Zehntausende Menschen zogen in Zagreb einen Protest gegen die kroatische Regierung an, die die Regierung für ihre Untätigkeit im Zusammenhang mit der illegalen Lagerung von Giftmüll verantwortlich machten.
Berichten zufolge wird eine Mülldeponie in der Nähe der Stadt Gospic, etwa 200 Kilometer (124,2 Meilen) südwestlich von Zagreb gelegen, zur Lagerung von Giftmüll aus mehreren Ländern, darunter Deutschland und Italien, genutzt.
Auf der Demonstration waren Schilder zu sehen wie „Ökozid ist gleichbedeutend mit langsamem Völkermord“ und „Müllimport stoppen“, und viele der Anwesenden hielten auch kroatische Flaggen in der Hand.
Die Demonstranten forderten die Räumung aller illegalen Mülldeponien, da diese das Grundwasser verschmutzen, sowie einen neuen Abfallbewirtschaftungsplan im ganzen Land innerhalb der nächsten 20 Tage. Sie forderten außerdem, dass die Regierung ein vorübergehendes Verbot der Abfalleinfuhr verhängt.

Ermittlungen laufen
Seit der Festnahme von 13 Personen im Februar 2025 laufen Ermittlungen im Zusammenhang mit illegalen Mülldeponien, wobei Europol bei den Ermittlungen mit den kroatischen Behörden zusammenarbeitet. Gegen vier Unternehmen wird ebenfalls ermittelt.
Nach Angaben von Europol stammten die meisten der 35.000 Tonnen Abfälle aus Italien, aber auch aus Slowenien und Deutschland und bestanden aus Plastikmüll und giftigen Krankenhausabfällen, was den Verdächtigen einen Gewinn von rund vier Millionen Euro bescherte, die vermutlich auch Dokumente gefälscht hatten, in denen Plastikmüll fälschlicherweise als recyclingfähig deklariert wurde.
Lokale Umweltaktivisten bestreiten die Anzahl der Abfalltonnen und sagen, dass allein in Gospic 37.000 Tonnen illegal abgeladen wurden.
Die Staatsanwälte veröffentlichten im August außerdem einen Bericht, der die Bodenverunreinigung von Gospic bestätigte und auch besagte, dass sie sich über den Standort selbst hinaus ausgebreitet habe.
Dies stelle ein „erhebliches Risiko für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen“ dar, heißt es in dem Bericht, obwohl das Trinkwasser in Gospic bislang nicht beeinträchtigt sei, so die Gesundheitsbehörden.
Der konservative Premierminister Andrej Plenkovic versprach, dass die Giftmülldeponie in Gospic bis Mitte Oktober abgedeckt werden würde, bevor der Müll von dort entfernt werde.
Herausgegeben von: Srinivas Mazumdaru
