Deutsche Behörden nehmen zwei Personen wegen China-Spionagevorwürfen fest

von Otto Hofmann
2 Minuten Lesedauer

Ermittler haben am Mittwoch zwei Münchner wegen des Verdachts der Spionage für China festgenommen, teilte die Generalbundesanwaltschaft mit.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um ein Ehepaar mit deutscher Staatsbürgerschaft, identifiziert als Xuejun C. und Hua S..

Was wird dem Paar vorgeworfen?

Die Staatsanwälte sagten, das Paar stehe im Verdacht, für einen chinesischen Geheimdienst zu arbeiten.

„Um Zugang zu wissenschaftlichen Informationen über Hightech-Technologien mit militärischer Anwendung zu erhalten, bauten sie Kontakte zu zahlreichen Wissenschaftlern an deutschen Universitäten und Forschungsinstituten auf“, schreiben die Staatsanwälte.

Ein nicht gekennzeichnetes Polizeiauto transportiert Verdächtige zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe zur Anhörung über ihre Untersuchungshaft. 20. Mai 2026.
Die Verdächtigen wurden zur Anhörung über ihre Untersuchungshaft nach Westen nach Karlsruhe gebracht, wo sich die höchsten Gerichte des Landes befinden

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Pflege von Kontakten zu „Universitätsprofessoren aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Informatik und Künstliche Intelligenz“.

Sie sollen sich unter anderem als Übersetzer und Mitarbeiter eines deutschen Autoteilelieferanten ausgegeben haben, um sich Zugang zu verschaffen.

„Einige Wissenschaftler wurden unter der Prämisse nach China gelockt, gegen Bezahlung Vorträge vor dem zivilen Publikum zu halten“, behaupteten die Staatsanwälte. „In Wirklichkeit fanden diese Präsentationen dann vor verbundenen oder staatlichen Waffenfirmen statt.“

Die chinesische Botschaft in Berlin, draußen weht eine chinesische Flagge im Wind. Archivbild vom 2. Februar 2022.
Dem Paar wurde vorgeworfen, für einen chinesischen Geheimdienst gearbeitet zu haben, dessen Namen die Staatsanwaltschaft nicht nannte

Was ist sonst noch bei der Operation am Mittwoch passiert?

Die beiden Personen wurden am Mittwoch aufgrund eines eine Woche zuvor erlassenen Haftbefehls festgenommen; Die Bundesanwaltschaften arbeiteten mit den Behörden in Bayern zusammen.

Das Ehepaar wurde später am Mittwoch dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt, um dort über die Unterbringung in Untersuchungshaft zu entscheiden.

Die Münchner Wohnungen und Arbeitsplätze der Tatverdächtigen wurden durchsucht.

Weitere Einsätze im Zusammenhang mit den Festnahmen fanden auch in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen statt.

Ziel war die Kontaktaufnahme zu Zeugen, die nicht im Verdacht einer Straftat stehen.

Herausgegeben von: Wesley Dockery

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