Alkoholische Getränke sind in Deutschland günstiger als in vielen europäischen Nachbarländern, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, die am Montag für den „Trockenen Januar“ veröffentlicht wurden.
Der Konsum bleibt trotz des Rückgangs hoch, und Gesundheitsexperten sagen, dass der einzig sichere Alkoholgehalt Null ist, während höhere Steuern den Konsum reduzieren könnten.
Wie teuer ist Alkohol in Deutschland?
Im Oktober 2025 lagen die Alkoholpreise in Deutschland 14 % unter dem Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedstaaten.
In einer Stichprobe von zehn europäischen Ländern wies Finnland mit Abstand die höchsten Preise auf, wobei alkoholische Getränke 110 % mehr kosteten als der EU-Durchschnitt.
Lediglich in Italien sind alkoholische Getränke im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch günstiger. Kunden können sie dort zu Preisen kaufen, die 19 % unter dem EU-Durchschnitt liegen.
In Finnland hingegen mussten Verbraucher mehr als das Doppelte des EU-Durchschnitts zahlen. Es folgten Dänemark (123 % des Durchschnittspreises) und Belgien (113 %).
Wie viel trinken die Deutschen und wie sieht es im Vergleich aus?
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist der Alkoholkonsum in Deutschland nach wie vor hoch: Im Jahr 2022 wurden pro Person ab 15 Jahren 11,2 Liter reinen Alkohols getrunken.
Dies ist jedoch ein Rückgang gegenüber den 12,1 Litern pro Person, die zehn Jahre zuvor konsumiert wurden, und bringt Deutschland im Jahr 2022 zusammen mit Frankreich und Portugal auf Platz 9 der Liste der stärksten Trinker in der EU.
Mit Abstand an der Spitze dieser Liste steht Rumänien mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 17,1 Litern reinem Alkohol.
Es folgten Lettland mit 14,7 Litern und Tschechien mit 13,7 Litern. In den Hochpreisländern Finnland und Dänemark betrug der Pro-Kopf-Verbrauch 9,5 bzw. 10,0 Liter reinen Alkohols. Zurückhaltender waren die Menschen in den Mittelmeerländern: Griechenland (7,0 Liter pro Kopf), Malta (6,2 Liter) und Zypern (5,2 Liter).
Suchtforscher beobachten in Deutschland einen langfristigen Rückgang des Pro-Kopf-Konsums, allerdings ausgehend von einem immer noch hohen Niveau. „Vor allem Männer trinken weniger als früher – Frauen nicht unbedingt“, sagt Expertin Carolin Kilian vom Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Auch bei sehr jungen Menschen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren ist der Alkoholkonsum rückläufig.
Doch während Deutschland möglicherweise einer der günstigsten Orte in der EU ist, um alkoholische Getränke zu kaufen, gilt dies nicht für Erfrischungsgetränke, die 2 % über dem EU-Durchschnitt kosten.
Im Vergleich zu Lettland, das eine hohe Zuckersteuer hat und wo alkoholfreie Getränke ganze 46 % über dem EU-Durchschnitt liegen, ist das immer noch recht niedrig.
Herausgegeben von: Roshni Majumdar
