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Orte und Gemeinden Rubrik Region

Alfhausen

Stadt der Alkensage

Alfhausen ist eine Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Osnabrück und eine der sieben Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bersenbrück. Die Gemeinde zählt etwa 3.900 Einwohner und hat eine Fläche von 39 qkm. Alfhausen gliedert sich in die Ortsteile Alfhausen, Heeke, Thienen und Wallen. Im Südosten findet sich der Alfsee, der ein gefragtes Ausflugs- und Touristenziel ist. Angrenzende Gemeinden sind Ankum, Rieste und die Stadt Bersenbrück, die allesamt zur Samtgemeinde Bersenbrück gehören.  

Bezeichnende Gewässer im Gemeindegebiet sind die Hase, die Ueffelner Aue und der Nonnenbach. In und um Alfhausen findet sich eine urtümliche Kulturlandschaft mit einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten von der Steinzeit bis in die Neuzeit. Die einstige Kirchenburg vor dem Heiligenberg zeigt sich mit historischem Ortskern, der als Ausgangspunkt für Touren und Wanderungen in die einzigartige Landschaft aus Wäldern, Hügeln und dem Naturschutzgebiet am Alfsee dient. Die Samtgemeinde Bersenbrück ist Teil der Erlebnisregion Artland und hat für Naturliebhaber, Outdoor-Sportler und Geschichtsfreunde jede Menge zu bieten.

Geschichte der Gemeinde Alfhausen

Schon in der Jungsteinzeit war das Gebiet der heutigen Gemeinde Alfhausen besiedelt wie das im 19. Jahrhundert zerstörte Großsteingrab Wallen (Heidenaltar) belegen konnte. Die erste urkundliche Erwähnung als wehrhaftes Kirchdorf „Alfhuson“ im sagenumwobenen Giersfeld, zu Füßen des Heiligenberges findet sich in einer Urkunde des Kaisers Otto II. aus dem Jahre 977. Der Name Alfhuson stammt aus dem Altsächsischen und bedeutet wahrscheinlich: Das Haus, in dem Alf wohnt. Der Ort wurde demnach vermutlich nach einem Hof der Umgebung benannt, der einem Alf gehörte. Alf steht hierbei für einen Ruf- oder Kurznamen, z.B. Alfred, Alfons. Das Wort Alf ist allgemein abgeleitet von den Worten Freund, Naturgeist, Elf.

Mit dem Bau der ersten Pfarrkirche im Jahre 1090 wurde die Entstehung von der ursprünglichen Bauernsiedlung hin zu einem geschlossenen Dorf begründet. Viele der Dorfbewohner gingen ab Ende des 16. Jahrhunderts bis Ende des 19. Jahrhunderts der saisonalen Wanderarbeit in den Niederlanden, auch als Hollandgang bezeichnet, nach.

In der Geschichtsschreibung sind vor allem die einschneidenden Ereignisse festgehalten. Zu den schlimmen Katastrophen, von denen die Gemeinde betroffen war, zählen der große Sturm im Jahre 1703, der die Turmspitze der im 13. Jahrhundert neu erbauten St. Johanniskirche umgerissen hatte, die daraufhin auf das Kirchenschiff stürzte und das Gewölbe sowie den Hochaltar beschädigte. Die Gemeinde baute die Kirche unter großen Mühen wieder auf. Im September 1770 traf das stärkste bisher bekannte Erdbeben in Norddeutschland den Ort, fünf Jahre später kam es zu einem verheerenden Dorfbrand, bei dem auch ein Mensch ums Leben kam.

In den Zeiten des Zweiten Weltkrieges machte der ehemals selbstständige Ortsteil Thiene am Grenzbereich zum Nachbarort Hesepe durch den angesiedelten Einsatzhafen „Holstentor Hesepe“ von sich reden. Die deutsche Luftwaffe ließ hier 1938 Landebahnen errichten. In letzten Kampfhandlungen zum Kriegsende im April 1945 gerieten zahlreiche Häuser in Brand. 1971 erfolgte die Eingliederung der vormals selbstständigen Gemeinden Heeke, Thiene, Wallen in die Gemeinde Alfhausen. In der jüngsten Vergangenheit ereignete sich im August 1974 eine schwere Unwetterkatastrophe mit achtstündigem Dauergewitter, durch das Schaden in Millionenhöhe entstand.

Die Alkensage

Über die Entstehung der Gemeinde gibt es auch eine Sage. Laut der „Alkensage“ standen dereinst am Ort des Dorfes Alfhausen zwölf Häuser. Die Bewohner mussten nach Merzen zur Kirche und machten an einem der Häuser, das abseits in der Heide bei den Hünengräbern im Giersfeld lag, Halt, um sich mit Bier zu stärken. Besitzer des Ausschanks, welcher „der Krug“ genannt wurde, war Alke, der die Leute förmlich nötigte, bei ihm zu trinken. Als er wieder einmal mit Lügen versuchte, die Leute bei Trinklaune zu halten, traf ihn der Zorn Gottes. Er wollte wetten, dass sein Haus im Erdboden versinken sollte, wenn nicht noch Zeit für einen Krug Bier wäre. Er sagte es und es geschah. An der Stelle des Hauses bildeten sich zwei tiefe Kuhlen, die fortan „Alkenkuhle“ genannt wurden, die übrigen elf Häuser sollten einen Ort namens Alfhausen bilden. Dies war die Geburtsstunde einer neuen Gemeinschaft ohne den bösen Alke und so wurde eine Kirche gebaut.

Der untote Alke soll jedoch noch immer sein Unwesen in der Alkenkuhle treiben, in Form eines brennenden Rades, das jeden mit in den Abgrund reißt, der den Namen Alke ruft. Eines Tages wollte der Bauer Grumfeld den Alke im Rahmen einer Wette um das schnellste Pferd zum Wettstreit herausfordern. Nachdem er sich und sein Pferd gut vorbereitet hatte, ritt der Bauer um Mitternacht zur Alkenkuhle und rief den Alke, der ihm antwortete. Der Bauer kehrte zum Hofe um und das feurige Rad hinter ihm her, doch der kluge Schimmel war schneller und das Rad hatte keine Chance. Daraufhin brach das Tier tot zusammen, der Bauer hatte seine Wette gewonnen. Die Alkenkuhle gibt es wirklich, sie ist als geologisches Denkmal eingestuft.

Wirtschaft und Verkehr in Alfhausen

Die Wirtschaft der Gemeinde lebt von einer Vielzahl an Gewerbebetrieben, deren Ansiedlung in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Mehr als 20 Hektar Land sind schon als Gewerbeflächen ausgewiesen, Tendenz steigend. Hier sind Unternehmen aus den Sparten Kunststofftechnik, Kältetechnik, Maschinenbau, Spedition, Logistik, Elektrotechnik sowie ein Groß- und Einzelhandel von Därmen inklusive einer Darmbinderei angesiedelt. Zahlreiche Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe tragen ebenfalls zum gesteigerten Bruttosozialprodukt bei.

Die Bundesstraße B 68, der wichtige Verkehrszweig zwischen Osnabrück nach Oldenburg, führt durch das Ortszentrum von Alfhausen.10 km entfernt findet sich die Anschlussstelle der Bundesautobahn A1. Die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück deckt den öffentlichen Nahverkehr mit Bussen von Alfhausen nach Rieste und Bersenbrück ab. Einen eigenen Bahnhof bzw. Haltepunkt für Züge besitzt Alfhausen nicht mehr. Der Ort wurde aber in die Liste der zu reaktivierenden Bahnhalte aufgenommen. Sobald die technischen Neuerungen abgeschlossen sind, können Nahverkehrspersonenzüge wieder in Alfhausen Station machen. Solange stehen den Bürgern der Gemeinde die Bahnhöfe Bersenbrück, Bramsche, Bramsche-Hesepe und der Haltepunkt Rieste für Bahnverbindungen in die Region zur Verfügung.

Sehenswürdigkeiten und Freizeitaktivitäten in Alfhausen

Die katholische Pfarrkirche St. Johannis im alten Ortskern von Alfhausen ist das Wahrzeichen der Gemeinde. Der erste Kirchenbau aus dem 11. Jahrhundert, der die Entwicklung des Dorfes begründete, war aus Holz gefertigt. Diese Kirche existiert nicht mehr, an ihrer Stelle wurde die neue Kirche zu Ehren des hl. Johannes erbaut. Das genaue Datum der Errichtung ist nicht bekannt, einige Quellen gehen von Anfängen des romanischen Steinbaus im 13. Jahrhundert aus. Laut Informationen der Touristinformation Bersenbrück wurde die dreischiffige Hallenkirche im spätgotischen Stil Ende des 15. Jahrhunderts fertiggestellt. Dabei blieb der alte romanische Turm erhalten und wurde erhöht, so dass er sich dem Neubau anpasste. Das Gut Bruchhausen unterstützte den Kirchenbau mit finanziellen Mitteln, wovon auch das Wappen der Gutsfamilie in der Außenmauer zeugt. Der Innenraum ist im gotischen Stil ausgestattet und birgt wertvolles Inventar wie den tausendjährigen Taufstein aus Bentheimer Sandstein oder die Strahlenmadonna des Meisters von Osnabrück, die in das Jahr 1517 datiert wird. 1883/84 wurde ein zusätzliches Querschiff gesetzt, wodurch die Kirche eine Kreuzform erhielt (Kreuzkirche). Bei Renovierungsarbeiten 2003 konnten im Gewölbe Rankenmalereien aus dem 15. Jahrhundert freigelegt werden.

Die Kirche war der Mittelpunkt einer sogenannten Kirchenburg, um die herum  Befestigungsspeicher für die Vorratshaltung und als Zufluchtsorte angelegt waren. Aus diesen Speichern entstand eine eng aneinandergereihte Häuserzeile ohne Hof – die Kirchhöfnerei. Um die Kirchhöfnerei ist der Ortskern gewachsen.

Auf dem Kirchplatz erinnert ein Denkmal an die „Dei Utroiper“. In früherer Zeit wurden neueste Nachrichten sonntags auf dem Kirchplatz von einem stimmgewaltigen Mann mit Namen Johannes Stock, dem „Utroiper“ und mit Handglocke ausgerufen. Das 1995 aufgestellte Bronzedenkmal von Herrmann auf der Heide, das von den Bürgern angeregt wurde, erinnert an diese vergangene Tradition. Der Dorfplatz in Alfhausen ist ein geselliger Treffpunkt für Gemeindemitglieder und Besucher. Zum 1.000 jährigen Bestehen erhielt die Gemeinde 1977 ein Steindenkmal mit Bildern aus der wechselvollen Geschichte, in Anröchter Sandstein gehauen vom heimischen Künstler Hermann auf der Heide. Vor dem neuen Friedhof in Alfhausen steht das Ehrenmal, das 1925 eingeweiht wurde und bis 1970 am Kirchplatz gestanden hatte.

Aus dem Ortsteil Heeke stammt das Heimathaus Alfhausen, das im Gemeindezentrum nach vorsichtigem Abtragen wieder aufgebaut wurde. Es steht heute im alten Pfarrgarten unter schattigen Bäumen und macht traditionelle Architektur der Gemeinde sichtbar. Das Heimathaus ist Sitz des Heimatvereins und Veranstaltungsort für kulturelle Veranstaltungen und Feiern. Im Dachgeschoss lädt ein uriges Museum mit Exponaten des Kirchspiels Alfhausen zum Erkunden ein.

Die Schmiede Alfhausen ist ein Fachwerkbau um 1900, der in den 1950er Jahren in massiver Bauweise vergrößert wurde. Der Betrieb der voll ausgestatteten, historischen Schmiede wurde 1990 eingestellt. Um das Gebäude vor dem Verfall zu retten und Heimathandwerk erlebbar zu machen, hat der Heimatverein die Restaurierung der Schmiede in die Hand genommen.

Im Orsteil Heeke zeigt sich die Heeker Klause als Dorfmittelpunkt. Sie wurde 1818 aus Bruchstein erbaut und besitzt einen Fachwerk-Giebel. Auf dem Boden fand man 1912 etliche Skulpturen aus Mittelalter und Barock, die heute im Heimatmuseum Bersenbrück untergebracht sind.

Der Alfsee wurde 1971 als Stausee errichtet, um Hochwasser durch Ansteigen der Hase in der Gemeinde zu verhindern. 1996 erfolgte die Anlage eines Reservebeckens. Das innere Staubecken ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Gäste können dieses über einen Rundweg auf der Deichkrone betrachten. Heute ist der Alfsee ein beliebtes Naherholungsgebiet in der Gemeinde. Am Ostufer des Alfsees, in der Nachbargemeinde Rieste, findet sich  der Alfsee-Ferien- und Erholungspark mit 3-Sterne-Hotel, Wellness-Welt, Campingplatz, der Erlebnisanlage Germanenland, Wasserski- und Planwagenfahrten-Angebot.

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