Bundesprogramm BĂŒrgerarbeit startet

18 Projekte in Niedersachsen

ein Niedersachsen-Artikel von Michael Weber - 12.07.2010
Bundesprogramm BĂŒrgerarbeit

Das Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales hat den Weg fĂŒr die Umsetzung des Bundesprogramms BĂŒrgerarbeit in den Regionen freigemacht. FĂŒr Niedersachsen heißt das: 18 Projekte zur Aktivierung und Vermittlung von Beziehern von Arbeitslosengeld II können starten. Damit werden alle in Berlin eingereichten Projekte aus Niedersachsen gefördert. Rund 12.000 EmpfĂ€nger von Arbeitslosengeld II werden betreut und fĂŒr etwa 2.800 Personen eröffnen sich nun Chancen auf eine mit Bundes- und Drittmitteln finanzierte BeschĂ€ftigung.

Die Modellprojekte fĂŒr „BĂŒrgerarbeit in Niedersachsen“ zielen zunĂ€chst insbesondere auf die Integration von Arbeitslosen in regulĂ€re BeschĂ€ftigung ab. DafĂŒr will sich das Land Niedersachsen ergĂ€nzend zur Bundesförderung mit bis zu 20 Mio. Euro finanziell beteiligen. Der Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Regionaldirektion, Klaus Stietenroth, und Niedersachsens StaatssekretĂ€r fĂŒr Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Oliver Liersch, lobten heute in Hannover das Engagement der Jobcenter und kommunalen TrĂ€ger der Grundsicherung: „Innerhalb kĂŒrzester Zeit sind qualitativ hochwertige Projekte entwickelt worden. Alle sind vom Bund berĂŒcksichtigt worden, sodass sie umgesetzt werden können.“ Nun gelte es, im Konsens mit den lokalen Arbeitsmarktakteuren die BĂŒrgerarbeit strikt wettbewerbsneutral zu regulĂ€rer BeschĂ€ftigung zu organisieren. „Die Integration von HilfebedĂŒrftigen in den ersten Arbeitsmarkt ist eines der primĂ€ren Ziele der Arbeitsmarktpolitik in Niedersachsen, die unter dem Leitsatz ‚Erster Arbeitsmarkt zuerst’ steht. Daher freuen wir uns, dass die AntrĂ€ge aus Niedersachsen so erfolgreich waren“, sagte Liersch.

Wo die Integration in den ersten Arbeitsmarkt nicht gelingt, mĂŒnden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in öffentlich finanzierte BeschĂ€ftigung ein. HierfĂŒr wendet der Bund in Niedersachsen bis Ende 2013 rund 106 Millionen Euro auf. „BĂŒrgerarbeiter“ sollen in den einzelnen Projekten in sozialen und karitativen Einrichtungen unter anderem in den Bereichen Kinderbetreuung sowie Jugendprojekten, Alteneinrichtungen und Tafeln eingesetzt werden. Über die Einrichtung von BĂŒrgerarbeitsplĂ€tzen wird vor Ort von Tarif- und Sozialpartnern entschieden.

Das Modellprojekt BĂŒrgerarbeit setzt sich zusammen aus den vier Stufen: Beratung/Standortbestimmung, VermittlungsaktivitĂ€ten, Qualifizierung/Förderung und die eigentliche BĂŒrgerarbeit als sozialversicherungspflichtige BeschĂ€ftigung im Bereich von zusĂ€tzlicher und im öffentlichen Interesse liegender Arbeit. Mit der BĂŒrgerarbeit erhalten arbeitslose Menschen, bei denen eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt noch nicht möglich ist, sinnvolle BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten. Wichtig ist, dass sie auch wĂ€hrend der BeschĂ€ftigung begleitet werden, attraktive BeschĂ€ftigungsangebote erhalten und so der Übertritt in den ersten Arbeitsmarkt möglich bleibt. Der Bund fördert die eigentliche „BĂŒrgerarbeit“ aus Bundesmitteln und Mitteln des Bundes aus dem EuropĂ€ischen Sozialfonds mit einem zeitlichen Umfang von 30 Wochenstunden und einem Arbeitnehmerbrutto von 900 Euro monatlich zuzĂŒglich 180 Euro fĂŒr die Sozialversicherung.

 

Foto: Agentur fĂŒr Arbeit

Rubrik Nachrichten: