Eine Antwort auf eine Anfrage der oppositionellen Linkspartei zeigt, dass politisch motivierte Straftaten gegen Medien in Deutschland in den letzten Jahren stark zugenommen haben.
Nach Angaben des Innenministeriums wurden zwischen dem 1. April 2024 und dem 30. November 2025 beim BKA insgesamt 818 Straftaten gegen „Medien“ registriert.
Das entspricht durchschnittlich etwa 41 Fällen pro Monat über einen Zeitraum von 20 Monaten, verglichen mit 290 Straftaten, also durchschnittlich etwa 24 pro Monat im Kalenderjahr 2023. Der Anstieg entspricht etwa 71 %.
Der medienpolitische Sprecher der Linkspartei im Bundestag, David Schliesing, sagte, die Zahlen hätten ein „erschreckend hohes Niveau“ erreicht.
„Bund und Länder müssen dringend handeln und deutlich mehr tun, um die journalistische Arbeit zu schützen“, sagte er.
Wie sind die Statistiken aufgeschlüsselt?
Die Behörden ordneten rund 30 % der Fälle (244) dem rechten Flügel des politischen Spektrums und 78 Fälle (knapp 10 %) dem linken Flügel zu.
In 153 Fällen wurde eine „ausländische Weltanschauung“ als treibender politischer Faktor und in 31 Fällen eine „religiöse Weltanschauung“ genannt.
Die Mehrzahl der politisch motivierten Fälle, 312, wurden von den Ermittlern keiner dieser vier Schubladen zugeordnet.
Mehr als 10 % der Straftaten, insgesamt 89, waren gewalttätiger Natur. Darunter waren 73 Fälle von Körperverletzung oder Körperverletzung, 13 sogenannte „Widerstandsdelikte“ (z. B. gewaltsamer Widerstand gegen Festnahme oder Inhaftierung), zwei Fälle von Brandstiftung und ein Raub.
Insgesamt 211 fanden im Rahmen öffentlicher Demonstrationen statt, darunter der überwiegende Teil, nämlich 73, der Gewaltverbrechen, hieß es aus Zahlen des Innenministeriums.
Weitere häufige Delikte waren 101 Fälle von Nötigung oder Drohung, 53 Fälle von Anstiftung zu rassistischer Gewalt, 47 Propagandadelikte sowie 43 Fälle von Sachbeschädigung.
Wo ereigneten sich die Verbrechen?
Berlin — Sie ist Sitz zahlreicher Medienzentralen, außerdem eine notorisch politisierte Stadt und Anziehungspunkt für Demonstranten aus weiten Teilen des Landes – dominierte die Zahlen.
Fast die Hälfte der Straftaten, insgesamt 406, ereigneten sich in der Hauptstadt und im Stadtstaat, ebenso 51 der Gewaltverbrechen.
Überraschenderweise landete das größte östliche Bundesland Sachsen auf dem zweiten Platz, obwohl es mit 82 Fällen nur das siebtgrößte Bundesland Deutschlands ist.
Als nächstes folgte Bayern mit 64, während das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen, in dem sich auch die inoffizielle Medienhauptstadt Deutschlands, das alte Köln, befindet, 55 verzeichnete.
Herausgegeben von: Wesley Dockery
