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Achim

Stadt am Wasser

Die größte Stadt im niedersächsischen Landkreis Verden ist Achim mit einer Einwohnerzahl von 32.103 (Stand 2020) und einer Fläche von ca. 68 qkm. Durch ihre Lage an der Weser, am Rand der Achim-Verdener Geest, wird sie auch als „Stadt am Wasser“ bezeichnet.

Das Zentrum im nördlichen Verdener Landkreis ist in die Ortschaften Bollen und Embsen sowie in die Ortsteile Achim, Baden, Badenermoor, Bierden, Borstel, Uesen und Ubhusen unterteilt. Im Ortsteil Baden warten die Badener Berge, deren Landschaft sich aus Marschland, dem Badenermoor und Dünenerhebungen zusammensetzt und ein faszinierendes Naturareal für über 130 Bienenarten bietet.

Die geschichtliche Entwicklung der Stadt

Durch die Christianisierung war Achim einst Teil des Erzbistums Bremen. Die erste urkundliche Erwähnung unter der Bezeichnung „Arahem“ stammt aus dem Jahre 1091. Der Name geht auf eine heidnische Kult- und Gerichtsstätte unter Linden zurück. In früher Zeit galt Achim als Versammlungsort des sogenannten Gogerichts (sächsisches Hundertschaftsgericht), dessen Vorsitz zunächst der Gograf oder Staller innehatte. Später traten an dessen Stelle die Herren von Clüver vom Erzbischoftum Bremen. 1852 wurde der Begriff Gogericht durch die Bezeichnung Verwaltungsbezirk abgelöst, das Amtsgericht übernahm nun die entsprechenden Aufgaben.

Die erste Kirche entstand in Achim im 12. Jahrhundert als Taufkirche, die von der christlichen Mission errichtet wurde. Kirchliches Wahrzeichen und ältestes Bauwerk der Stadt ist die St. Laurentiuskirche, die im Jahre 1257 zum ersten Mal urkundliche Erwähnung fand.

Ende des 14. Jahrhunderts fiel Achim der Brandstiftung zum Opfer, die sich aus den Kämpfen der Beteiligten am Lüneburger Erbfolgekrieg ergab. In der Zeit zwischen 1626 und 1712 erfolgten im Zuge des Dreißigjährigen und Siebenjährigen Krieges Besetzungen der Stadt durch dänische, schwedische sowie französische Truppen. Der Wiener Kongress (1814 – 1815) brachte Achim zum Königreich Hannover. Der erste eigene Bahnhof wurde 1847 in Betrieb genommen. Ab 1854 blühte die Wirtschaft durch die Zigarettenherstellung in Achim auf. 

Ab 1866 war Achim preußische Provinz und erhielt 1885 den Status einer Kreisstadt. Die Zusammenlegung der Kreise Verden und Achim zum Kreis Verden im Jahre 1932 war für den Altkreis mit Gemeindeverlusten verbunden, auch der Sitz der Kreisverwaltung wurde in die Stadt Verden verlegt. Ab 1902 entstand das erste Industriegebiet am Bahnhof mit einer Brotfabrik, einer Maschinenfabrik und einer Brunnenbohranstalt. In den heutigen Gemeinden Uesen und Uphusen nahmen ab 1904 Hartsteinwerke zur Ziegelproduktion ihren Betrieb auf. 

Am 01. Mai 1949 erhielt Achim die Stadtrechte. Durch die Zuwanderung von ostdeutschen Vertriebenen, türkischen Gastarbeitern und den Zuzug von Bürgern aus Bremen vergrößerte sich die Einwohnerzahl kontinuierlich, was 1964 den Bau des Wohngebietes Achimer Vahr (Magdeburger Viertel) begründete. Auch das Wirtschaftspotential vergrößerte sich durch die Ansiedlung weiterer Fabriken und renommierter Unternehmen wie DESMA, Borgward und Vitakraft.

Die neue Stadt Achim bildete sich 1972 durch den Zusammenschluss mit den Gemeinden Bierden, Bollen, Embsen, Uesen und Uphusen. 1993 wurde an anstelle des ersten Amtshauses das Neue Rathaus erbaut. Im alten Rathaus befindet sich heute das Amtsgericht.

Wirtschaft und Verkehr in Achim

Bis 1865 lebten die Bürger des einstigen Dorfes fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Die Industrialisierung und die damit verbundene Ansiedlung von großen Fabriken brachten den wirtschaftlichen Wendepunkt. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Achim als Hochburg der Zigarettenproduktion. Bekannt wurde die Stadt auch durch ihre Honigkuchenproduktion, die 1978 eingestellt wurde.

Es entstanden zahlreiche Industrie- und Gewerbegebiete. Mehr als 2.000 Unternehmen zählt die Stadt am Wasser heute. Darunter sind viele internationale Firmen wie Vitakraft, Coca Cola und DESMA vertreten. Einen Großteil macht die Herstellung von Eisen- und Stahlerzeugnissen, Umweltschutz-, Maschinen- und Industrieanlagen sowie Nahrungs-/Genussmitteln aus.

Auf dem Stadtgebiet befindet sich das Bremer Kreuz, weiterhin ist die Stadt an die Bundesautobahnen A1 und A27 angeschlossen. Mit der Anbindung an die Bahnstrecke Bremen Hannover bieten sich stündliche Verbindungen nach Bremen und Hannover mit Anschlussmöglichkeiten an den Fernverkehr. Weiterhin ist die Stadt an das Regio-S-Bahn-Netz Bremen/Niedersachsen angebunden. Der öffentliche Nahverkehr zwischen der Stadt und den Ortsteilen sowie der nahen Umgebung wird durch Linien- und Bürgerbusse abgedeckt.

Sehenswürdigkeiten in Achim

Die Stadt am Wasser wartet mit reizvollen und historischen Sehenswürdigkeiten auf. Das älteste Bauwerk ist die St. Laurentius-Kirche, die dem heiligen Laurentius von Rom geweiht ist. 1257 wurde der romanische Feldsteinbau erstmals urkundlich erwähnt. Fenster und angebaute Kapellen stammen aus der Spätgotik. In den Kapellen sind Grabdenkmäler untergebracht. Im Spätbarock entstand der Altar mit prachtvollen, gold- und elfenbeinfarbenen Seitenvoluten. In den 1960er Jahren wurde die Kirche renoviert, 2012 kam bei einer weiteren Innenrenovierung eine Barockmalerei zu Tage.

Zu den bedeutenden Baudenkmälern in Achim gehört das Clüverhaus, das im Zeitraum von 1970 bis 1976 mit einem hohen Investitionsbudget aufwendig restauriert wurde. Es erzählt von der Geschichte des einstigen Bauerndorfes mit 14 großen Bauernhöfen rund um die St. Laurentius-Kirche, das als „Achimer Bauernviertel“ den ältesten Siedlungsbereich der Stadt abbildet. Erbaut wurde das Clüverhaus im Jahre 1824 als niedersächsisches Zweiständer-Fachwerkbauernhaus. Durch einen Brand 1823 wurde das Haus zerstört und später wieder von der Stadt rekonstruiert. Heute kann man hier genüsslich einen Kaffee trinken und sich auch das Ja-Wort geben.

Neben der Zigarettenproduktion hatte auch die Honigkuchenherstellung in Achim im 19. Jahrhundert einen großen Stellenwert. „Riekes Honigkuchenfabrik“ galt als Mittelpunkt der süßen Leckerei. Als Bäckerei und Conditor von Peter-Heinrich Rieke 1862 gegründet, wuchs das Unternehmen ab 1910 mit dem neuen Teilhaber Johannes Marschhausen zur großen Honigkuchenfabrik. An dieses Traditionshaus erinnert heute noch die Fassade der Fabrik, die 1978 ihren Betrieb endgültig einstellte.

Die Achimer Mühle auf dem Geestrücken wurde 1761 errichtet. Die 29 m hohe, zweistöckige  Galerie-Holländer-Windmühle besitzt vier, je 11 m lange Flügel, der Turm ist mit Reet gedeckt. Die Windrose zur Optimierung des Mahlbetriebs wurde 1912 angebaut und später durch einen Elektromotor ersetzt. Die 1965 stillgelegte Mühle ist heute ein zu besichtigendes Kulturdenkmal. Interessierte erfahren hier bei Mühlenführungen alles Wissenswerte über die handwerkliche Konstruktion der Mühle sowie deren Arbeitsweise.

Weitere Denkmäler und Skulpturen finden sich direkt in der Innenstadt und lassen sich auf der Denk-mal-Tour ausgiebig auf einem ca. 2 km langen Rundweg erkunden. Dazu gehören beispielsweise der Hungerbrunnen (1793), die Skulptur „Der Vorleser oder Zigarettenmacherturm (1994), das Jüdische Mahnmal (1874) und das Achimer Glockenspiel.

Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen in Achim

Auf und entlang der Weser, in der schönen Geestlandschaft, aber auch mitten drin in der belebten Stadt, können Einheimische wie Besucher ihre Freizeit abwechslungsreich und aktiv gestalten. So bieten sich für Schwimmfans Frei- und Hallenbad, wer sich lieber auf dem Wasser treiben lässt, ist mit einer Aller-Weserfahrt auf den Fahrgastschiffen der Reederei „Flotte Weser“ bestens bedient. Auch kann das Ruder bzw. Steuer selbst in die Hand genommen werden, denn im Uesener Weserhafen stehen zwei mietbare Motorboote für Touren ohne Vorkenntnisse und Führerschein bereit.

Wandern und Radeln – Auch diese gesunden Freizeitaktivitäten können in Achim vielseitig verwirklicht werden, z.B. auf dem Weser-Radweg, auf den Wander- und Radtouren „Störtebeker legendär“ oder „Auf den Spuren der Stadtmusikanten“.

Der Generationenpark am alten Rathaus ist ein beliebter Treffpunkt für Sport und Spiel sowie entspannte Spaziergänge.

Zum geselligen Feiern, Kontakte knüpfen und Neues entdecken, bieten sich in der quirligen Stadt die „Frühlingsfantasien“, das Achimer Kinderfest, das Stadtfest, das GartenKultur-Musikfestival, das Wein- und Winzerfest sowie der Weihnachtsmarkt an.

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