Der Ingenieur ist der erste Mensch mit Rollstuhl, der den Weltraum besucht

von Otto Hofmann
1 Minuten Lesedauer

Die deutsche Ingenieurin Michaela Benthaus ist am Samstag als erste querschnittsgelähmte Person ins All gereist.

Die kurze suborbitale Reise wurde vom Weltraumtourismusunternehmen Blue Origin des US-Milliardärs Jeff Bezos durchgeführt.

Die Samstagsexpedition war der 16. Flug mit Besatzung für das Unternehmen.

Mit an Bord waren auch der ehemalige Raumfahrtingenieur Hans Königsmann aus Deutschland und vier US-Unternehmer.

Die New Shepard NS-37 startete um 8:15 Uhr Ortszeit (1415 UTC) von einem Bezos-Anwesen in West-Texas zu einem Flug, der etwa 11 Minuten dauerte.

Das Schiff erreichte eine Höhe von etwa 100 Kilometern (rund 62 Meilen).

Während der Fahrt erlebten die Passagiere einen kurzen Moment der Schwerelosigkeit.

Dutzende Menschen sind mit Blue Origin ins All gereist, darunter die Popsängerin Katy Perry und der ehemalige Star Trek-Schauspieler William Shatner. Das Unternehmen will mit SpaceX von Elon Musk konkurrieren.

Michael Benthaus im blauen Anzug sitzt am Fenster der Blue Origin-Kapsel in der Wüste von Texas
Die Blue Origin-Kapsel landete in einem Wüstengebiet im Westen von Texas im Südwesten der USA

„Es war das coolste Erlebnis aller Zeiten“

Die 33-jährige Benthaus äußerte sich nach ihrer Rückkehr zur Erde überschwänglich über ihre Erfahrungen im Weltraum.

„Ehrlich gesagt war es das coolste Erlebnis aller Zeiten“, sagte der Ingenieur, der bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) arbeitet.

„Ich denke, man sollte seine Träume niemals aufgeben. Manchmal ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie wahr werden, auch nur gering“, sagte sie.

Benthaus erlitt im Alter von 26 Jahren bei einem Mountainbike-Unfall eine Wirbelsäulenverletzung und sitzt nun im Rollstuhl.

Sie forderte die Welt dazu auf, die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

„Nach meinem Unfall … habe ich wirklich, wirklich herausgefunden, wie unzugänglich unsere Welt immer noch ist“, sagte sie und sagte, dass Einrichtungen für behinderte Menschen erforderlich seien, um eine „integrative Gesellschaft“ zu bilden.

Herausgegeben von: Dmytro Hubenko

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