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Ratgeber: DSL-Anbieter wechseln

Günstiger und schneller surfen mit DSL-Alternativen

Ein schnelles Internet ist heute wichtiger denn je. Leider ist ausgerechnet in Niedersachsen eine flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen nicht möglich. Grund ist der zum Teil sehr ländliche Raum. In diesen Regionen ist es sehr teuer, leistungsstarke Kabelnetze aufzubauen, da einfach eine ausreichende Kundenmenge fehlt. Dennoch können die Menschen an fast allen Orten ihren DSL-Anschluss optimieren oder eine DSL-Alternative wählen. So wird der heimische Zugang ins Internet schneller und ggf. günstiger. Der Ratgeber von Dein Niedersachsen zeigt, wie es geht.

Günstiger Surfen: DSL-Anbieterwechsel durch Preisvergleich

Die einfachste Möglichkeit, den eigenen Internetanschluss zu verbessern ist häufig ein Anbieterwechsel. Dabei sind lediglich Kündigungsfristen einzuhalten. In der Regel laufen DSL-Verträge zwei Jahre. Wer sich rechtzeitig um einen Anbieterwechsel kümmert, kann bares Geld sparen. Denn insbesondere Neukunden profitieren von Preisnachlässen. Das heißt: Der eigene Anbieter wird nach zwei Jahren häufig teurer, während andere für eine vergleichbare Leistung deutlich weniger verlangen. So gehen Sie vor:

  • Kontrollieren Sie Ihren Vertrag auf Restlaufzeit und Kündigungsfristen.
  • Prüfen Sie durch einen Preisvergleich die aktuellen Konditionen der Anbieter in Ihrer Region.
  • Suchen Sie einen günstige(re)n und von den Konditionen wenigstens gleichwertigen DSL-Tarif.
  • Achten Sie auf eine Doppelflatrate für Telefonie (idealerweise alle Netze) und für Internet. Dann sind alle Kosten fürs Telefonieren und Surfen inklusive. Einige DSL-Tarife klammern Anrufe ins Mobilfunknetz und Ausland aus. Diese werden extra berechnet. Achten Sie auf diese Details. Beim Surfen sollten Sie keine Kompromisse eingehen: Wählen Sie nur eine DSL-Flatrate!
  • Wählen Sie eine möglichst gute Geschwindigkeit. Sofern möglich sind je nach Standort 16 (32), 50 oder 100 MBit/s optimal. Für Internet-TV und Streamingdienste sollten sie wenigstens 50 MBit/s wählen. Ist dies nicht möglich, können solche Dienste etwas wackelig wirken. Surfen Sie nur Infowebseite an, nutzen Sie keine Videoportale o. Ä., reichen auch 16 MBit/s oder ggf. auch 6 MBit/s aus.
  • Beauftragen Sie einen Wechsel beim neuen Anbieter. Der wickelt für Sie den kompletten DSL-Vertragswechsel ab. Zur Sicherheit können Sie die Kündigung beim alten Anbieter auch selbst durchführen (Einschrieben mit Rückschein).
  • Wichtig: Ihre Rufnummern können Sie mitnehmen. Dazu ist ggf. ein Portierungsantrag erforderlich. Normalerweise wird dies beim Wechseln aber durch den neuen Anbieter per Formular abgefragt und erledigt. Bei einem vorzeitigen Wechsel kann es sein, dass die Nummern erst zum Laufzeitende mit umziehen.
  • Lesen Sie Vertragsoptionen aufmerksam durch. Virenschutz und andere Komfortleistungen sind meistens überflüssig und kosten unnötig Geld.
  • Sollte doch etwas schiefgehen, wenden Sie sich an die Bundesnetzagentur. Dort werden Beschwerden abgewickelt und ggf. dem Anbieter Beine gemacht. Alternativ können Sie auch die Verbraucherzentrale kontaktieren. Dennoch: Wechselprobleme sind selten!

Viele weitere nützliche Informationen zum Thema DSL-Anbieterwechsel sind im Internet bei Anbietern wie telefon-dsl.com nachlesbar. Auf solchen Portalen können Sie in der Regel auch einen Verfügbarkeitscheck oder einen Speedtest durchführen.

Warum gibt es in Ihrer Region kein schnelleres DSL?

Bei der Suche nach einem DSL-Anbieter werden Sie schnell feststellen, dass nicht überall ein schneller DSL-Anschluss möglich ist. Grund ist der schleppende Ausbau mit Breitbandkabel. Typisch sind normale DSL-Anschlüsse (ADSL). Diese erreichen je nach Standort Geschwindigkeiten von bis zu 24 MBit/s. Sofern VDSL verfügbar ist, sind auch 50 MBit/s oder sogar 100 MBit/s möglich. Das Problem ist jedoch, dass einige Regionen ungenügend mit Glasfaserkabeln erschlossen sind. Dadurch sinkt die mögliche Geschwindigkeit vor Ort teilweise auf maximal 6 MBit/s oder sogar auf nur 1 MBit/s. Grund ist die Entfernung des DSL-Anschlusses zu Hause zum nächsten Verteilerkasten bzw. zur nächsten Vermittlungsstelle.

ADSL und VDSL sind beides Synonyme für DSL, die verschiedene Übertragungstechniken bezeichnen. Eine gute ausführliche Erklärung der verschiedenen DSL-Techniken finden Sie in dieser Übersicht. Mehr zum aktuellen Stand des Breitbandausbaus bietet der Breitband-Atlas Niedersachsen.

Leistungsstarke DSL-Alternativen

Ist an Ihrem Wohnort kein leistungsstarker DSL-Anschluss möglich, können Sie ggf. Alternativen nutzen. Speziell im ländlichen Raum sind diese Optionen häufig die beste Wahl, um ein schnelles Internet zu realisieren.

  • Kabel-Internet:
    Ist in Ihrer Straße ein Kabelfernseh-Anschluss vorhanden, können Sie diesen als DSL-Alternative nutzen. Ggf. ist noch ein Verlegen bis zum Haus erforderlich. Sie wechseln zu einem Kabelanbieter wie zu einem normalen DSL-Anbieter. Allerdings wird der Anschluss über die Kabel-TV-Buchse eingerichtet. Der Vorteil: Je nach Ausbaustufe des Kabelnetzes sind Geschwindigkeiten von wenigstens 25 MBit/s bis hin zu 200 MBit/s möglich.
  • Internet über LTE:
    Ist weder ein leistungsstarker DSL-Anschluss, noch ein Anschluss über Kabel-Internet möglich, kann LTE eine Alternative sein. Dabei handelt es sich um mobiles Internet, in das sich das heimische WLAN mit einem speziellen LTE-Router einwählen kann. Vorteil: Vielerorts – auch in ländlichen Regionen – ist LTE inzwischen verfügbar und ermöglicht Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s. Der Nachteil ist jedoch, dass die erforderlichen Mobilfunktarife eine Datenobergrenze beinhalten, nach deren Erreichen die Geschwindigkeit stark gedrosselt wird.
  • DSL per Satellit:
    In ganz wenigen Fällen kann DSL per Satellit die einzige sinnvolle Option sein, um einen schnellen Internetanschluss zu erhalten. Die Technik muss professionell eingerichtet werden, erlaubt aber zu moderaten Preisen eine ordentliche Geschwindigkeit. Allerdings ist der Datentransfer bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls gedeckelt. Die Geschwindigkeit liegt meistens jedoch nur bei bis zu 10 MBit/s.

Land Niedersachsen will bis 2020 flächendeckend 30 MBit/s erreichen

Die Versorgung mit einem schnellen Internet ist auch politisch auf der Agenda. Das Land Niedersachsen hat beschlossen, bis zum Jahr 2020 flächendeckend das Kabelnetz so auszubauen, dass wenigstens 30 MBit/s möglich sind. Dieser Plan ist in der Zeit nur schwer umzusetzen. Allerdings profitieren die Telekommunikationsanbieter von staatlichen Förderungen aus verschiedenen Töpfen. Daher bleibt die Hoffnung, dass langsame DSL-Anschlüsse auf dem platten Land bald der Vergangenheit angehören.

Foto: Clipdealer

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