bestimmen das idyllische Bild am Hafen von Horumersiel, der 150 Liegeplätze bietet und an dem sich auch ein Stellplatz für Wohnmobile befindet. Beliebt sind Rundfahrten mit dem Ausflugsdampfer.

Unmittelbar am Hafen wartet die Frieslandtherme mit Innen- und Außenbecken plus großzügigem Saunabereich. Auch von Kurgästen und Wellnessfans wird das 3.250 Quadratmeter große Sole-Freizeitbad, dessen Wasser aus einem 160 Meter tiefen Brunnen kommt, sehr gerne genutzt.

Im Nordseeheilbad stehen außerdem Joggen, Radeln, Reiten oder Nordic Walking auf dem gesundheitsbewussten Freizeitprogramm. Wer entspannt bummeln möchte, dem sei die Goldstraße, die Flaniermeile mit feinen Läden, Cafés und Restaurants ans Herz gelegt.

Neben vielen verschiedenen Festen im Laufe des Jahres ist die so genannte Sielortfete, die seit 1981 vier Tage lang in der Vorsaison (Juni) als riesige Party mit Straßenkünstlern, Kunsthandwerkern, Fahrgeschäften, Ausstellungen und fantastischem Rahmenprogramm gefeiert wird, das Großereignis in Horumersiel.

Über den Badeort Schillig

Horumersiel und Schillig verstehen sich als touristische Einheit. Schillig liegt zwei Kilometer nördlich von Horumersiel und zählt ca. 130 Einwohner. Der Ortsname bezieht sich auf das reiche Vorkommen an Muscheln, die sich bei jeder neuen Flut in großen Mengen am Strand ablagern und die in früher Zeit zur Kalkherstellung abgebaut wurden. So leitet sich der Ortsname aus dem Begriff Schill für „Schale“ ab und hat auch Bezug zur englischen Bezeichnung für Muschel: „Shell“.

Zwischen Horumersiel und Schillig, am UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer, befinden sich die 3.000 Stellplätze umfassende Campinganlage sowie die Feriensiedlung Friesenhörn. An der Strandpromenade entlang kann man bis nach Horumersiel laufen und umgekehrt. So entsteht auch optisch der Eindruck, es handele sich um einen einzigen Ferienort.

Der Ortskern zeigt sich mit einer zauberhaften Fußgängerzone, Hotelanlagen verschiedener Größenordnung und Straßencafés. Übernachtungsmöglichkeiten finden sich auch in der Jugendherberge. Insgesamt stehen ca. 4.000 Gästebetten in Schillig zur Verfügung, was zusammen mit den Kapazitäten in Horumersiel ca. 10.000 Gästebetten macht. Zu den baulichen Wahrzeichen Schilligs gehört die moderne, wellenförmige St. Marienkirche.

Highlight ist der weite nach Norden und Osten zur Nordsee hin abfallende Naturstrand, der so an der ostfriesischen Halbinsel einzigartig ist. Der vier Kilometer lange weiße Sandstrand wird von einer herrlichen Dünenlandschaft umgeben, Strandkörbe dürfen natürlich nicht fehlen. Hier treffen sich Kitesurfer und Landboarder, aber auch Lenkdrachen und Landroard Piloten haben ihren großen Spaß am Strand. Weitere beliebte Aktivitäten sind geführte Wattwanderungen und Minigolf.

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