Ein israelisches Restaurant in München wurde über Nacht angegriffen, wobei mehrere Fenster eingeschlagen und pyrotechnische Gegenstände hineingeworfen wurden, teilte die Polizei am Freitag mit.
Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt, die Angreifer verursachten jedoch einen Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro.
Es ist unklar, wer die Angreifer waren und wie viele hinter dem Angriff steckten.
Polizei und Restaurantleitung gehen davon aus, dass der Angriff antisemitisch motiviert war. Der Polizeiliche Staatssicherheitsdienst (bzw Polizeilicher Staatsschutz), das sich mit politisch motivierten Straftaten befasst, hat die Ermittlungen übernommen.

Was wissen wir über den Fall?
Am Freitag gegen 12.45 Uhr erhielten die Einsatzkräfte einen Anruf, der von drei lauten Knallgeräuschen in der Heßstraße im Stadtteil Maxvorstadt berichtete. Dieses liegt im Universitätsviertel der Innenstadt, in der Nähe der Altstadt und des Hauptbahnhofs.
„Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wurden die Schaufenster gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen“, teilte die Polizei mit.

„Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir eröffnen wieder“, sagte Grigori Dratva, der Schwager des Besitzers und Angestellter des Lokals. Der Zentralrat der Juden in Deutschland sagte in einem Post auf Instagram, dass jetzt ein „guter Moment sei, Solidarität mit dem Restaurant Eclipse zu zeigen“.
Europäische Rabbinerkonferenz warnt: Angriff „kein Einzelfall“
Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes BfV verzeichnete Deutschland nach den Anschlägen auf Israel am 7. Oktober 2023 und den verschiedenen darauf folgenden Konflikten im Nahen Osten einen Anstieg mutmaßlich antisemitistisch motivierter Straftaten.
In den letzten Wochen haben die Kämpfe im Iran, im Libanon und im weiteren Nahen Osten das Thema nach vergleichsweise ruhigen Monaten in der Region wieder in den Vordergrund gerückt.
Vor diesem Muster warnte am Freitag auch die Europäische Rabbinerkonferenz mit Sitz in München.
„Dieser Angriff ist kein Einzelfall, sondern Teil eines gefährlichen Trends, den wir seit dem 7. Oktober 2023 beobachten“, sagte die CER.
„Bisher war München ein sicherer Ort für Juden, und das muss auch so bleiben. Es braucht eine klare Linie: Null Toleranz gegenüber Antisemitismus, mit harten Strafen, die nicht zu Wiederholungsfällen führen, und kein Platz für diejenigen, die Hass in unserer Gesellschaft säen“, sagte CER-Generalsekretär Gady Gronich.
Herausgegeben von: Karl Sexton
