Ein Berliner Gericht hat vier Mitglieder einer Hamas-nahen Untergrundzelle zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Die Männer wurden für schuldig befunden, Waffen für den künftigen Einsatz bei Terroranschlägen in Europa mit spezifischen Zielen in Deutschland gelagert zu haben.
Was wissen wir über die Verschwörung der Hamas in Deutschland?
Der Landesschutzsenat Berlin beim Kammergericht Berlin verhängte wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und damit verbundenen Straftaten Freiheitsstrafen zwischen viereinhalb und sechs Jahren.
Die Richter stimmten mit den Staatsanwälten darin überein, dass die Männer im Alter von 36 bis 58 Jahren als ausländische Agenten für die Kassam-Brigaden, den militärischen Flügel der Hamas, gehandelt hatten. Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie habe in Europa bereits mehrere Waffenlager eingerichtet.
Die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft seien „zur vollsten Zufriedenheit des Senats“ bestätigt worden, sagte die Vorsitzende Richterin Doris Husch.
Nach Angaben des Gerichts waren die Vorräte für den Einsatz bei möglichen Angriffen auf israelische, jüdische oder andere Einrichtungen in Europa über einen längeren Zeitraum bestimmt. Die Standorte erstreckten sich über mehrere europäische Länder, darunter Polen, Bulgarien und Dänemark.
Mögliche Ziele waren die israelische Botschaft in Berlin, der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein und das Gebiet um den stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof.
Die Männer bestritten, Hamas-Mitglieder zu sein. Der Hauptangeklagte gab zwar zu, ein Waffenlager in Bulgarien besucht zu haben, behauptete jedoch, bei seinem Besuch gehe es um „privaten Waffenhandel“.
Alle vier Männer wurden im Libanon geboren, einer war ägyptischer und der andere niederländischer Staatsbürger. Drei hatten hauptsächlich in Deutschland gelebt, einer hauptsächlich in den Niederlanden. Die Angeklagten wurden im Dezember 2023 festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Einen Hinweis des Bundesamtes für Verfassungsschutz hat die Bundesanwaltschaft kurz nach dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 erhalten.
Flut von Festnahmen wegen Waffenverstecken
In den letzten Monaten ließen Staatsanwälte mehrere weitere Verdächtige im Zusammenhang mit mutmaßlichen Waffenbeschaffungen für die Hamas festnehmen. Nach Angaben der Ermittler waren die Waffen auch für Angriffe auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa gedacht.
Anfang Oktober 2025 ließ die Karlsruher Strafverfolgungsbehörde drei mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Berlin festnehmen. Es folgten eine Festnahme in London, eine an der deutsch-tschechischen Grenze und eine an der deutsch-dänischen Grenze. Zuletzt wurde im Januar ein Verdächtiger bei seiner Ankunft aus Beirut am Berliner Flughafen festgenommen.
Die Hamas wird von vielen Ländern, darunter den USA, Israel und Deutschland, als Terrororganisation eingestuft.
Herausgegeben von: Wesley Dockery
