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Berge, Wälder und Landschaften Rubrik Region

Deister

Der Mittelgebirgsausläufer südlich von Hannover

In Niedersachsen finden sich die beiden Gebirgszüge Großer und Kleiner Deister, wobei der rund 20 km lange und mehrere Kilometer breite Große Deister oft auch nur als Deister bezeichnet wird. Die beiden Berge, die im Calenberger Bergland liegen, sind als Wander- und Naturziele beliebt und bieten faszinierende Einblicke in die Landschaft mit beeindruckender Flora und Fauna. Das deutsche Mittelgebirge gilt von Norden kommend als erste Erhebnung, die zumindest teilweise dem Weserbergland zugerechnet wird und ist das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands.

Wissenswertes über das Mittelgebirge

Der Große Deister wird in seinem geographischen Verlauf der Region Hannover sowie den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont zugordnet. Die Landeshauptstadt Hannover ist ca. 20 km entfernt. Bedeutende Städte und Orte entlang des Bergkamms sind Barsinghausen, Bad Nenndorf, Wennigsen, Bad Münder, Springe, Lauenau und Eimbeckhausen. Das zu Bad Münder gehörende Nienstedt ist der einzgie Ort, der direkt im Bergwald liegt. Alle anderen Orte und Städte liegen am Fuß des Berges. Es gibt nur eine Straße durch den Wald: zwischen Barsinghausen und Bad Münder gibt es als Verbindung den Nienstedter Pass.

Der Name

Der Name des Berges findet sich in zahlreichen Bezeichnungen. Unter anderem gibt es die Neue Deister-Zeitung und Deister-Weser-Zeitung, das Deister-Süntel-Tal, mehrere Firmen mit dem Zusatz Deister und vieles mehr. Eine Redewendung lautet „über den Deister gehen“. Diese steht in Analogie zu „über den Jordan gehen“ oder „über die Klinge springen“ und bezeichnet eine vertane Chance. Vermutlich geht sie auf junge Menschen zurück, die die Region vor Jahrhunderten verlassen haben, um woanders mehr Glück zu finden. Noch heute ist er Familienname, der als Schwerpunkt in der Region des Calenberger Landes sowie der umliegenden Gebiete verbreitet ist. Vermutlich hat er sich im Zuge des Sprichworts von hier aus mit den auswandernden Menschen verbreitet. Woher der Name des Berges ursprünglich stammt, bleibt bisher unklar.

Bergspitzen und Türme

Der Bröhn zeigt sich als höchster Berg des Deister Höhenzuges mit 405 Metern, gefolgt von den Hirschköpfen mit je ca. 400 Metern, dem Höfeler mit 395 Metern, dem Reinekensiekskopf mit 382 Metern und der Hohen Warte mit 379 Metern. Weitere Erhebungen, die zwischen 376 und 309 Meter liegen, sind: Hohe Waarte, Großer Hals, Ebersberg, Bielstein, Egge und Kalenberg. Auf fast jedem Berg finden sich Aussichts- oder Fernmeldetürme, darunter z. B. der Annaturm, der Nordmannsturm und der Belvedereturm.

Natur: Gestein, Pflanzen und Tiere

Wald und Gesteinslandschaften wechseln sich im Großen Deister ab. Zu den bedeutenden Steinvorkommen zählen Sandstein, Tonstein, Schluffstein und Kalkstein. Der Deistersandstein wurde bis in die 1950er-Jahre abgebaut und für Gebäude wie die zerstörte Aegidienkirche oder das Opernhaus in Hannover genutzt. Unter dem Berg gab es Steinkohle. Diese wurde bis Ende der 1950er-Jahre abgebaut. Insgesamt umfasste der Kohleabbau im Deister rund 40 kleine oder größere Stollen. Die vergleichsweise geringe Fördermenge sowie schwierige Abbaubedingungen machten die Schächte jedoch unrentabel.

Buchen, Fichten, Buchen bestimmen den Waldbestand. Heimisch sind außerdem eher seltene Pflanzen wie die Stechpalme Hülse oder das große Schneeglöckchen. Zu den Tieren, die sich im Deister wohl und heimisch fühlen, gehören verschiedene Wildarten, darunter Rot- und Schwarzwild, sowie Hermelin, Steinmarder, Fuchs, Waschbär und Iltis. In der Luft kreisen Rotmilan, Habicht und Mäusebussard. Seit einiger Zeit ist auch die Wildkatze hier wieder heimisch.

Der Deister lädt zum Spazieren und Wandern ein

Wanderungen und Ausflüge in den großen Deister

Der Große Deister ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Mountainbiker. Mehrere Wanderwege führen vom Deister in andere Regionen oder um den Höhenwald herum. Spaziergänger finden an jedem Ort einen Zugang in den Wald und können die gut ausgeschilderten Wege nutzen, um eine kleine oder große Runde iim Mischwald zu gehen. Wer mag, kann einen Wanderpass nutzen. Dieser ist bei allen Tourismusinformationen der umliegenden Städte sowie bei der in der Landeshauptstadt Hannover erhältlich. Dort gibt es auch Wanderkarten, mit denen die Orientierung auf den gut ausgeschilderten Wegen noch leichter fällt.

Für Radfahrer ist der Deisterkreisel gedacht. Dabei handelt es sich nicht um den bekannten Kreisverkehr in Hannover, sondern um ein Radwanderwegenetz rund um den nördlichsten Höhenzug. Dieser Kreisweg führt einmal um den Fuß des großen Deisters herum und an den großen Orten und einigen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Inzwischen gibt es unter anderem in Springe Skianlagen. In schneereichen Wintern können Interessierte hier Ski fahren: Abfahrt und Langlauf. Aber auch Rodeln steht hoch im Kurs und lässt sich an mehreren Hängen erleben. Ein Spaß für Erwachsene und Kinder.

Sehenswertes

Zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten und antike Fundstellen kreuzen auf einer Tour den Weg. Frühzeitliche Hügelgräber, mittelalterliche Wallanlagen wie die Heisterburg (Lauenau) oder die Bennigser Burg, die Teufelsbrücke (Rodenberg), die Wasserräder bei Wennigsen, Steinbrüche, das Besucherbergwerk Klosterstollen (Barsinghausen), Fachwerkhäuser, Dorfkirchen, Museen und Parkanlagen bringen die Augen zum Staunen. Wer die Zeit hat, sollte länger in einem der reizvollen Orte verweilen, denn auch hier warten jede Menge neue Eindrücke und kulinarische sowie kulturelle Spezialitäten.

Fotos aus dem Deister

Deister, davor Rapsfelder

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Deister, davor Rapsfelder

Kleiner Deister

Der Kleine Deister bildet die südöstliche Verlängerung des Großen Deister im Calenberger Bergland. Mit Osterwald und Nesselberg entsteht so eine Gebirgskette, die bis in das Leinebergland reicht. Örtlich wird sie der Region Hannover zugerechnet und erstreckt sich zwischen Altenhagen/Springe und Eldagsen sowie bis Coppenbrügge. Der Gebirgszug Kleine Deister umfasst die Berge Wolfsköpfe, Burgberg, Drakenberg, Raher Berg und Hallermundskopf, deren Höhen zwischen 218 und 345 Meter liegen.

Im Waldgebiet befindet sich der Saupark Springe, der sich fast über den gesamten Höhenzug erstreckt. Alte Laubbäume wie Kastanien, Buchen, Birken und Eichen prägen den Gebirgszug ebenso wie steile Felsen, in denen Höhlen verborgen sind, und antike Hügelgräber. Wilde Wiesen und idyllische Quellen runden das einmalige Landschaftsbild ab. Im Park sind verschiedene Wildarten beheimatet wie beispielsweise Rotwild, Schwarzwild oder Damwild und Rehe. Im Saupark Springe ist auch das unterhalb des Bergfuß liegende Wisentgehege untergebracht, das sich als außergewöhnlicher Tierpark bei besonders bei Familien einer großen Beliebtheit erfreut. Ebenfalls am Rand des Kleinen Deisters bei Springe befindet sich das historische Jagdschloss. Von dort aus lassen sich die Reste der Wallanlage Burg Hallermund und die Höhlengebiete im kleinen Deister entdecken.

Foto: Michael Weber

 

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