Laut einer Umfrage der Forschungsgruppe „Mediendienst Integration“ behielt der Großteil der Menschen, die im vergangenen Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft beantragten, ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit.
Es wurde festgestellt, dass die Zahl der neu eingebürgerten Bürger mit mehr als einer Nationalität im Jahr 2025 in den Städten, die Daten erfassten, zwischen 85 % und 98 % lag.
Wer bei der Antragstellung seine ursprüngliche Staatsangehörigkeit nicht behielt, war entweder staatenlos oder stammte aus Ländern, die die doppelte Staatsbürgerschaft verbieten, wie etwa Indien, Äthiopien und Eritrea.
Im Jahr 2025 gab es rund 189.000 neue Einbürgerungsanträge – ein Rückgang von etwa 10 % im Vergleich zum Vorjahr, stellte die Forschungsgruppe fest.
Im Jahr 2024 änderte die Bundesregierung die Staatsbürgerschaftsregeln, um Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft zu ermöglichen – etwas, das bisher nur für wenige spezifische Gruppen, darunter EU- und Schweizer Bürger, möglich war.
Durch die Reform wurde auch die Wohnsitzerfordernis für Personen, die die Staatsbürgerschaft beantragen, von acht auf fünf Jahre gesenkt.
Woher kommen die meisten neuen Doppelbürger?
Nach vorläufigen Angaben haben im vergangenen Jahr schätzungsweise mehr als 300.000 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.
Syrer waren die größte eingebürgerte Gruppe, gefolgt von Bürgern aus der Türkei, Afghanistan, dem Iran und Russland.
Laut Mediendienst Integration gibt es in Deutschland derzeit 3,6 Millionen Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Fast 70 % von ihnen sind Bürger eines anderen europäischen Landes.
Lange Wartezeiten auf die Staatsbürgerschaft
Die Staatsbürgerschaftsreform 2024 führte zu einem sprunghaften Anstieg neuer Anträge, was in vielen Städten zu einem erheblichen Rückstau und langen Wartezeiten führte.
Berlin verzeichnete mit 36.100 die meisten Bewerbungen, gefolgt von München mit 17.800, teilte Mediendienst Integration mit.
Herausgegeben von: Sean Sinico
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