Arbeitsmarkt erholt sich weiter

Jugendarbeitslosigkeit ein Problem

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 30.06.2010
Arbeitsagentur in Hannover

Der Arbeitsmarkt in Niedersachsen erholt sich weiter. Im Juni waren 291.625 Menschen in Niedersachsen arbeitslos gemeldet. Das sind 4.050 weniger als im Mai und 13.968 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sank damit auf 7,3 Prozent, was gegenĂŒber dem Vorjahresmonat ein RĂŒckgang von 0,4 Prozentpunkten ausmachte.

Diese insgesamt positiven Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt wurden allerdings durch die steigende Jugendarbeitslosigkeit gedĂ€mpft. „Die im Sommer stets steigende Jugendarbeitslosigkeit setzte durch den frĂŒhen Ferienbeginn schon im Juni ein. Vor allem auslaufende AusbildungsvertrĂ€ge fĂŒhrten zu einem Anstieg, der sich aber erfahrungsgemĂ€ĂŸ in den kommenden Monaten wieder relativieren wird“, erklĂ€rte Klaus Oks, Mitglied der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Agentur fĂŒr Arbeit. Außerdem habe die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren trotz des Anstieges noch unter dem Vorjahresniveau gelegen. 29.546 Unter-25-JĂ€hrige waren im Juni arbeitslos gemeldet. GegenĂŒber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg um 6,2 Prozent, gegenĂŒber dem Vorjahresmonat ist diese Zahl um 9,5 Prozent gesunken. Im Juni entsprach das bei dieser Personengruppe einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent.

Oks wies heute bei der Vorstellung der Arbeitsmarktzahlen jedoch darauf hin, dass die Entwicklung nach wie vor positiv sei. Die Betriebe meldeten verstĂ€rkt freie Stellen und die sozialversicherungspflichtige BeschĂ€ftigung ist ebenfalls weiter gestiegen. Denn nach den vorlĂ€ufigen hochgerechneten Ergebnissen von Ende April 2010 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26.150 auf rund 2,44 Millionen an. Der Anstieg verlief dabei prozentual gesehen stĂ€rker als der des Bundesdurchschnitts. Die grĂ¶ĂŸten BeschĂ€ftigungsgewinne in Niedersachsen gegenĂŒber dem Vorjahr verzeichneten erneut die Bereiche „Wirtschaftliche Dienstleistungen“ mit einem Anstieg um 5,3 Prozent, „Erziehung und Unterricht“ um +5,5 Prozent und „Gesundheits- und Sozialwesen“ um 3,4 Prozent. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung des Dienstleistungsbereichs „ArbeitnehmerĂŒberlassung“, der um 21,8 Prozent mehr BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse verzeichnete. Die Verliererbranche ist vorrangig das „Verarbeitende Gewerbe“ mit einem RĂŒckgang von 2,5 Prozent.

Eine gute Entwicklung zeigte sich im Juni auch bei der Personalnachfrage, die sowohl gegenĂŒber Mai als auch gegenĂŒber dem Vorjahresmonat angestiegen ist. 18.862 ungeförderte Stellen wurden neu gemeldet. Das entspricht einem Anstieg um 3,7 Prozent gegenĂŒber Mai und 33,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresmonat.

Die niedersĂ€chsischen Regionen sind weiterhin sehr unterschiedlich von Arbeitslosigkeit betroffen. Von 4,0 Prozent und 11,1 Prozent reichen die Werte der Bezirke der Agentur fĂŒr Arbeit. Die höchsten Quoten weisen die Regionen Bremerhaven und Bremen (beide inklusive niedersĂ€chsisches Umland), Hannover, Goslar und Wilhelmshaven auf. Die geringsten Quoten meldeten Nordhorn, Vechta, Verden und Nienburg.

 

Foto: Regionaldirektion Hannover-Bremen

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