Bifurkation Melle-Gesmold

Infos und Ausflugsziele zur Landschaft

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 13.01.2018
Bifurkation Melle-Gesmold

Naturdenkmal, Umweltbildungsstandort und Naherholungsgebiet für Jung und Alt: Gleich mehrere Funktionen erfüllt die Bifurkation Melle-Gesmold im niedersächsischen Landkreis Osnabrück. In Melle, der größten Stadt des Landkreises, liegt der Stadtteil Gesmold idyllisch zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge, in dem sich eine der wenigen weltweiten Bifurkationen befindet. Die Bifurkation Melle-Gesmold ist ein Besuchermagnet und bietet nicht nur ein Naturdenkmal der besonderen Art, sondern auch jede Menge Freizeitvergnügen, denn das Bifurkationsgelände mit einzigartiger Landschaft gilt als eines der großen Naherholungsgebiete in der Region.

Wissenswertes über das Naturdenkmal Bifurkation Melle-Gesmold

Der Begriff Bifurkation steht allgemein für Gabelung oder Spaltung. Von der Flussbifurkation spricht man, wenn ein Fluss sich auf natürliche Art und Weise in zwei Arme teilt und ein Flussarm für sich weiterzieht, Wasser von anderen Zuläufen aufnimmt und einen eigenständigen Fluss bildet.

Die Bifurkation ist deshalb so ein besonderes Naturereignis, da Flüsse normalerweise eine Quelle haben, die Entstehung durch Gabelung an exponierter Stelle ist hingegen äußerst selten. Sie tritt an flachen Wasserscheiden auf. Die Bifurkation wird auch gleichgesetzt mit der geographischen Stelle, an dem das Wasser des Hauptflusses abzweigt und so einen neuen, eigenständigen Fluss bildet.

In Melle-Gesmold lässt sich dieses Naturschauspiel hautnah bewundern, denn dort zweigt die Else von der Hase ab und mündet in die Werre, einem Nebenfluss der Weser.

Die Quelle der Hase liegt in Melle-Wellingholzhausen. Auf ihrem Weg zur Bifurkation nimmt sie Wasser von verschiedenen Quellen und Bächen auf. Der Uhlenbach hat ebenfalls das gleiche Quellgebiet. Beide Gewässer verlaufen durch zwei unterschiedliche Flusstäler des Teutoburger Waldes, die sich etwa 400 m vor der Bifurkation zu einer Talaue vereinen. An der Bifurkation Melle-Gesmold bildet sich ein neuer Zwillbach, die Else, die auf schlängelndem Weg bis zu ihrer Mündung in die Werre das Wasser des Uhlenbachs aufnimmt. Die Hase fließt in die Ems, die Werre, welche die Else aufgenommen hat, in die Weser. Sowohl Ems als auch Weser münden in die Nordsee.

Bifurkation: Umweltbildungsstandort und Naherholungsgebiet

Das Bifurkationsgelände erreichen Besucher über den Parkplatz in der Allendorfer Straße Melle-Gesmold. Von dort sind noch etwa 450 Meter Fußweg zurückzulegen. Das Gelände, das sich östlich der Gabelung befindet, umfasst ca. 6 Hektar Fläche, auf denen Feuchtbiotope, Grünwiesen, Wege und Brücken angelegt wurden. Seit dem Jahr 2000 gilt das Gelände als Umweltbildungsstandort mit ausführlichen Informationen, Modellen und interaktiven Stationen für Interessierte. Das sogenannte Teilungsbauwerk, das Besucher erblicken, wurde zur Regulierung der Wassermengen errichtet. Eine besondere Station widmet sich der Bifurkationssage, nach der die Else an der Stelle entstanden ist, an der einst eine schöne Müllerin den Tod fand.

Spezielle Aktionsveranstaltungen, u.a. für Schulklassen, Gruppen, Heimatvereine, Familien, die das Thema Bifurkation sowie weitere ökologische Themen der Region auf unterhaltsame Art und Weise behandeln, runden das Angebot ab. Auf dem Gelände ist aber noch weit mehr geboten, denn hier warten idyllische Naturwiesen, ein großes Wassertretbecken sowie eine Grillhütte, die zu mieten ist.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten in der direkten Umgebung

Das Stadtgebiet von Melle sowie Gesmold bieten weitere Sehenswürdigkeiten, die sich auf einem Ausflug zur Bifurkation hervorragend miteinander verbinden lassen. So liegt Schloss Gesmold nahe. Wer von Schlössern und Burgen gar nicht genug bekommen kann, dem seien auch die Diedrichsburg und Schloss Königshof in der Region ans Herz gelegt. Zahlreiche Landgüter mit Tradition gibt es ebenfalls zu bestaunen. Zu nennen sind hier beispielsweise Gut Ostenwalde, Gut Bruche und Gut Sondermühlen.

Die reizvolle Landschaft zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald, in der auch die Täler von Hase und Else verlaufen, wird als „Grönegau“ bezeichnet und eröffnet Naturfreunden und Wanderern ein abwechslungsreiches Paradies und exzellente Wanderwege wie den Gesmolder Ringweg. Radfahrer können entlang der Bifurkation gemütlich in die Pedale treten und die Hase-Ems-Tour genießen.

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