Rund 3.300 Menschen versammelten sich am Sonntag im westdeutschen Dortmund, um gegen den Besuch eines faschistischen Politikers der Partei Alternative für Deutschland (AfD) zu protestieren – am Montag wird in Düsseldorf ein noch größerer Protest erwartet.
Björn Höcke, ein hochrangiges AfD-Mitglied und Vorsitzender der rechtsextremen Partei im ostdeutschen Bundesland Thüringen, nahm am Sonntag an einer Partyveranstaltung im Dortmunder Rathaus teil.
Ein deutsches Gericht entschied 2019, dass der 53-Jährige, der zweimal wegen illegaler Nazi-Rhetorik verurteilt wurde, rechtlich als „Faschist“ bezeichnet werden darf.
Der Dortmunder Oberbürgermeister Alexander Kalouti von der konservativen CDU hatte versucht, ein Redeverbot für Höcke zu erreichen, doch ein Gericht im nahegelegenen Gelsenkirchen wies die Berufung ab.
Dortmunder Oberbürgermeister: „Ich will diesen Mann nicht in meinem Rathaus haben“
„Für mich war klar, dass ich diesen Mann nicht in meinem Rathaus haben wollte“, sagte Kalouti dem Einheimischen Ruhr Nachrichten Zeitung, bevor er sich den Demonstranten draußen anschloss. „Es war also auch klar, dass ich hier sein würde.“
Der Protest war mehr als fünfmal so groß wie von der örtlichen Polizei erwartet. Die AfD ist mit 18 Sitzen die drittstärkste Partei im Dortmunder Stadtrat – gleichauf mit den Grünen, aber hinter der CDU (23 Sitze und Bürgermeisteramt) und der Sozialdemokraten (SPD) mit 26 Sitzen.

Am Wochenende hatte auch Höcke die besucht Externe Steine Felsformation im nahegelegenen Teutoburger Wald, zusammen mit mehreren anderen AfD-Politikern aus dem westlichen Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW).
Nach Angaben der Polizei war ein Besuch im Hermannsdenkmal (Hermann-Denkmal) war ursprünglich geplant, wurde jedoch durch die Anwesenheit von rund 350 Demonstranten, die sich dort kurzfristig versammelt hatten, vereitelt.
Der HermannsdenkmalDas Denkmal, das an den Sieg des einheimischen germanischen Häuptlings Arminius über die Römer im Jahr 9 erinnert, erlangte in der Zeit des Nationalsozialismus propagandistische Bedeutung und gilt bis heute als Kultstätte für Rechtsextremisten.
Anti-AfD-Protest für Montag in Düsseldorf angesetzt
Ein noch größerer Protest wird am Montag in der nahegelegenen NRW-Hauptstadt Düsseldorf erwartet, wo Höcke im Bezirk Garath sprechen soll, wo die AfD bei der Kommunalwahl im vergangenen Herbst 32 % der Stimmen erhielt.
Über 5.000 Menschen werden zu einer Protestkundgebung unter den Mottos „Kein Platz für Faschisten in Düsseldorf“ und „Garath ist bunt, nicht braun“ erwartet – Braun wird in Deutschland aufgrund der Farbe der Uniformen der paramilitärischen Schläger der Nazis mit der extremen Rechten in Verbindung gebracht Sturmabteilung (SA) in den 1930er Jahren.
Es wird erwartet, dass verschiedene Bürgergruppen vertreten sind, darunter Gewerkschaften, Wohltätigkeitsorganisationen, Mietervereinigungen und die Ultras Düsseldorf – die Hardcore-Fans der örtlichen Fußballmannschaft Fortuna Düsseldorf.
Nachdem kürzlich zwei AfD-Kommunalpolitiker ein Fortuna-Spiel besucht und Fotos von sich in den sozialen Medien gepostet hatten, zeigten die Ultras beim letzten Heimspiel ihrer Mannschaft ein Transparent mit der Aufschrift: „Ob Stadt oder Stadion – Höcke und Kollegen, scheiß drauf!“
„Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass Demokratiefeinde wie Höcke in Düsseldorf keinen Platz haben“, sagte die örtliche Gewerkschaftschefin Sigrid Wolf.
Die AfD ist mit zehn der 92 Sitze die viertgrößte Partei im Düsseldorfer Stadtrat.
Herausgegeben von: Sean Sinico
