Die Staats- und Regierungschefs der 16 Bundesländer haben sich am Donnerstag auf einen 200-Punkte-Plan zur Modernisierung der öffentlichen Dienstleistungen geeinigt.
Das Land ist für seine Bürokratie berüchtigt, die einen Großteil der offiziellen Kommunikation auf Post und manchmal auch auf Fax beschränkt. Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Bewältigung dieses Problems zu einer Priorität für die Koalitionsregierung gemacht.
Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer haben sich die 16 Ministerpräsidenten Deutschlands nun auf eine „Bundesmodernisierungsagenda“ geeinigt, die darauf abzielt, Bürokratie abzubauen und das Leben für Bürger und Unternehmen zu erleichtern.
„Durch die Konsolidierung der Strukturen erleichtern wir den Bürgern den Zugang zu Dienstleistungen und entlasten gleichzeitig die Verwaltungen“, sagte er.

Was steht im Modernisierungsplan?
Die Ministerpräsidenten besprachen den Plan mit Merz bei einem Treffen im Kanzleramt in Berlin.
Einige Maßnahmen umfassen:
- Ermöglichen, dass E-Mails Papierdokumente ersetzen, die für den offiziellen Gebrauch weiterhin erforderlich sind.
- Einmalige Datenerhebung: Bürger und Unternehmen übermitteln Informationen nur einmal, die Behörden teilen die Daten zentral.
- Schnellere Genehmigungen: Viele Arten von Anträgen werden automatisch genehmigt, wenn die Behörden nicht innerhalb von drei Monaten antworten.
- Reduzierung des Papieraufwands durch Reduzierung der Melde- und Offenlegungspflichten sowie Dokumentationspflichten um mindestens ein Drittel, um Unternehmen Zeit zu sparen und Personalkosten zu senken.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Bürokratie sind erheblich. Eine Studie des Ifo-Wirtschaftsinstituts vom November ergab, dass übermäßige Bürokratie Deutschland jährlich fast 150 Milliarden Euro an verlorener Wirtschaftsleistung kostet.
Merz‘ Regierung hat im Oktober Maßnahmen beschlossen, die darauf abzielen, die Bürokratie auf nationaler Ebene abzubauen und die Geschäftsabwicklung schneller und einfacher zu machen.
Die Ministerpräsidenten der Bundesstaaten hoffen, dass ihre Vorschläge diese Maßnahmen ergänzen.
„Die Bevölkerung will Reformen, sie will die Stagnation überwinden“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Herausgegeben von: Sean Sinico
