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Orte und Gemeinden Rubrik Region

Stadthagen

Kreisstadt in Schaumburg

Zwischen Minden und Hannover in Niedersachsen findet sich Stadthagen als Kreisstadt des Landkreises Schaumburg, in dessen Zentrum sie liegt. Die Stadt mit einer Fläche von 60 qkm zählt ca. 23.000 Einwohner und gliedert sich in Alt- und Kernstadt sowie die Ortsteile Brandenburg, Enzen-Hobbensen, Hörkamp-Langenbruch, Krebshagen, Obernwöhren, Probsthagen, Reinsen, Wendthagen-Ehlen. Der Bückeberg im südlichen Stadtgebiet bildet einen Ausläufer des Weserberglandes, das ebenso wie der Schaumburger Wald in der nordwestlichen Stadtregion zu den landschaftlich reizvollen Ausflugszielen gehört.

Geschichtliche Entwicklung von Stadthagen

Die Gründung der Stadt (um 1222), unter ihrem heutigen Namen, geht auf den Grafen Adolf III. von Holstein-Schaumburg zurück. Unter der Bezeichnung „indago comitis“ – der gräfliche Hagen – wurde Stadthagen erstmals um das Jahr 1230 in einer Urkunde des Stifts Obernkirchen erwähnt. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte im Jahre 1344 durch Graf Adolf VII. Ab dem Jahr 1400 begann die Befestigung der Stadt, die bis dahin vornehmlich als Handelsplatz für Kaufleute galt. Es entstanden Stadtmauer, Stadttore, der Turm am Viehmarkt, das Rathaus im Stil der Weserrenaissance, die Amtspforte, das Schloss zu Stadthagen, als Residenz der Fürsten zu Schaumburg-Lippe, die später nach Bückeburg verlegt wurde. Das in der Zeit von 1609 bis 1627 entstandene gräfliche Mausoleum des Fürsten Ernst zu Holstein-Schaumburg an der St. Martini-Kirche in Stadthagen ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und gilt als international bedeutendes Gesamtkunstwerk aus Architektur, Malerei und Skulptur. Es gehört zum Schloss Bückeburg (Stadt Bückeburg), ebenfalls im Landkreis Schaumburg gelegen.

Seit Beginn des 16. Jahrhunderts wurde in Stadthagen Steinkohle abgebaut, im Jahre 1961 endete die Ära der Steinkohle. Von 1619 bis 1620 war Stadthagen Universitätsstadt. 1948 erfolgte die Gründung des Landkreises Schaumburg-Lippe, Stadthagen erhielt den Status als Kreisstadt. Vier Jahre nach der Gemeindereform 1973 wurde der Landkreis Schaumburg gebildet, weiterhin mit Stadthagen als Kreisstadt.

Wirtschaft und Verkehr in Stadthagen

Stadthagen ist ein Zentrum des produzierenden und metallverarbeitenden Gewerbes. Insgesamt zählt die Stadt 1.400 Gewerbetriebe, die schwerpunktmäßig im GewerbePark „Großes Klosterfeld“ am nordöstlichen Stadtrand angesiedelt sind. Neben einer Vielzahl von traditionsreichen Handwerksbetrieben und Unternehmen aus Industrie, Großhandel, Logistik, haben Fach- und Einzelhandel sowie Dienstleister einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert. Der international renommierte Automotive-Zulieferer Faurecia besitzt seinen Hauptsitz in Stadthagen und gilt als größter Arbeitgeber der Stadt. Last but not least trägt auch der Tourismus zum Wirtschaftswachstum bei. Besonders zu erwähnen ist das große Angebot an Schulen aller Bildungsklassen und weiteren Bildungseinrichtungen.

Straßenverkehrsanbindungen finden sich mit der B 65 und der A2, die beide in kürzester Zeit in die niedersächsische Hauptstadt Hannover führen. Der Schienenverkehr wird über den Bahnhof Stadthagen abgewickelt, der an der Strecke Hannover-Minden liegt und zudem an das S-Bahnnetz Hannover angeschlossen ist. Der ehemalige Bahnhof Stadthagen West ist heute Museumsbahn. Den öffentlichen Nahverkehr mit Stadt- und Regionalbussen deckt die Schaumburger Verkehrsgesellschaft ab. Als nächster großer Flughafen ist Hannover-Langenhagen zu nennen. Der Mittellandkanal, 7 km nördlich der Stadt, bildet die nahegelegene Wasserstraße ab.  

Sehenswürdigkeiten in Stadthagen

Das Stadtmarketing hat Stadthagen den Zusatz „Stadt der Weserrenaissance“ verliehen, aufgrund der zahlreichen Kunstwerke, Baudenkmäler und architektonischen Bauwerke im Stil der Weserrenaissance. Zu den Highlights zählen: Mausoleum, Schloss Stadthagen (dort ist heute das Finanzamt untergebracht), Altes Rathaus, Neues Baumhaus. Darüber hinaus glänzt die Stadt mit einem großen Bestand an historischen Fachwerkhäusern, insbesondere im alten Kern. Zu den ältesten historischen Bauwerken gehören der alte Festungsturm sowie die Kirchen St.- Martini, Klosterkirche und St.-Johannis-Kapelle.

In der 1553 erbauten Amtspforte, die einen prachtvollen Fachwerkstil vorweist, ist heute das Stadtmuseum untergebracht. Bis 1963 waren hier Gerichtsbarkeit, Verwaltung und Gefängnis ansässig. Auf drei Etagen werden die Geschichte der Stadt sowie das kulturelle und traditionelle Leben mit einer Vielzahl an Exponaten und Belegen aus allen Epochen präsentiert.

Mit dem Projekt „STADTART“ wird der öffentliche Straßenraum in der Innenstadt zu einer bunten und abwechslungsreichen Galerie für Kunst, die leerstehende Häuser und ungenutzte Schaufenster als Präsentationsorte auswählt.

Grüne und blühende sowie historische Landschaftsflächen, Gärten und Parks bestimmen das Stadtbild. In der Kernstadt warten u.a. der Stadtgarten (ehemals Schlosspark), die Wallanlage, der Landsbergsche Hof. Im Ortsteil Enzen ist das Rittergut von Oheimb mit Herrenhaus und Landschaftspark, in Reinsen/Remeringhausen die Hofanlage des Gutes Remeringhausen zu besichtigen.

Freizeitangebote & Veranstaltungen in Stadthagen

Stadthagen bietet Einheimischen wie Gästen eine breite Palette an Freizeitangeboten. Von Tennis über Reiten, Schießsport, Wandern und Radeln werden vielfältige Interessen bedient. Das Erlebnisbad Tropicana mit karibischem Flair ist neben seinen Wasserattraktionen auch für die gigantische Saunalandschaft und einen exzellenten Wellnessbereich bekannt.

Wer raus in die Natur will, der hat dazu reichlich Gelegenheit. Stadthagen ist Ausgangspunkt für Pilgertouren und Radwandern im Schaumburger Land, Wandertouren im Bückeberg und Ausflüge in die Stadt Bückeburg mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten, nach Hameln, Hannover oder an das reizvolle Steinhuder Meer.  

Viele Veranstaltungen begleiten durch das Jahr, z.B. saisonale Krammärkte, das Schützenfest, das traditionelle Jahn-Turnfest, das Sommerfest im Schlosspark. Höhepunkt und Anziehungspunkt für Besucher aus Deutschland und darüber hinaus ist die alle zwei Jahre stattfindende Verleihung des Wilhelm-Busch-Preises.

Foto: Clipdealer

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