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Rezepte Rubrik Familie

Himbeeren aus Niedersachsen

Beliebte Frucht wächst auch im Norden

Die Himbeere ist eine äußerst beliebte Frucht bei den Deutschen. Das gilt auch für Niedersachsen. Obwohl die Hauptanbaugebiete in Süddeutschland liegen, ernten auch die Obstbauern im Norden die schmackhafte Frucht. Die Ernte beginnt meistens Anfang Juni.

Wer die leckeren Beeren genießen möchte, kann in den Sommermonaten auf frisch geerntete Früchte aus Niedersachsen zurückgreifen. Diese gibt es als Angebote aus der Region im Supermarkt oder an diversen Verkaufsständen sowie auf Wochenmärkten. Auch Felder zum Selbstpflücken gibt es vielerorts, sodass sich jeder die besten Himbeeren selbst auswählen kann.

Himbeeren: Freiland oder Gewächshaus

Die erste Ernte Ende Mai bis Anfang im Juni stammt aus dem Anbau aus Gewächshäusern oder unter Folientunneln. Diese schützen die empfindliche Pflanze vor Witterungseinflüssen und Schädlingen sowie Krankheiten. Der Schutz sorgt außerdem durch eine größere Wärme für ein früheres und wetterunabhängigeres Wachstum.

Für die Obstbauern bedeutet dies eine größere Planungssicherheit, die jedoch mit deutlich höheren Kosten verbunden ist. Felix Koschnick, bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Leiter der Versuchsstation Beerenobst in Vechta-Langförden, erklärt dazu:

„Dadurch können für den Lebensmittelhandel witterungsunabhängig kontinuierlich gleichbleibende Mengen und Qualitäten angeboten werden.

Die im Freiland gezogenen Himbeeren kommen erst später, etwa ab Juli in den Handel. Viele Obstbauern in Niedersachsen sind inzwischen dazu übergegangen, Freilandhimbeeren nur noch für Selbstpflücker anzupflanzen.

Die genauen Zeitpunkte von erster bis zur letzten Ernte sind vom Wetter abhängig. Koschnik bennent den Zeitraum:

„Aufgrund neuartiger Kulturverfahren lassen sich Himbeeren mittlerweile von Mai bis in den September hinein ernten.“

Aktuelle Anbauentwicklung der Himbeere

Die Bedeutung der Himbeere für die Landwirtschaft in Niedersachsen ist groß. Unter dem Beerenobst nimmt sie gemeinsam mit der Johannisbeere hinter der Heidelbeere eine herausgehobene Stellung ein.  

Laut Statistischem Landesamt wuchsen im Jahr 2020 auf etwas mehr als 80 Hektar Freifläche kommerziell gepflanzte Himbeeren. Der Ertrag: rund 2.800 Dezitonnen (280 Tonnen). Der größte Teil der Himbeeren wächst jedoch unter Folie oder im Gewächshaus. Insgesamt kommen noch einmal etwas mehr als 1.000 Tonnen Himbeeren hinzu. Das heißt: 2020 ernteten die niedersächsischen Bauern über 1.200 Tonnen der Frucht. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen im Landkreis Vechta um Langförden und südlich vom Alten Land in der Stader Geest. Selbstpflückfelder sind breit gestreut und adressieren häufig Städter.

Importe dominieren

Dennoch ist die Erntemenge aus Niedersachsen vergleichsweise gering. Aber das gilt für ganz Deutschland. Denn der Hunger auf die süßen, samtigen Beeren ist groß. So groß, dass 85 Prozent des Verbrauchs aus südlichen Ländern importiert werden müssen. Trotz des damit verbundenen bedenklichen ökologischen Fußabdrucks sind importierte Himbeeren häufig sehr günstig, sodass die Obstbauern in Niedersachsen in Preisnot geraten. Das ist möglicherweise ein wesentlicher Grund, warum die Anbaumenge relativ gering bleibt.

Gesund und bunt: Himbeeren genießen

Himbeeren haben eine blasse rote Farbe. Was viele kaum vermuten: Es gibt sie auch in anderen Farben. Das Spektrum reicht von Gelb über verschiedene Rottöne bis ins Schwarz hinein. Verschiedene Züchtungen machen dies möglich.

Die Himbeeren wirken fast wie Kirschen mit kleinen Perlen. Sie sehen etwas pelzig aus und haben kleine Kerne. Aber sie sind ungemein sanft auf der Zunge und schmecken frisch-süßlich, mitunter säuerlich. Das beste Aroma haben sie erntefrisch und sonnengereift. Die Beeren passen hervorragend zu Joghurt, Desserts, Eis, Kuchen Torten und natürlich zum Obstsalat.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Himbeeren sind kleine Vitaminbomben und kalorienarm. Sie enthalten Vitamin B und C sowie wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Phosphor und Calcium. Dazu kommt ein großer Anteil Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe (Himbeerketone).

Aber Achtung: Die Verbraucherzentrale Bremen warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln mit diesen Stoffen. Demnach werden die „Himbeerketone“ als Schlankmacher angepriesen. Die Wirkung ist jedoch nicht bewiesen. Es seien jedoch bei diesen Mitteln gefährliche Nebenwirkungen möglich. Die Verbraucherschützer raten daher, die Frucht zu genießen.

Qualität: Nicht lange lagern!

Die besten Exemplare glänzen im Licht und wirken prall gefüllt. Je schrumpeliger und blasser desto länger liegen die Beeren schon. Beim Einkaufen sollten Konsumenten darauf gut achten. Denn Himbeeren sind zwar sehr lecker. Daher bleiben sie in der Regel ohnehin nicht lange liegen. Aber genau das sollten sie aber auch nicht. Denn die weiche Haut und das Fruchtfleisch sind sehr empfindlich. Schnell sind gepflückte Himbeeren nicht mehr sorgenfrei genießbar. Je frischer die Frucht wirkt, desto länger haben die Käufer etwa davon. Ansonsten gilt: Sofort genießen!

Im Kühlschrank halten sich die perligen Beeren ebenfalls nur zwei bis drei Tage. Wichtig ist, die Beeren möglichst vorsichtig und nebeneinander zu lagern. Breite Schalen sind besser als schmale Schüsseln. Je weniger Druck auf dem Obst liegt, desto besser ist es. Auch Feuchtigkeit ist der Qualität abträglich, da die Himbeeren schimmelanfällig sind.

Sollte sich zwischen reif und lecker wirkenden Beeren einmal ein Exemplar verirren, das schmutzig ist, sollte dieses vorsichtig unter Wasser gereinigt werden. Aber: Das Wasser kann die empfindliche Himbeere ebenfalls beeinträchtigen und aus einer prallen Beere ein matschiges Stück Obst machen. Angegriffene Exemplare können daher auch aussortiert werden. Das Reinigen unter Wasser der gesamten Himbeeren ist dagegen nicht zu empfehlen.

Alternativen zum Kühlen sind Trocknen und Einfrieren. Getrocknete Himbeeren lassen sich gut in Kuchen verwenden. Die gefrorenen Exemplare sind perfekt für Smoothies oder als Teil des Desserts. Wichtig: Nach dem Auftauen sollten die Beeren einmal kräftig erhitzt werden, um eventuelle Viren abzutöten.

Wie auch immer die Himbeere gelagert wird: Die Mini-Superfrucht aus heimischem Anbau schmeckt ungemein lecker. Sie lässt sich hervorragend kombinieren und enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe. Worauf warten: So viele Himbeeren aus Niedersachsen gibt es nicht!

 

Foto: Himbeeren reifen in einem Gewächshaus der Versuchsstation für Beerenobst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) in Vechta-Langförden – Foto: Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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