Goslarer Braumeistersteak

Deftige Spezialität aus dem Harz

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 24.02.2017
Rezept: Spezialität Goslarer Braumeistersteak

Das Goslarer Braumeistersteak gilt als einer der bedeutenden Spezialitäten im Harz und war schon bei den Bergleuten und Köhlern der Region eine Leibspeise. Kein Wunder, denn in diesem Gericht, das auf die Brautradition in der Kaiserstadt Goslar zurückgeht, steckt jede Menge Gutes - z. B. deftige Nackensteaks vom Schwein und Goslarer Gose Bier.

Bevor wir zum Rezept kommen, eine kleine Zeit- und Geschichtsreise durch das kulinarische Goslar. Goslar am Harz gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises Goslar. Als Rom des Nordens bietet die Kaiserstadt eine Fülle an Sehenswürdigkeiten, darunter die weltberühmte romanische Kaiserpfalz, der Marktplatz mit dem gotischen Rathaus und das Siemenshaus, das bezeichnend für die große Siemens-Familie steht.

Und mit dem Siemenshaus und seinen Bewohnern geht auch die Brautradition in Goslar einher, denn die Familie gilt seit 1384 als Stadtgeschlecht, das auf den Ackerbürger Henning Symons zurückgeführt wird. Mit dem so genannten Stammvater Ananias Siemens (1538-1591), einem Brauer, Ölmüller und Schuhmacher, zog das Brauwesen in Goslar ein. Das Siemens-Stammhaus in Goslar ist heute ein unverzichtbares Ziel der beliebten Braukunst-Führungen in Goslar.

Im Harz wird traditionell Gose gebraut. Der Name leitet sich vermutlich vom kleinen Fluss Gose ab, der durch die Stadt Goslar verläuft und früher das Wasser für die Brauereien lieferte. Schriftlich wurde Gose Bier erstmals 1332 in einer Urkunde des Klosters Ilsenburg erwähnt, das im Landkreis Harz/Sachsen-Anhalt zu finden ist. Eine weite Verbreitung erlangte das herb-salzige Bier im Mittelalter zunächst in den Regionen Leipzig, Dessau und Halle. Gose-Bier avancierte um 1900 zum Kultbier in Leipzig, weshalb die Stadt auch den Beinamen Gosestadt erhielt. Schon damals war das eher schwer bekömmliche Bier für die Biersuppe eine besondere Spezialität. Nach einer längeren Pause von über 100 Jahren steht Gose heute wieder auf dem Braukonzept des Goslarer Brauhauses, das die Tradition weiterführt. Wer das Goslarer Braumeistersteak aus Meisterhand und an Ort und Stelle verkosten möchte, dem sei die „Butterhanne“ ans Herz gelegt, ein Wirtshaus im historischen Stil und im alten Gildehaus der Filzhutmacher direkt am Marktplatz in Goslar.

Rezept: Goslarer Braumeistersteak

Für alle, die jetzt schon Lust auf das Traditionsgereicht bekommen haben, hier das Rezept. Zutaten (für vier Personen):

  • vier Schweinenackensteaks (Kotelett),
  • 60 g geräucherten Speck,
  • 200 ml Gose Bier oder alternativ dunkles Bier,
  • etwas klare Brühe,
  • 4 Zwiebeln,
  • Öl, Zucker, Salz, Pfeffer.

Zubereitung des Goslarer Braumeistersteaks

Schneiden Sie den Fettrand der Schweinenackensteaks an zwei bis drei Stellen ein und braten Sie diese in heißem Öl von jeder Seite ca. 5 Minuten an. Würzen Sie dann mit Salz und Pfeffer. Die Koteletts herausnehmen und eingewickelt in Alufolie für ca. 10 Minute ruhen lassen. Der Speck wird im Bratöl ausgelassen, bis er knusprig ist. Die geschälten und in Ringe geschnittenen Zwiebeln kommen im Anschluss in die Pfanne und werden goldbraun geröstet. Nun wird die Hälfte der Zwiebeln in der Pfanne mit dem Gose-Bier, einem achtel Liter Wasser und einem Schuss Brühe abgelöscht. Damit die Soße bindet, muss sie noch einmal aufgekocht werden und anschließend für 5 Minuten köcheln. Zum Schluss mit Salz, Pfeffer, Zucker würzen und zusammen mit den warmen Steaks, dem Speck und der anderen Hälfte Zwiebeln auf einem Teller anrichten. Zu dieser Spezialität aus Niedersachsen schmecken Bratkartoffeln und grüner Salat.

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