Borkum

Die größte ostfriesische Insel

ein Niedersachsen-Artikel von Redaktion - 25.11.2011
Eine Markierung auf Borkum weist Schiffen den Weg

Borkum ist die größte und westlichste bewohnte ostfriesische Insel in der Nordsee vor Niedersachsen. Die Stadt gliedert sich in den gleichnamigen Hauptort im westlichen Inselteil sowie in die Ortsteile Ostland und Reede. Etwa 5.200 Einwohner leben auf der Insel, die jährlich mehr als 300.000 Besucher aus aller Welt begrüßt. Diese bescheren den Hotels und Pensionen ca. 2,5 Millionen Übernachtungen. Das Urlaubsziel gehört zur Region Ostfriesland und befindet sich im Landkreis Leer. Das Eiland ist 10 km lang und etwa 7 km breit, ihre Größe beträgt rund 36 qkm. Die niederländische Küste ist ca. 12 km entfernt. Borkum ist die westlichste deutsche Nordseeinsel, östlich von ihr liegen Juist sowie die unbewohnten Inseln Kachelotplate, Memmert und Lütje Hörn. Im Westen beginnen die Westfriesischen Inseln der Niederlande. Direkter Nachbar hinter der erweiterten Emsmündung ist die unbeweohnte Rottumerplaat. Die erste echte Urlaubsinsel folgt westlich davon mit Schirmonnikoog. Die deutsche Insel befindet sich damit an der Schnittstelle der Westfriesischen und Ostfriesischen Inseln.

Seit dem Jahr 2009 ist das Wattenmeer, welches Borkum umgibt, UNESCO Weltnaturerbe und die Gezeiten lassen Besucher und Touristen immer wieder Staunen. Die herrliche Landschaft der Insel Borkum wird von Naturliebhabern geschätzt und die sehr gepflegten und weitläufigen Strände sind bei Badeurlaubern aufgrund der Sauberkeit sehr beliebt.

Familien mit Kindern jeden Alters, Paare, Jugend-, Senioren-, Reisegruppen, Menschen mit Handicap und Haustier, FKK-Freunde sind auf der barrierefreien Insel herzlich willkommen. Die kürzere Auszeit oder ein langer Kururlaub, das Wellness-Wochenende oder Strandferien - Borkum wartet mit den passenden Angeboten und Unterkünften für jede Klientel. Hotel, Ferienwohnung, Ferienhaus, Appartement, Pension, Jugendherberge und Campingplatz bieten eine große Auswahl für das eigene Budget und individuelle Ansprüche. Zudem finden sich zahlreiche allergikergerechte  Unterkünfte. Einzigartige Naturlandschaften, Ebbe und Flut, das Niedersächsische Wattenmeer, seltene Flora und Fauna, Schutzgebiete machen die ostfriesische Insel zu einer Oase für Augen und Geist. Zu jeder Jahreszeit zeigt sie sich mit einem anderen fabelhaften Gesicht - in satten bunten Farben des Frühlings, mit lachender Sommerfrische, einem goldenen Herbstgewand oder mit glitzerndem Schnee überzogen. Immer begleitet von der exzellenten gesunden und klaren Luft- Eben ideal zum Auf- und Durchatmen!

Geschichte

Auf der Insel ist die lange Geschichte förmlich greifbar, denn überall warten - mal offensichtlich und mal versteckter - die Spuren und Relikte aus der Vergangenheit und aus der Tradition der Walfänger. Die "Bohneninsel - Burchana fabaria", wie sich Borkum namentlich ableiten lässt, fand erstmals in der griechischen und römischen Geschichte durch Plinius den Älteren Erwähnung. Kreuzfahrer ankerten Berichten zufolge im 13. Jahrhundert vor "Borkna". Die erste urkundliche Erwähnung der Insel geht auf das Jahr 1398 zurück.

Zur Hansezeit war Borkum, wie man so schön sagt, ein Piratennest, die Inselherrschaft beanspruchten die ostfriesischen Häuptlinge für sich, die Ende des 15. Jahrhunderts von den Grafen Ostfriesland übernommen wurde. Was vom Meer an den Strand gespült wurde, konnte selbst genutzt oder versilbert werden, ein Teil gehörte jedoch den Grafen, was zu Unmut bei den ohnehin existenzbedrohten Insulanern führte. Der Walfang brachte im 17. Jahrhundert die entscheidende Wende. Nahezu jeder männliche Inselbewohner war auf der See und insbesondere auf niederländischen Schiffen unterwegs. Allerdings hielt der neue Aufschwung nur kurz an, denn der Seekrieg mit England machte dem Walfang ein Ende. Die große Armut zwang viele, die Insel zu verlassen. Licht am Horizont versprach der Zustrom von Erholungssuchenden im Jahr 1834, die ersten Badeeinrichtungen kamen auf. Bereits im Jahr 1900 zählte Borkum 16.500 Besucher, Tendenz weiter steigend. Heute ist die zauberhafte Insel staatlich anerkanntes Nordseeheilbad, hier erholen sich Gäste aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Das ist auch den stetigen Investitionen in neue Sport- und Freizeitanlagen sowie Gesundheitseinrichtungen geschuldet, welche die Insel noch attraktiver machen.

Borkum: Fähre und Anfahrt

Mit Auto, Bahn oder Bus können Besucher den Fähranleger Emden erreichen. Dort geht es dann mit der Autofähre direkt auf die Insel Borkum. Die Überfahrt dauert ca. 2 Stunden. Alternativ steht auch die Möglichkeit offen, mit dem Katamaran in 60 Minuten überzusetzen. Auf niederländischer Seite ist der Fährhafen Eemshaven die richtige Anlaufstelle. Mit der urigen Borkumer Kleinbahn rollen die Gäste in den Ortskern. So fängt der Urlaub richtig gut an.

Wer lieber fliegt, dem bieten sich die täglichen Flugverbindungen ab dem Flugplatz Emden mit der Ostfriesischen-Flug-Dienst GmbH. Auf Anfrage ist auch der Flug mit Air Hamburg ab Hamburg-Uetersen oder Hamburg-Fuhlsbüttel auf die Insel möglich. Am Borkumer Flugplatz verkehren Linienbusse in das Inselzentrum.

Borkum: Leuchttürme

Die wohl bekanntesten und markantesten Bauwerke auf Borkum sind die drei Leuchttürme. Der Alte Leuchtturm thront auf den ältesten Grundmauern der Ostfriesischen Inseln. Laut alter Seekarten konnte bewiesen werden, dass es hier bereits im Jahre 1400 eine kleine Kirche gab. Kurzerhand bauten die Borkumer den Kirchturm zur Tagesmarke um und brachten fortan etwas Licht in die damalige dunkle Zeit mit dem Ergebnis, dass die Seefahrt rund um das gefürchtete Riff vor Borkum ein wenig sicherer wurde. Beim Besichtigen des Alten Leuchtturms hat man einen guten Blick auf die Nordsee, aber auch auf die Historie, denn der Alte Leuchtturm wurde direkt auf dem historischen Borkumer Walfängerfriedhof errichtet.

Der Neue Leuchtturm ist zwar nicht ganz so neu, wie man vermuten könnte, dennoch bietet er mit seinen 60,3 Metern Höhe eine herrliche Aussicht über das Inselstädtchen, die Dünenlandschaft, das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer und die offene Nordsee. Der Neue Leuchtturm wurde im Jahre 1879 erbaut, nachdem der Alte Leuchtturm ausgebrannt war.

Als Fotomotiv besonders geeignet und beliebt ist der Elektrische Leuchtturm. Der Elektrische Leuchtturm wurde im Jahr 1891 erbaut, um die Nachtschifffahrt im Bereich der Emsmündung sicherer zu machen. Der Elektrische Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb. Dennoch ist er als Fotomotiv beliebt, da er aufgrund seines rot-weißen Anstrichs eine gewisse Nordsee-Romantik ausstrahlt. Zudem ist dieser Leuchtturm der westlichste Leuchtturm Deutschlands.

Ebenfalls einen Besuch wert sind neben den Leuchttürmen das Museumsschiff "Feuerschiff Borkumriff". Längst ist dies jedoch nicht alles, was Borkum bei Urlaubern beliebt macht.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Borkum hat für den interessierten Besucher weit mehr als nur Strand und herrliche Natur zu bieten. Sehr beliebt ist der Musikpavillon, der seit nunmehr 100 Jahren das herrliche Ambiente der Promenade am Nordbad mit angenehmer Kurmusik untermalt.

Vom einstigen Walfang auf Borkum erzählen die Zäune aus Walkinnläden. Sie sind ein besonderes Mitbringsel der Borkumer Walfänger von den abenteuerlichen Fahrten auf dem Nordmeer. Im Heimatmuseum Dykhus ist die Geschichte des Walfangs ausführlich und mit eindrucksvollen Exponaten wie Wal-Skeletten belegt, weiterhin findet sich Wissenswertes über die Entstehung und Entwicklung der Insel. Ein besonderes Erlebnis wartet auf dem Nationalparkschiff Borkumriff.

Weitere Sehenswürdigkeiten die drei historischen Baken, die drei beeindruckenden Kirchen der Insel oder das Heimatmuseum der Insel, vermitteln dem Besucher eine Vielzahl von interessanten Informationen aus dem Leben früher und heute. Ebenfalls einen Abstecher wert sind das Nordseeaquarium oder die Borkumer Kleinbahn. Die Insel hat es mit einer beeindruckenden Landschaft, mit historischen Bauten, wunderschönen Stränden und eine Vielzahl von Unterhaltungsmöglichkeiten geschafft, sich als wunderbares Urlaubsziel darzustellen, ein Urlaubsziel, welches von Jung und Alt geschätzt wird.

Freizeit und Badeurlaub

Hochwertige Anwendungen beispielsweise im Wellnesbad "Gezeitenland" entführen den Urlauber in eine andere Welt, eine Welt voller Erholung und Entspannung. Bei sportlicher Betätigung lässt sich ebenfalls gut auf Borkum erholen, und zwar bei Tennis und Beachvolleyball oder totaler Action beim Kiten, Strandsegeln, Brandungssurfen oder Wellenreiten. Langweilig wird es auf Borkum nie. Die gute Luft und die herrliche Natur auf Borkum sind ideal, um bei Spaziergängen, Wanderungen, Radtouren, Nordic-Walking oder auch bei einem Ausritt zu Pferd, Erholung zu finden.

Der kilometerlange Strand mit weißem Pudersand teilt sich in vier Strandbereiche: Jugendbad, Nordbad, Südbad mit Hundestrand und FKK Strand. Bunte Strandkörbe und Strandzelte bestimmen das Bild. Die einzelnen Strandbereiche erlauben Badefreuden nach jedem Geschmack, mal gesellig, lebendig, jugendlich lauter und aktiver oder in herrlicher Abgeschiedenheit, in der die Hüllen fallen gelassen werden dürfen. Wer vom Wasser gar nicht genug bekommen kann, der darf sich auf das große Erlebnis Bad auf Borkum freuen.

Die Ferieninsel Borkum ist für aktive Urlauber und Familien die perfekte Destination. Im Prinzip wäre es zu schade, in der begrenzten Zeit des Urlaubs, nicht die Insel zu erkunden. Neben den Erwachsenen finden auch Kinder viel Action, wie etwa an den bewachten Stränden auf ausgewiesenen Kinderspielplätzen.

Wattwanderungen

Bei Wanderungen durch den Nationalpark mit dem Wattenmeer lässt sich wunderbar das natürliche Borkum entdecken. Bei etwa 250 Veranstaltungen jährlich kommen neben Klassik- und Popfans auch Sportfans auf ihre Kosten. Denn es finden einige Beachvolleyball-Turniere statt. Zudem sind die Reviere vor Borkum bei Wassersportlern beliebt. Wind- und Kitesurfer finden am Strand des Hauptbadeortes von Borkum perfekte Bedingungen vor, da der Strand durch eine vorgelagerte Sandbank geschützt ist. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich unbedingt einer geführten Wattwanderung anschließen. Das einzigartige UNESCO Weltnaturerbe zu erkunden ist ein Erlebnis, welches seinesgleichen sucht. Selbstverständlich ist von einer Wattwanderung auf eigene Faust abzuraten. Geführte Touren sind zum einen sicher, zum anderen gibt es viele Neues und Interessantes zu entdecken. Der Tourguide erklärt, um was es sich bei den gekräuselten Haufen auf dem Watt handelt und erklärt die vielen Muschelarten. Seehund oder Robben? Auch das wird dem Urlauber bei der geführten Wattwanderung erklärt.

Spazieren am Strand und auf der Insel

Das Hochseeklima ist wie gemacht für Aktivitäten im Freien. Durch Sonne, Wind, Luft und Temperatur im Zusammenspiel können Spaziergänge wahre Wunder bewirken, und zwar in erster Linie für die Gesundheit. Die Inselbewohner wissen um die Kraft, die die gute Luft auf Borkum hat. Aus diesem Grund wurden sogenannte Klimatherapiewege von Strecken zwischen vier und elf Kilometern ins Leben gerufen. Dabei sind die Strecken recht unterschiedlich, was sich in Wegen aus Asphalt, Sand und auch Kies oder Wiesen zeigt. Zudem sind im Angebot auch Touren durch die Stadt. Die insgesamt acht Klimatherapiewege haben jeder für sich seinen ganz individuellen Reiz. Die Wege führen vorbei an Seehundbänken, Leuchttürmen, Dünen sowie auch dem Walkieferzaun. Selbstverständlich sind auch "normale" Wanderwege auf Borkum zu finden. Dem wanderfreudigen Urlauber stehen auf Borkum insgesamt 120 Kilometer Wanderwege zur Verfügung. Die Wanderwege können alleine oder geführt erkundet werden.

Kuren und Wellness

Borkum gilt als Thalasso-Paradies, weshalb die ganzheitliche Thalasso-Therapie einen großen Aktionsraum auf der Insel einnimmt. Wellness-Hotels und Thalasso-Zentren bieten ganzjährlich die wohltuenden Behandlungen an. Als staatlich anerkanntes Heilbad ist Borkum das Ziel vieler Kurgäste aus Nah und Fern. Vier große Kurkliniken versprechen moderne Kureinrichtungen mit einem umfassenden Leistungsangebot.

Heiraten auf Borkum

Auf der Insel ist Heiraten ein besonderes Erlebnis. Als Location für die standesamtliche Trauzeremonie stehen der Ratssaal im Rathaus, der historische Kaiserwagen der Kleinbahn oder die Offiziersmesse auf dem Feuerschiff zur Auswahl.

Brauchtum/Besonderes

Traditionen werden groß geschreiben. Dazu gehört wie auf jeder ostfriesischen Insel die echte ostfriesische Teestunde, die als Borkumer Teezeremonie im Turnwärterhaus abgehalten wird. Die Einwohner sind gerne etwas anders - so stellen sie den Maibaum am Pfingstsamstag auf und das aus gutem Grund, denn das Symbol des Frühlings soll mit der Inselvegetation auf gleichem Niveau sein. Die Insulaner sind findig und recyceln die Weihnachtbäume an Ostern, wenn der Wettstreit um die Osterfeuer beginnt. In der Silvesternacht wird nicht nur ordentlich gefeuerwerkt und Blei gegossen - das Olljahrssingen als Abschiedskonzert für das alte Jahr wird von den Borkumern im Inselzentrum um Mitternacht gepflegt. Zu den besonderen Traditionen gehören ebenfalls die Kurkonzerte, die in der Saison täglich stattfinden.

Foto: Clipdealer

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